Das Gelübde

Seit drei Jahrzehnten gehört Dominik Graf zu den vielseitigsten und interessantesten Regisseuren Deutschlands. In den letzten Jahren widmet er sich, trotz gelegentlichen Kinoproduktionen wie Der rote Kakadu (2006) seinen Fernseharbeiten.

Dominik Graf: Das Gelübde

Hier, jenseits des Festivalbetriebs und des ganz großen Medieninteresses, erarbeitet sich Graf kreative Freiräume im Umgang mit filmischen Formen. Sein neuestes Werk Das Gelübde basiert auf dem gleichnamigen Roman Kai Meyers und erzählt von der Begegnung des Dichters Clemens Brentano mit einer Nonne, die ob ihrer Visionen vom Volk geliebt, von ihren Vorgesetzten jedoch kritisch beäugt wird. Dominik Graf platziert seinen Film gekonnt schräg zu allen Kategorien, irgendwo zwischen Period piece, Kunstfilm, Politthriller und Exploitationkino. Wilde Montagesequenzen erinnern an Nicolas Roegs Wenn die Gondeln Trauer tragen (Don't Look Now, 1973), in den Selbstgeißelungsszenen nähert sich Das Gelübde dem Exzess des italienischen Genrefilms an und nebenbei setzt sich Graf auf mehreren Ebenen mit dem Preußentum auseinander. Kurzum, Das Gelübde ist so vielschichtig und wagemutig, wie das deutsche Kino sich leider selten zu sein traut. (lf)

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