Brokeback Mountain
Mit Cowboyhut und einem bizarren Grinsegesicht: Nicht zuletzt dank zweier, gänzlich unterschiedlicher Rollen zählt Heath Ledger zu den größten Schauspielertalenten seiner Generation.

Dass sich Medienhypes nicht immer als Luftblasen herausstellen hat Heath Ledgers fulminante schauspielerische Leistung in der Rolle des Jokers in Christopher Nolans Batman-Film The Dark Knight (2008) bewiesen. Die Verkörperung des faszinierend unergründlichen Charakters hat dem gebürtigen Australier, der im Januar vergangenen Jahres bereits mit 28 Jahren verstarb, eine Oscar-Nominierung eingebracht. Ob der Schauspieler postum die Trophäe erhält, wird sich diesen Sonntag, in der Nacht zu Montag, zeigen.
Zuvor aber kann sich das deutsche Fernsehpublikum davon überzeugen, dass Ledger, trotz des frühen Todes, nicht nur eine Sternstunde in seinem Beruf hatte. Bereits für die Darstellung eines introvertierten Cowboys in Ang Lees Liebesdrama Brokeback Mountain (2005) hat Ledger eine Oscar-Nominierung erhalten. Auch dieser Film wurde von einem Medienhype begleitet, der sich jedoch auf das reichlich aussageschwache Schlagwort des „Schwulen-Westerns“ beschränkte. Dabei schien der prätentiös aufgeblasene Skandal um einen Film mit zwei männlichen Hollywoodstars als homosexuelle Cowboys den Blick auf die herausragende Leistung Ledgers geradezu zu verstellen. Zeit also, den auch ansonsten bemerkenswerten Film, für den Ang Lee verdienterweise den Regie-Oscar erhielt, unter neuen Voraussetzungen zu betrachten. (dg)
Seite druckenFotos: © Tobis
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