Forty Shades of Blue

Forty Shades of Blue

Aus den Figuren heraus entwickelt Ira Sachs in Forty Shades of Blue (2005) die Geschichte um die russische Immigrantin Laura (Dina Korzun), dessen alternder amerikanischer Partner Alan (Rip Torn), ein erfolgreicher Musiker, sie vernachlässigt. Der erwachsene Sohn Michael (Darren Burrows) begegnet der jungen Frau mit Distanz, aus der Verletzlichkeit beider entsteht eine kurzlebige und faszinierend zu beobachtende Affäre. Gerade das Unspektakuläre der Inszenierung, geprägt von einer spärlichen, gezielten Musikuntermalung und von den Leinwand füllenden Gesichtern der jederzeit überzeugend gespielten Protagonisten, bleibt einem in Erinnerung. Ira Sachs gelingt eine in sich ruhende Erzählung, die durch die Kraft der persönlichen Geschichte aufwühlt. (fj)

Sendetermine

, 3Sat

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Kommentare zu „Forty Shades of Blue“


Martin Z.

Der Titel ist noch das Beste an diesem Film. Und wer emotionsloses Kino mag, liegt hier richtig. Ansonsten gibt es eine Reihe von vorhersehbaren Belanglosigkeiten. Die Message ist wohl: das Leben der Reichen und Schönen ist doch im Grunde fad und leer. Die machen sich einen Kopf um Dinge, die den meisten mehr als egal sind. Sonst haben sie ja auch nichts zu tun. Höchstens wie hier: alle leiden unter dem patriarchalischen Unsympathen, der alle rumkommandiert. Als er dann unerwartet Gefühle zeigt, ist man überrascht, aber nicht überzeugt. Es ist einer der Filme, die die Welt nicht braucht. Und man ist froh, wenn’s überstanden ist.


Martin Z.

Die erste Rezension war ein Schnellschuss!
Nach Abstand und nochmals anschauen meine ich jetzt:
Eigentlich passiert in diesem Film relativ wenig. Die Betonung liegt auf dem Versuch der drei zentralen Personen Beziehungen zuzulassen und dann quasi als eigener Beobachter zu fungieren. Dabei verbergen sie so gut es geht ihre eigenen Gefühle. Selbst der große Übervater (Rip Torn) ahnt nur, was sich hinter seinem Rücken abspielt. Er ist ein egoistischer Mistkerl, der auf allen herumtrampelt - sie bisweilen zertrampelt, bis sie nicht mehr können und eigene (Liebes)Aktivitäten beginnen. Es gibt einen titelgebenden Tralala-Song. Aber eigentlich verbirgt sich hinter den ’Vierzig Schattierungen von Traurigkeit’ die Feststellung, dass alle nur verschieden heftig traurig (blue!) sind. Traurig wegen eigener Unzulänglichkeit oder dem nicht vorhandenen Mut auszusteigen. Vielleicht ist es aber auch die Furcht vor neuer Bindung oder die Aufgabe des liebgewordenen Wohlstandes. Jeder steht jedem in fassungsloser Unfähigkeit gegenüber. Lösungen gibt’s nicht.






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