Filmfest München 2005

Immer wieder trifft sich Ende Juni die deutsche Film- und Fernsehwelt in der früheren Filmhauptstadt Deutschlands. Dort wo heimische Kinofilme die gleiche Bedeutung haben wie Fernsehfilme, dort wo sich die Festivalmacher im Magazin für das gewagte Programm entschuldigen. Ja, hier ticken die Uhren etwas anders. Denn es gibt keinen Wettbewerb, aber umso mehr Filme. Die Auswahl fällt schwer, aber die Kinos wurden der Einfachheit halber an einem blauen Streifen (gesponsert vom Bayrischen Rundfunk) aufgereiht, so findet man immerhin schnell die Spielstätten, wenn man sich erst einmal für eine entschieden hat, und kann sich mit dem Essentiellen beschäftigen: den Filmen.

Am Publikum orientiert sich auch die Filmauswahl, so werden auf dem zweitgrößten Filmfestival Deutschlands auch Filme gezeigt, die bereits auf anderen Festspielen liefen. Die meisten Zuschauer freut es, wer von ihnen war denn schon zufällig im Mai in Cannes? Gespannt waren alle natürlich auf den belgischen Beitrag L’Enfant der Brüder Dardenne, den Gewinner der Goldenen Palme, der vom Publikum überschwänglich aufgenommen wurde. Genauso sehnsüchtig wurde Gus Van Sants Kurt Cobain-Geschichte Last Days erwartet, die mit ihrer kontemplativen und handlungsverweigernden Wiedergabe der letzten Tage Cobains jedoch weder Publikum noch Presse überzeugen konnte.

Außerdem wurden drei Highlights aus dem Programm der Semaine Internationale de la Critique übernommen. Die humorvolle Liebesgeschichte Me and You and Everyone We Know, erhielt ähnlich viel Beifall wie in Cannes, wo sie mit der Goldenen Kamera, dem Preis für den besten Erstling, ausgezeichnet wurde. The Great Ecstasy of Robert Carmichael, hier in der großen internationalen Reihe untergebracht, verstörte das cineastische Publikum weniger als im Mai die Schüler der (Ganz) Jungen Kritik. A Stranger of Mine schließlich, einer der zwei Gewinner des TV5 Preises der (Toute) Jeune Critique, war in München Teil eines umfangreichen Japan Specials. >> zu den Sektionen im Überblick



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