Das Weltgericht von Bamako
Abderrahmane Sissako verhandelt in Das Weltgericht von Bamako die Probleme der Globalisierung mithilfe eines fiktiven Prozesses, der inmitten eines afrikanischen Dorfes von Einheimischen gegen internationale Institutionen wie die Weltbank angestrengt wird.

Während Wissenschaftler und Funktionäre sich um Kopf und Kragen reden, nimmt das ganz normale dörfliche Leben seinen Lauf. Und irgendwo läuft ein Italowestern mit Danny Glover in der Hauptrolle. Das Weltgericht von Bamako (2006) ist politisches Kino, das die Wirklichkeit in ihrer Komplexität ernst nimmt, Kino, das der naiven Repräsentation misstraut und diese durch ein heterogenes Zeichensystem ersetzt. Keine Elendsillustration, die sich fürs Spendensammeln instrumentalisieren ließe, dafür ernsthafter, im Tonfall melancholischer Diskurs, dessen Ergebnis nicht von vorn herein fest steht. (lf)
Seite druckenFoto: © Arte F/Emmanuel Daou B./archipel 33
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