Explosion der Bilder: New- und „New Old“ Hollywood

Explosion der Bilder

Zweifellos zählen die ausgehenden sechziger Jahre zur spannendsten Umbruchphase Hollywoods. Arthur Penns Bonnie & Clyde (1967) markierte, neben Boormans Point Blank  (1967), vielleicht am deutlichsten einen radikalen Neuanfang, der in einem schieren Bildersturm die tief verwurzelten Erzählkonventionen der Traumfabrik außer Kraft zu setzen schien. Wo der Theater- und TV-Mann Penn noch als Hollywood-Outsider in Little Big Man (1970) nicht nur das Western-Genre, sondern auch gleich den Mythos einer ganzen Nation in einer postmodernen Kaskade zerlegte, sezierte in einer entgegen gesetzten Bewegung der Studio-Regisseur Richard Fleischer in seinem Frauenmörder von Boston (The Boston Strangler, 1968) die US-Gesellschaft von Innen heraus. Fleischers Film zeigt, wie das „etablierte“ Hollywood für kurze Zeit die Narrenfreiheit der Rebellen-Regisseure zu Teilen schien: seinen dokumentarischen Stil paarte er mit einer Collage aus Split-Screens und sich überlagernden Bildern und schuf so faszinierend neue Welten filmischer Erfahrung. Auch die Hauptdarsteller zeigen, dass wir es in beiden Fällen mit großem Kino zu tun haben: Dustin Hoffman brilliert als Genozidüberlebender Wahl-Indianer und Tony Curtis liefert als DeSalvo das grandiose Porträt eines Soziopathen ab, lange bevor Anthony Hopkins diesen Figurentypus prägen sollte. (dg)

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Foto: © ZDF/Tele München

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, 3Sat

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