Berlinale 2011: Komatöse Langeweile, Sexploitation and a really bad movie

11.02.2011

Ob ich Englisch spreche, will der Herr mit dem Deutsche-Welle-Mikrofon in der Hand vor dem Cinemaxx-Kino am Potsdamer Platz wissen, als ich dieses gerade verlasse. Yes, I do. Das Mikro schießt auf meine Nasenhöhe. How did you like this really bad movie, lautet dann die erste Reporterfrage. Verwirrt von dieser wenig neutralen journalistischen Perspektive, stammele ich etwas von spannender Handlung, starken Charakteren, leinwandfüllenden Landschaftsaufnahmen und einem überragenden Jeff Bridges. Ja, es geht um den Eröffnungsfilm, True Grit von den Coen-Brüdern, über den Sascha Keilholz ebenfalls keine gute Meinung hat, diese aber durchaus genauer begründet. Mein Interviewer aber will auf meine Gegenfrage, was ihm an diesem soliden Western denn nicht gefallen habe, nicht so recht antworten. weiter

Berlinale 2011: The Drifters

10.02.2011

Am ersten Tag des größten deutschen Filmfestivals können sich die Presseleute abgesehen vom Eröffnungsfilm vor allem in Vorführungen des Forums tummeln. Erstes Zwischenfazit: die Bandbreite ist groß, Tendenzen sind dennoch erkennbar. weiter

Berlinale 2011: Auftakt

10.02.2011

Was ist jetzt passiert?

Die Berlinale eröffnet mit einem Film, der in den USA schon kalter Kaffee ist. Die Entscheidung der Festivalleitung, auf das Sundance-Problem zu reagieren und ausgewählte Filme, die dort im Januar liefen, auch in Berlin zu zeigen, ist nachvollziehbar. Aber Wochen nach dem regulären US-Start ein Film zu Eröffnung des Wettbewerbs? Zumindest steht das im harschen Kontrast zum Premieren-Wahnsinn, den die Verantwortlichen sonst ausrufen.

Grundsätzlich sollte ein Festival doch vor allem auf die Qualität der Filme achten und darüber hinaus insbesondere solche zeigen, die vor Ort sonst schwer oder nur deutlich verspätet zu sehen sein würden. Auf True Grit trifft leider keines dieser Kriterien zu. In zwei Wochen wird sich jeder Kinogänger in Deutschland davon überzeugen können, dass die Coen-Brüder keinen Zugang zum Western-Genre gefunden haben.

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Kino-Empfehlungen

Dame, König, As, Spion

GB 2011. Regie: Tomas Alfredson. Mit: Gary Oldman, Tom Hardy
Start: 02.02.2012

Der minimalistische Blick: Tomas Alfredson adaptiert John le Carrés Spionageroman aus dem Jahre 1974 – mit herausragenden Darstellern und sicherem Gespür für klassisches Spannungskino abseits üblicher Schauwerte. weiter

Weitere Kino-Empfehlungen

  • Drive

    Gewaltrausch in Zeitlupe.

  • Ein riskanter Plan

    Im Netz. Wenn Sam Worthington an den Abgrund tritt, begegnen sich Struktur und Chaos.

  • The Artist

    Die originelle Hommage eines Franzosen an das Hollywood der Stummfilmära – in Schwarzweiß und (fast) ohne Ton.

  • Amer - Die dunkle Seite deiner Träume

    Der Tod, das Fleisch, der Schnitt, das Blut, die Klinge, der Handschuh, das Leder, das Rasiermesser – Amer nimmt das Giallo-Kino in die extreme Nahaufnahme.

  • Faust

    Eintauchen in die groteske Welt des Mittelalters. Aleksandr Sokurov inszeniert das deutsche Drama schlechthin.

  • J. Edgar

    Er duldet keinen Widerspruch, egal in wessen Angesicht. Über Kontrollsucht und personifizierte Macht.

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DVD-Empfehlungen

Boardwalk Empire Season 1

USA 2010. Regie: Timothy Van Patten, Allen Coulter .... Mit: Steve Buscemi, Michael Pitt
Start: 10.02.2012 (Verkauf)

Tausend Bühnen namens Amerika. weiter

Weitere Empfehlungen

  • Nader und Simin - Eine Trennung

    Asghar Farhadi hat sich mit Nader und Simin - Eine Trennung zu einem der interessantesten iranischen Filmemacher entwickelt.

  • The Firm

    So hässlich kann England sein. In seinem letzten Film widmet sich Alan Clarke einer Gruppe kleinbürgerlicher Hooligans. 

  • Greetings to the Devil

    Der kolumbianische Film Greetings to the Devil liefert raues, sperriges Actionkino und vermittelt eine bedrückende Atmosphäre der omnipräsenten Gewalt.

  • Attack the Block

    Aliens in da hood: In Joe Cornish’s rasantem Regiedebüt Attack the Block verteidigt eine Teen-Gang ihren süd-londoner Sozialbauwohnblock gegen die Invasion aus dem All.

  • Die Spezialisten

    Gauner-Coup par excellence. Patrice Lecontes Heist-Movie aus dem Jahr 1984 ist stilsicheres, spannendes Actionkino.

  • Midnight in Paris

    Nach London und Barcelona nun Paris. Woody Allens neueste Europa-Station führt ihn zurück zum Dialoghumor und in die Künstler-Dekadenz der 20er Jahre.

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Aktuell im TV

Shining

Mi 22.02.2012, 22:10 Uhr, Kabel Eins

Stephen King war mit Stanley Kubricks Adaption seines Bestsellers The Shining ganz und gar nicht zufrieden und produzierte infolgedessen 1997 seinen eigenen TV-Mehrteiler, der jedoch einem Vergleich nicht standhalten kann. weiter

Weitere Filme im TV

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Neue Kritiken

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Christoph Terhechte: abhängig, ohne Verpflichtungen

Interview mit Christoph Terhechte, Leiter des Forums der Berlinale. weiter

 

Überlebensstrategien im Japan der Nachkriegszeit

Retrospektive des japanischen Filmemachers Kawashima Yuzo im Forum auf der Berlinale 2012. weiter

 

Kino der Exzesse

Filme aus dem Goldenen Zeitalter des kambodschanischen Kinos. weiter

 

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