Fahrraddiebe

Fahrraddiebe (Ladri di biciclette, 1948) zählt neben Viscontis Besessenheit (Ossessione, 1942) und Rosselinis Rom, offene Stadt (Roma, città aperta, 1945) zu den Meisterwerken der neorealistischen Schule. De Sica erzählt die Geschichte eines Plakatklebers (Lamberto Maggiorani), der sich mit seinem Sohn (Enzo Staiola) verzweifelt auf die Suche nach seinem für die Arbeit notwendigen Fahrrad macht. Stattdessen finden sie ein nachfaschistisches Italien vor, dessen Menschen äußerlich und innerlich verarmt sind. Gedreht mit Laiendarstellern und an Originalschauplätzen, ist der Film paradigmatisch für eine Bewegung, die sich von der Studio-Künstlichkeit der Cinecittà-Ära radikal befreite. Die schlichte Abfolge der Szenen verzichtet bewusst auf jeglichen inszenatorischen Ballast. Der Film zeigt Alltagsrealitäten einer zutiefst gebeutelten Bevölkerung und stellt grundlegende humanistische Fragen, die bis heute gelten. (jlo)
Sendetermine
, ZDF
, 3sat
, kultur (ZDF digital)
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