Berlinale 2012: Empfehlungen

Filmempfehlungen für Forum, Forum Expanded und Panorama der 62. Internationalen Filmfestspiele Berlin.

Forum

Bestiaire von Denis Côté

Bestiaire 01

Wie blickt der Mensch auf Tiere und macht sie sich zum Objekt seiner Begierde? Dieser Frage geht der kanadische Regisseur Denis Côté in seiner beeindruckenden Dokumentation Bestiaire nach. Der Film begibt sich an drei Schauplätze: einen Zeichenkurs, die Werkstatt eines Tierpräparators und einen Wildpark. Mit kühler Distanz beobachtet Côté die Tiere und zeigt sich immer wieder von der ornamentalen Qualität von Fellen und Hörnern fasziniert. Häufig befinden sich die Tiere nicht einmal im Zentrum, sondern werden an den unteren oder seitlichen Bilderrand gerückt. Mit Bestiaire ist Côté ein ebenso ästhetisch einnehmender wie beklemmender Film gelungen, der beweist, dass Dokumentationen sehr viel mehr können als nur dokumentieren.

Fr 10.02. 21:30 Delphi Filmpalast / So 12.02. 20:00 CineStar Event Cinema / Mo 13.02. 22:15 Cubix 9  / Do 16.02. 22:45 Kino Arsenal 1

What is love? von Ruth Mader

What is love

In ihrem ersten Langfilm seit acht Jahren komponiert die Österreicherin Ruth Mader fünf dokumentarische Etüden, filmische Miniaturen über Menschen irgendwo in der Mitte ihres Lebens, irgendwo in der Mitte der Gesellschaft. Eine vereinsamte Zahnärztin, ein Pfarrer auf dem Land, ein Paar in der Ehekrise. Niemand hier leidet materielle Not, aber was hat das schon zu bedeuten?

Wie viele ihrer Landsleute inszeniert auch Mader die Bilder mit Bedacht, schneidet selten, schaut lange zu. Musik brandet nur gelegentlich auf und verschwindet alsbald wieder. Die harrende Kamera scheint die Protagonisten einer Frage auszusetzen, nicht unbedingt nach der titelgebenden Liebe, aber doch nach so etwas wie Sinn oder Glück. Zwischen den Menschen und den Bildern entbrennt ein zarter, stiller Kampf um Hoheit und um Macht: Wie kann man Gefühle bewahren, ohne zu verhärten; wie Gefühle mitteilen, ohne sich zu verbiegen? Doch bevor Klarheit eintritt, ist eine Geschichte meist schon vorüber. Was bleibt, sind fünf filmische Nachgeschmäcker, fünf emotionale Nuancen, die sich auf der Zunge der Erinnerung zu einer Frage vermengen.

So 12.02. 19:15 Uhr Delphi Filmpalast / Di 14.02. 13:45 Uhr CineStar 8 / Mi 15.02.  11:45 Uhr Arsenal 1 / Sa 18.02. 15:00 Uhr Cubix 7

Revision von Philip Scheffner

Revision

Ein Musterbeispiel investigativer Arbeit: Ohne aktivistischen Eifer, dafür mit bohrender Geduld und Präzision, umkreist Revision in einem fast schon archäologischen Prozess einen Vorfall und dessen Vor- und Nachgeschichte, er trägt Schicht um Schicht ab, um zur Wahrheit vorzudringen. Die vielen Perspektiven, die die Rekonstruktion der tödlichen Schüsse auf zwei illegale Einwanderer aus Rumänien an der deutsch-polnischen Grenze 1992 erlauben, nennt Philip Scheffner die „Anfänge“. Immer wieder arbeitet er sich von einem der „vielen Anfänge der Geschichte“ zum Vorfall vor. Er befragt die Bauern, die die Leichen im Feld entdeckten, Angehörige, Zeugen – die nie aussagen sollten –, den Anwalt einer der Schützen, den Staatsanwalt. Im Medium einer Beweisführung, die von der Justiz nie umfänglich verfolgt wurde, konfrontiert er die Protagonisten mit der Vergangenheit und ihren eigenen Worten: Statt Talking Heads sehen wir Listening Heads. Was anfangs wie ein Gimmick wirken kann, ist ein nicht nur adäquates, sondern logisches und ertragreiches Mittel. Wie in einer Zeugenaussage lässt er sein Gegenüber vor der Kamera den eigenen Worten lauschen und, im Sinne einer Unterschrift, deren Richtigkeit bestätigen. Wenn er gegen Schluss von diesem Mittel absieht und in ein anklagendes Gespräch mit dem Anwalt gerät, dann hat Scheffner sein Plädoyer für Gerechtigkeit bereits ausreichend belegt.

