Der Sohn

Jean-Luc & Pierre Dardenne Der Sohn

In ihrem Nachfolger zu Rosetta (1999) überlassen es die belgischen Dardenne-Brüder (L’enfant, 2005, Interview) erneut dem Publikum, die ethischen Problemstellungen und Dimensionen ihrer Geschichte zu deuten oder gar zu werten. Nach einigem Zögern nimmt sich der Tischlermeister Olivier eines jungen Auszubildenden an, der in direktem Verhältnis zu seinem verstorbenen Sohn steht. Die Handkamera bleibt nah am Protagonisten, und obwohl das Drehbuch diesen als eher wortkargen Mann etabliert, partizipiert der Zuschauer doch sehr direkt an dessen Emotionen. Der Sohn (Le fils, 2002) ist niemals manipulierendes, dafür sehr tief ergreifendes Drama. (kst)

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Foto: © ZDF / Alain Marcoen; Dreamachine

Sendetermine

, 3 Sat

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Kommentare zu „Der Sohn“


Martin Z.

Es passiert fast nichts in diesem Film, was äußerlich sichtbar ist, denn das eigentliche Drama spielt sich im Innern der Hauptfigur (Olivier Gourmet) ab. Lange Einstellungen, weitgehend ohne Worte dafür vielsagende, tastende Blicke und die Kamera sitzt dabei Olivier meistens fast im Nacken. Das Ganze spielt in einer nasskalten, unfreundlichen Umgebung. Es ist ein Versuch die innere Auseinandersetzung zwischen Vergeltung und Verzeihen sichtbar zu machen. Erst ganz allmählich wird in den wenigen, wortkargen Dialogen das zurückliegende Ereignis offenbart: der Vater, ein Ausbilder für Schreiner, trifft auf einen Azubi, der seinen Sohn ermordet hat. Als alles gesagt ist, kommt der Vater in eine Position, die der seines mordenden Lehrlings damals bei dem Verbrechen ähnelt. Und die Dardenne-Brüder finden eine Antwort auf die Frage nach Rache ja oder nein.






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