Revolutionen aus dem Off im Berliner Zeughauskino

Im letzten Jahr programmierten zahlreiche Kinos anlässlich des 40. Jahrestages der 68er Bewegung Filmreihen zum politischen Film im Umfeld der Proteste. Meist standen westeuropäische Protestbewegungen in Paris oder Berlin im Mittelpunkt. Die Filmreihe Revolutionen aus dem Off im Zeughauskino (18.04. bis 25.05.2009) möchte den Blick erweitern auf revolutionäre Kinobewegungen in Lateinamerika, Afrika und Asien, die im Anschluss oder im Zuge der Entkolonialisierung entstanden.

Revolutionen aus dem Off

Als theoretisches Leitbild dient der von den Regisseuren Fernando Solanas und Octavio Getino geprägte Kampfbegriff „Third Cinema“, der für eine neuartige Kinokonzeption jenseits von Hollywood und europäischem Kunstfilm steht. Die ästhetischen Positionen, die die Reihe vorstellt, sind allerdings vielfältiger, als Solanas' und Gettinos Thesen vermuten lassen. Neben radikalem Agitprop (etwa Die Stunde der Hochöfen, La hora de los hornos aus 1968 von Solanas und Gettino selbst) findet sich auch ein Film wie Lino Brockas Insiang (1976), der populäre melodramatische Formen aufgreift oder – als eine unter vielen großen Entdeckungen – ein afrikanischer Western namens Le retour d'un aventurier (1966). Zum Auftakt ist der philippinische Film Der parfümierte Alptraum (Mababangong bangungot, 1977) zu sehen, ein wilder Travelogue, der ausgehend von einem südostasiatischen Dschungeldorf bis nach Paris und in eine deutsche Zwiebelturmfertigung führt.

Mehr Informationen zur Reihe finden sich auf www.revolutionenausdemoff.de.

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