Robert Siodmak Retrospektive

Deutschland, Frankreich, USA und zurück. Bis Ende Juni zeigt das Berliner Zeughauskino die fast vollständige Filmografie des ewigen Emigranten Robert Siodmak.  

Siodmak The Killers

Der gebürtige Dresdner Robert Siodmak führte ein im wahrsten Sinne des Worte bewegtes Leben. Die etwa sechzig Filme, die er im Laufe seiner Karriere drehte, entstanden in Deutschland, Frankreich und den USA. Nachdem der jüdische Regisseur 1933 vor den Nationalsozialisten geflohen war, musste er sich mit jedem Umzug neuen Produktionsbedingungen anpassen, was sich auch in seinem Stil niederschlug. Während deutsche Filme wie Menschen am Sonntag (1930) und Abschied (1930) noch von einer dokumentarischen Herangehensweise geprägt waren, deckte er in Frankreich eine Vielzahl an Genres ab: Dramen, Komödien und sogar Musicals. International bekannt gemacht haben ihn aber für Universal gedrehte Film Noirs und Thriller wie Die Wendeltreppe (The Spiral Staircase, 1945) und Rächer der Unterwelt (The Killers, 1946).

Siodmak Cry of the City

Später beklagte Siodmak, man hätte ihn zu sehr auf diese Genres reduziert. Gerne hätte er auch einmal etwas anderes probiert. Lediglich zwei Filme stechen aus der amerikanischen Phase heraus: der Horrorfilm Draculas Sohn (Son of Dracula, 1943) sowie das Technicolor-bunte Camp-Spektakel Die Schlangepriesterin (Cobra Woman, 1944), Lieblingsfilm von Kenneth Anger. Anfang der 1950er Jahre kehrte Siodmak schließlich nach Europa zurück, wo ihm wieder eine größere Bandbreite an Sujets zur Verfügung stand – von der Gerhard-Hauptmann-Adaption Die Ratten (1955) bis zum Historienepos Kampf um Rom (1968). Bis Ende Juni kann man sich nun ein Bild dieses multilingualen, höchst inkonsistenten Werks machen. Die Retrospektive im Berliner Zeughauskino deckt fast vollständig Siodmaks Filmografie ab. Die meisten Filme werden zudem erfreulicherweise auf 35mm gezeigt.

Das vollständige Programm gibt es hier

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