Pingpong Sieger der (Ganz) Jungen Kritik

Die 32 Teilnehmer der (Ganz) Jungen Kritik aus Frankreich und Deutschland kürten am letzten Tag der Semaine Internationale de la Critique ihren klaren Favoriten: einen deutschen Film.

Anders als die Profi-Kritiker, die schon aus Tradition über einen durchschnittlichen Wettbewerb, über Hollywood-Verschwörungs-Kino á la "Da Vinci Code" und das Fehlen deutscher Beiträge klagten, begeisterten sich die Schüler ganz klar für den ernsten, unglaublich günstig produzierten Beitrag Pingpong von Matthias Luthardt.

Die Hochschul-Abschlussproduktion aus Potsdam-Babelsberg beobachtet in langen, ruhigen Einstellungen, wie eine von innerer Kälte und unerfüllten Träumen zerrüttete Kleinfamilie durch das plötzliche Auftauchen des 16-jährigen Paul (Sebastian Urzendowsky) durcheinander gebracht wird. Paul verliebt sich ausgerechnet in seine Tante und scheint ihr zunächst auch Gefühle entlocken zu können. Der Hauptdarsteller und Berliner Jungschauspieler, der am letzten Festivaltag 21 geworden ist, war selbst das erste Mal zum Festival nach Cannes eingeladen - und dies allein war schon Grund zu großer Freude. Die fast durchweg positive bis euphorische Aufnahme von Pingpong bei Kritik und Zuschauern kam für das Team dann doch überraschend. "Der Junge mit dem muskulösen Oberkörper und dem Engelsgesicht" schwärmte "Le Monde" über den Protagonisten. Das Spielfilm-Debüt erhielt zusätzlich den von den gestandenen Kinojournalisten der Internationalen Filmkritik vergebenen Preis für das beste Drehbuch. In der von Bertrand Tavernier mitverfassten Begründung der Kritikerjury war von einer "Erneuerung des deutschen Kinos" die Rede. Zuletzt ging dann zwar wieder einmal keine Palme d'Or nach Deutschland, dafür der "Palm Dog" - der Preis für den besten Auftritt eines Hundes im Spielfilm. "Schumann" heißt der wuschelige Star aus Pingpong.

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