8 Frauen

8 Frauen 01

Ein Haus, ein Mord und 8 Frauen. Diese Konstellation stellt den Ausgangspunkt für François Ozons temporeiche Ermittlung dar. Dabei ist der Film nichts weniger als eine tiefe Ehrerbietung vor den Filmen und weiblichen Stars der 1950er Jahre. Nicht nur Kleidung und Dekor erinnern an die Melodramen und Musicals dieser Zeit. In einem verschachtelten Kammerspiel lässt der Regisseur den Glanz der damaligen Filmikonen wieder aufscheinen und präsentiert mit seiner ausschließlich weibliche Riege ein heterogenes, aber sehr stimmiges Ensemble. Ozon versäumt es trotz aller Reminiszenzen nicht, seine Damen selbst ins Scheinwerferlicht zu rücken. Das geschieht vornehmlich in Musicalnummern, die zwischen die Narration gestreut sind. Mit seinem überbordenden und hochartifiziellen Stil macht Ozon 8 Frauen zu einer filmästhetischen Liebeserklärung an das weibliche Geschlecht und das Kino. (jlo)

Sendetermine

, Das Erste

, 3sat

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Kommentare zu „8 Frauen“


Martin Zopick

Wir sehen ein Ensemble, das sich aus mehreren Filmlegenden zusammensetzt. Jede von ihnen kreiert ihr eigenes Universum mit der Aura einer Diva. Da wird die Handlung fast zur Nebensache. Im Vorspann werden alle Namen mit einer Blume etikettiert und renommierte deutsche Darstellerinnen leihen ihnen ihre Stimme. Nachdem bei der Aufklärung eines Tötungsdeliktes fast alle Mädels verdächtig waren (inklusive Omas Geständnis, Danielle Darieux), läuft der Plot noch über einen möglicherweise inszenierten Mord (Ludivine Sagnier) bis hin zu einer dritten endgültigen Lösung. Die Mördersuche ist gewürzt mit persönlichen Gehässigkeiten und gegenseitigen Beschuldigungen. Es geht turbulent zu bis hin zu Handgreiflichkeiten im griechisch-römischen Stil. Das hässliche Entlein Augustine (Isabelle Huppert) wandelt sich zur Diva, zwei der Mädels (Deneuve, Ardant) haben den gleichen Liebhaber, wobei es vorher hetero- und homoerotisch zugegangen sein muss. Das ist alles so gut gemacht, dass nicht einmal die Gesangseinlagen der Damen stören. Im Gegenteil einige davon sind gute französische Chanson Tradition. Die Schlussszene hebt die Damenriege wie am Ende einer Theateraufführung in den Olymp.
Drei ragen aus dem Ensemble nochmals etwas heraus: Mutter Gaby (Catherine Deneuve) gibt die Souveräne, die Überlegene, aber auch Tragische. Sie ist schön und reich. Ihr Gegenpart Augustine (Isabelle Huppert) hier mal anders: zickig und bissig ist arm und hässlich. Dienstmädchen Louise (Emmanuelle Béart) ist diabolisch, mysteriös, frech und sexy. Großartig, ein Hochgenuss!
P.S. Wer hat Romy Schneider entdeckt?






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