So 12.02. 19:15 CineStar 8 /Do 16.02. 19:30 Delphi Filmpalast / Fr 17.02. 14:30 Cubix 7 / So 19.02. 19:00 Kino Arsenal 1

Jaurès von Vincent Dieutre

Jaures

Ein Audiokommentar der etwas anderen Art: Regisseur Vincent Dieutre unterhält sich mit der Schauspielerin und Fotografin Éva Truffaut (ja, Tochter, auch) über Videoaufnahmen seines Lebens. Doch es sind nicht die Bilder, die autobiografisch sind, sondern die Töne: Aus der Wohnung seines Liebhabers heraus filmte Vincent über den Verlauf eines Jahres, des letzten Jahres ihrer geheimen Beziehung, das Gegenüber, die Straße, die Brücke. Zu sehen ist vor allem der Alltag afghanischer Flüchtlinge, wie sie sich unter der Brücke einrichten, Polizei-Razzien über sich ergehen lassen und Besuch von Helferinnen erhalten. Aus der Distanz entsteht ein Soziogramm der Gegend um den titelgebenden U-Bahnhof Jaurès, die Bilder zeigen die Abende, Nächte und frühen Morgenstunden. Denn tagsüber muss Vincent die Wohnung verlassen, der Protagonist, Simon, über den sich Truffaut und Dieutre unterhalten und den wir mal unter der Dusche oder beim Klavierspielen hören, lässt Vincent nur unter dem Mantel der Nacht in sein Leben. Die Ebenen verschränken sich, was der Film vielleicht etwas zu selbstgefällig reflektiert, nicht nur dadurch, dass der ungeoutete Simon selbst noch im Rentenalter sich ehrenamtlich für illegale Einwanderer engagiert. Am Ende ist die Beziehung Geschichte, und die Flüchtlinge sind vertrieben.

Sa 11.02. 19:30 CinemaxX 4 / Mo 13.02. 16:30 Delphi Filmpalast /Di 14.02. 15:00 Cubix 7 /Sa 18.02. 22:30 Kino Arsenal 1

Festival-Empfehlung: The Woman in the Septic Tank von Marlon Rivera

The Woman in the Septic Tank

Festivals schaffen Kontexte, in denen die Filmwahrnehmung noch direkter als sonst von anderen Filmen geprägt wird. Im besten Fall kommunizieren die einzelnen Werke und befördern den Austausch. The Woman in the Septic Tank (Ang Babae Sa Septic Tank) sollte so verstanden werden, als Festivalfilm, der anderen den Spiegel vorhält. Er zeigt junge, reiche philippinische Filmemacher mit Macs, iPhones und Latte Macchiato schlürfend, die nur eins wollen: den nächsten Festivalhit landen. Dafür haben sie sich ein Elends-Vehikel ausgedacht: Frau mit sieben Kindern in den Slums von Manila verkauft Tochter an alten weißen Mann. The Woman in the Septic Tank inszeniert nicht nur die fiktiven Filmemacher, sondern auch gleich die Vorstellungen einiger Schlüsselszenen des „perfekten“ Films, zunächst ganz im rauen Handkamera-Stil mit ausgeblichenen Farben, eine wortkarge Misere, die nach dem Etikett „unerschrocken realistisch“ schielt. Im Verlauf des Films werden dieser Ausgangskonzeption immer neue gegenübergestellt, vom Schauspielerinnenwechsel über Plotänderungen bis hin zum träumerischen Delirium eines Musicals. Dem zuzusehen ist ohne Frage amüsant, und es ist auch mehr als berechtigt, die Absichtserklärungen von Regisseuren ad absurdum zu führen sowie die Selbstgenügsamkeit von Festivals zu kritisieren. Dennoch bleibt ein leicht fahler Nachgeschmack, wenn man anfängt darüber nachzudenken, welche Absichten The Woman in the Septic Tank mit welchen Mitteln selbst verfolgt. Willkommen im Festival-Zirkus!

Sa 11.02. 22:00 CineStar 8 / So 12.02. 20:00 Colosseum 1 / Di 14.02. 15:00 Kino Arsenal 1 / Fr 17.02. 22:30 Cubix 9

