Die 10 schlimmsten Naziretrofilme

Keine historische Epoche beschäftigt das Medium Film so sehr wie die NS-Zeit. In den vergangenen Jahrzehnten sind Klassiker, Peinlichkeiten, Meisterwerke und reichlich Trash entstanden. Was sind „beste“, was „schlechteste“ Filme – oder solche, die man gesehen haben sollte?

critic.de hat eine Liste aus NS-Retrofilmen zusammengestellt. Wie jede Auswahl ist sie auch stark subjektiv beeinflusst. Ergänzungen willkommen!

 

Der Arzt von Stalingrad

Der Arzt von Stalingrad (1958)

Kolportage und pazifistische Deutsche im sowjetischen Kriegsgefangenenlager: In Géza von Radványis Konsalik-Verfilmung sind die ehemaligen Landser die Guten. Exemplarische Entlastungs-Erzählung des westdeutschen Kriegskinos der 1950er Jahre.

 

They Saved Hitler s Brain

They saved Hitler's Brain (1963)

Hitlers Kopf überlebt den Zweiten Weltkrieg in einem riesigen Einmachglas und wartet fortan auf seine Wiederbelebung. Und wartet.

 

Love Camp 7

Love Camp 7 (1969)

Lagerbordell-Film von Robert Lee Frost – Prototyp zahlreicher Naziploitation-Streifen, die in den 1970er Jahren international die Kinoleinwände heimsuchten und Sex mit Gewalt und Faschismus möglichst skandal- und kassenträchtig verbanden.

 

Shock Waves

Shock Waves - Die aus der Tiefe kamen (Shock Waves, 1977)

Nazizombies. Unter Wasser und mit Sonnenbrillen. Ken Wiederhorns Horrorfilm wurde zum Trash-Klassiker und Vorläufer des beliebten Genres von Nazizombiefilmen.

 

Ilsa She Wolf of the SS

Ilsa, She Wolf of the SS (1974)

Dyanne Thorne stieg als Lager-Kommandantin Ilsa zur Naziploitation-Ikone auf. Low Budget Porn und Folter-Szenarios vor dem Hintergrund des „Dritten Reichs“, deren Lust/Gewalt-Fantasien sich längst auch in den Mainstream geschlichen haben.

 

Stalingrad

Stalingrad (1992)

Von Herzen anständige Wehrmachtssoldaten werden beim Ostfeldzug schuldlos schuldig. Das Erzählmuster Guter Deutscher/Böser Nazi zieht sich seit dem Kino der 1950er Jahre bis zum reaktionären TV-Epos Unsere Mütter, unsere Väter (2013) trotzig durch die Filmgeschichte.

 

Der Untergang

Der Untergang (2004)

Staatstragender Hitler-Schinken, der aus NS-Tätern Helden macht und aus den Deutschen eine Opfergemeinschaft. Meilenstein des „Neuen Deutschen Opferdiskurses“.

 

Eichmann

Eichmann (2007)

Robert Youngs Eichmann-Fantasie folgt dem Naziploitation-Trend, die Massenvernichtung als von klinisch perversen Persönlichkeiten inszeniertes Lustspektakel zu begreifen.

 

Die Gustloff

Die Gustloff (2008)
Plumpster und klischeebeladenster einer Reihe von „Eventfilmen“, die in den vergangenen Jahren deutsches Leid während Bombenkrieg, Flucht und Vertreibung für das öffentlich-rechtliche Fernsehen in Szene setzen. Ein Joseph-Vilsmaier-Werk.

 

Der Junge im gestreiften Pyjama

Der Junge im gestreiften Pyjama (The Boy in the Striped Pyjamas, 2008)

Der Sohn eines deutschen Lagerkommandanten folgt seinem jüdischen Freund heimlich ins KZ. Der Versuch, einen Kinderfilm über den Holocaust zu gestalten, führt zu einer merkwürdig ahistorischen, märchenhaft kitschigen Perspektive, die im Inneren der Gaskammer endet.

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Kommentare zu „Die 10 schlimmsten Naziretrofilme“


Freude am Film

Eine sehr passende Beurteilung von "Der Untergang", vielen Dank dafür! Jede kritische Stimme ist wichtig, wenn ein so problematischer Film von den meisten so unreflektiert bejubelt wird.






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