Sehnsuchtswelten - Das Kino Werner Schroeters

Von Theoretikern, Cinephilen und Denkern wie Michel Foucault hochgeschätzt, ist das Kino von Werner Schroeter dennoch nur sehr selten zu sehen. Mit Diese Nacht (Nuit de Chien, 2009) kehrte er unlängst in deutsche Kinosäle zurück. Das Arsenal in Berlin widmet ihm ab 15. Mai eine Werkschau.

Diese Nacht

Nachdem die Veröffentlichung zweier Filme Schroeters (Palermo oder Wolfsburg und Abfallprodukte der Liebe) durch die Filmgalerie 451 Anfang April als erstes Anzeichen einer beginnenden Wiederentdeckung des Ausnahmeregisseurs erschien, nimmt sich nun das Berliner Kino Arsenal in der zweiten Maihälfte einer umfassenden Rückschau seines breiten Oeuvres an. Zwischen der Inszenierung zahlreicher Opern und Theaterstücke widmete sich Schroeter seit seinem Debüt Eika Katappa (1969) immer wieder dem Medium Film, um seine ganz eigene Vision eines körperlich intensiven und  narrativ komplexen Kinos voranzutreiben. Maßlos, übervoll an Emotionen und mit theatralem Gestus spüren seine Filme auf eigenwilligen Bahnen großen Gefühlen und Mysterien des Lebens nach; der Kunst, der Liebe, dem Tod.

Die 13 ausgewählten Filme erlauben Einblicke in alle Abschnitte des Schaffens Schroeters. Von Eika Katappa bis Diese Nacht (Nuit de Chien) ermöglicht die Retrospektive „Sehnsuchtswelten – Das Kino Werner Schroeters“ die lange überfällige Auseinandersetzung mit einem Lebenswerk, für das der Regisseur im vergangenen Jahr in Venedig mit einem Sonderpreis ausgezeichnet wurde. So warten neben dem selten gezeigten Frühwerk viele Filme auf eine Neu- oder Wiederentdeckung, unter anderem Der Rosenkönig (1986), die letzte Zusammenarbeit Schroeters mit seiner Muse Magdalena Montezuma kurz vor ihrem Tod. Schroeter selbst wird bei der Eröffnung der Reihe am 15. Mai und an zwei weiteren Terminen anwesend sein.

Mehr Informationen zur Reihe finden sich auf http://www.arsenal-berlin.de/de/arsenal/

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