Alan Rudolph: Liebesflüstern

Alan Rudolph: Liebesflüstern

Erstmals bekannter wurde Alan Rudolph als Assistant Director von Robert Altman bei solch filmhistorisch wegweisenden Filmen wie Nashville (1975). Sein erster Erfolg als Regisseur, Welcome to L.A. (1976), war dann auch im Geiste solchen Ensemble-Filmen verwandt. Der fast zwanzig Jahre später entstandene Liebesflüstern (Afterglow, 1997) erzählt ebenfalls von den Irrungen und Wirrungen zwischenmenschlicher Verhältnisse, dreht sich aber nur um zwei Paare. Der Unterschied deren Alters mag groß sein, nicht aber der ihrer Beziehungsdynamiken, die sich in hohem Maße ähneln und einander widerspiegeln, bis ein Partnertausch Verkrustetes wieder aufreißt. Julie Christie war hier nach längerer Zeit erneut in einer Hauptrolle zu sehen, und seitdem erst wieder in Sarah Polleys An ihrer Seite (Away From Her, 2006), der auf der letztjährigen Berlinale vom Publikum begeistert aufgenommen wurde.


(kst)

Sendetermine

, ARD, Liebesflüstern

, MDR, Liebesflüstern

Kommentare zu „Alan Rudolph: Liebesflüstern


Martin Z.

Der deutsche Titel und der des Originals verdeutlichen die ganze Bandbreite der Problematik mit Alzheimerpatienten. Je nach Blickwinkel will man ’an der Seite’ des geliebten Menschen bleiben und ist doch genau genommen ’ewig weit weg von ihm’, weil er gedanklich in einer anderen Welt lebt. Es ist ein beachtenswertes Regiedebüt von Sarah Polley, die wir bis dato nur als tolle Schauspielerin kannten. Sie hat einen sehr emotionalen aber auch informativen leisen Film abgeliefert, der auf äußerst einfühlsame Weise die Situation von beiden Seiten der Betroffenen beleuchtet und darüber hinaus auch noch ein Signal der Hoffnung setzt. Man erlebt die unerwarteten Krankheitsschübe, die Hilflosigkeit der Angehörigen, aber auch deren Unmut, wenn alles etwas zuviel wird. Ein Winterfilm, nicht nur in Bezug auf die Jahreszeit, in der er spielt, sondern er betrifft auch den Winter des Lebens. Julie Christie in einer ihrer beeindruckendsten Altersrollen.






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