Blutige Weihnachten 2015

Auch in diesem Jahr führen wir eine liebgewordene Tradition fort: Mit einer Textreihe widmen wir uns einem Kino, dass das Fest der Liebe mit Füßen tritt.

Faceless

Weihnachten kann vieles sein. Es kann zu den wenigen Tagen im Jahr gehören, an denen man sich mit seiner Verwandtschaft verträgt, weil man das anlässlich Christi Geburt eben traditionell so tut. Es kann aber auch für eine Zeit stehen, in der man die Einsamkeit und die Entfremdung von der Familie nur noch stärker spürt. Deshalb ist es auch konsequent, dass all den Produktionen, die mit feuchten Augen ein Hohelied auf die weihnachtliche Besinnlichkeit singen, auch Filme gegenüberstehen, die sich dieser Sentimentalisierung entschieden verweigern.

Alle Jahre wieder

Bereits zum vierten Mal und umfangreicher denn je nehmen wir mit unserem Special „Blutige Weihnachen“ die Vorweihnachtszeit zum Anlass, um das Fest der Liebe zu entweihen. Ging es zunächst noch stärker um das Subgenre des Weihnachtshorrorfilms, wo wir es vor allem mit mordenden Nikoläusen zu tun hatten, hat sich der Fokus in den letzten Jahren zunehmend erweitert – auf ein generisch weniger klar umrissenes Kino, in dem Weihnachten eine mal mehr, mal weniger große Rolle spielt und das lustvoll mit der zwangsverordneten Gefühlsduselei bricht. In diesem Jahr werden wir mit Texten von Lukas Foerster, Michael Kienzl, Josef Lommer, Oliver Nöding und Silvia Szymanski wieder den Christbaum in Brand stecken.

Zum Auftakt hat sich Oliver Nöding noch einmal einen klassischen Vertreter des Weihnachtshorrorfilms vorgeknöpft, der in Deutschland noch immer auf dem Index steht. In seiner einzigen Regiearbeit Don’t Open Till Christmas (1984), hierzulande erschienen als Fröhliche Weihnacht, hat der britische Schauspieler Edmund Purdom einen grindigen Slasher inszeniert, in dem ein Unbekannter seiner ablehnenden Haltung gegenüber Weihnachtsmännern auf äußerst blutige Weise Ausdruck verleiht. In diesem Sinne wünschen wir ein frohes Fest!

Zu den Texten aus den letzten Jahren geht es hier

Kommentare zu „Blutige Weihnachten 2015“

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