Hotte im Paradies
Regisseur Dominik Graf hat sich in den vergangenen Jahren im Fernsehen ein eigenes Biotop geschaffen.

Beinahe blind kann man den TV-Apparat einschalten, wenn ein Film Dominik Grafs angekündigt ist. Erfreulich ist jedes Mal der Überraschungseffekt: wechselnde Sujets und wechselnde Form. Graf sticht nicht nur aus dem TV-Einheitsbrei heraus, er bleibt unberechenbar. Dennoch kann man einen Schwerpunkt seines Werkes der vergangenen Jahre leicht erkennen: Die Arbeit mit der digitalen Handkamera. Sie ermöglicht Graf bei niedrigen Budgets und vermeintlich sperrigen Stoffen künstlerische Freiheit. Auch Hotte im Paradies behandelt kein typisches Fernsehthema. Der Titelheld ist ein Zuhälter, sein Paradies ein Milieu, dem sich die Studie ohne Kitsch und Überzeichnungen nähert, als Sozialdrama. Der Zuschauer kann sich entscheiden, was er von dieser Figur und seinem Umfeld hält. Die Probleme im Leben Hottes sind universell: Loyalität, Außendarstellung, Geld, Liebe. (sk)
Seite druckenFoto: © BR/Zoom/Anja Grabert
Sendetermine
, Arte



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