Schauspieler-Empfehlung: Thure Lindhardt

Thure Lindhardt

Als Entdeckungen gehandelt werden Schauspieler oft erst retrospektiv. Das war zum Beispiel 2011 bei der Hervorhebung von Ryan Gosling und Michael Fassbender der Fall, so verdient sie auch sei. Sprechen wir also hier lieber von einer Talent-Bestätigung, die auf der Berlinale besichtigt werden kann, auch wenn die Werke selbst weniger überzeugen: Thure Lindhardt ist mit 37 Jahren kein Shooting Star mehr (ein Preis, den er tatsächlich 2000 am Rand der Berlinale für Dänemark erhalten hat). Mit Formentera (Forum) und Keep the Lights On (Panorama) hinterlässt er dennoch einen bleibenden Eindruck, im ersten auf Deutsch, im zweiten auf Englisch. Außerhalb Dänemarks war er auch schon in der Vergangenheit aktiv, etwa in Nebenrollen von Was nützt die Liebe in Gedanken (2004) und Into the Wild (2007), und mit dem dänischen Film Bruderschaft (Broderskab, 2009) war er erst vergangenen Herbst im deutschen Kino zu sehen. Die zwei neuen Filme lassen ihn jeweils in einer Hauptrolle als Resonanzkörper für fragile Partner auftreten. Keep the Lights On von Ira Sachs (Forty Shades of Blue, 2005) widmet sich dem Alltag eines Paares in New York, dessen Rhythmus zunehmend vom Drogenkonsum des einen diktiert wird. Als Erik spielt Lindhardt den Aktiven in der Beziehung mit Paul, er ergreift die Initiative, bringt Paul dazu, sich zu outen, treibt ihn an und gibt sich ihm hin, so lange, bis es umschlägt und er nur noch mitgerissen wird von dessen Sucht. Lindhardts sensibles, feingliedriges Spiel harmoniert mit der beiläufigen, unaufgeregten Poesie von Sachs, die keine schwulen Stereotypen kennt. Eine stärkere Präsenz wird Lindhardt noch in dem etwas ungelenk inszenierten Formentera von Ann-Kristin Reyels (Jagdhunde, 2007) zuteil. Denn hier richten sich alle Blicke auf ihn, alle wollen etwas von ihm: seien es die Älteren, die Benno (Lindhardt) mit seiner Freundin Nina (Sabine Timoteo) auf der Insel in ihrer kleinen Kommune empfangen, oder die hippieske Bekannte Christine (Tatja Selbt). Nina, die Timoteo mit ihrem unverwechselbaren, hochgestochenen Sprachduktus in den Sphären der vorgeblichen Unantastbarkeit verortet, projiziert all ihre Ängste und Wünsche auf Benno. Lindhardt kann das bis auf eine unglückliche Szene dafür nutzen, um mit entwaffnender Authentizität, sprudelnder Lebensfreude und Bodenständigkeit sein Gegenüber aufzufangen und im eigenen Spiel noch zu beflügeln.

Keep the Lights On: Fr 10.02. 13:30 CinemaxX 7 / Mi 15.02. 19:00 CinemaxX 7 / Do 16.02. 22:45 CineStar 3 / Sa 18.02. 17:45 CineStar 3

Formentera: Fr 10.02. 19:00 Delphi Filmpalast / Sa 11.02. 11:00 CineStar 8 / Sa 18.02. 19:15 CineStar 8 / So 19.02. 12:30 Kino Arsenal 1

Forum Special Screenings

Ornette: Made in America von Shirley Clarke

Ornette Made in America

Als Opposition zum Hauptprogramm der Berlinale taugt das Forum schon lange nicht mehr. Umso mehr kann man sich über den historischen Schwerpunkt der Sektion freuen. Jedes Jahr werden vernachlässigte Werke der Filmgeschichte in glasklaren Kopien gezeigt. In diesem Jahr gibt es unter anderem zwei Filme der amerikanischen Regisseurin Shirley Clarke zu sehen. Irgendwo zwischen Dokumentar- und Experimentalfilm verfügt Clarke über ein kleines, aber sehr feines Oeuvre, aus dem Portrait of Jason (1967) wohl am bekanntesten ist. Ornette: Made in America (1985) wirkt auf den ersten Blick fast ein wenig unscheinbar, handelt es sich hier doch „nur“ um eine Dokumentation über den legendären Jazzmusiker Ornette Coleman. Doch Clarke taucht mit einem unerschöpflichen Arsenal an filmischen Mitteln so tief in die Musik ein, dass man als Zuschauer gar nicht mehr weiß, wo einem der Kopf steht. Verschiedene Konzertausschnitte gehen virtuos ineinander über, die Kamera verliert sich in abstrakten und rhythmisierten Bildkompositionen, ein kleiner Junge läuft immer mal wieder als junger Coleman durchs Bild, und der Musiker selbst erläutert schließlich seine Sehnsucht nach dem Weltraum. Auch wenn einige der Videoeffekte weniger gut gealtert sind, ist Ornette ein Lehrstück, wie sich Musik in Bilder umsetzen lässt, und setzt dabei den ganzen Körper in Schwingung.

So 12.02. 22:30 Kino Arsenal 1 /Sa 18.02. 14:00 Delphi Filmpalast

Suzaki Paradise: Red Light von Kawashima Yuzo

Suzaki Paradise Red Light

Ein weiterer historischer Höhepunkt bei den Forum Special Screenings ist die Mini-Retrospektive, die jedes Jahr einen im Westen wenig bekannten Regisseur aus Japan vorstellt. Heuer werden drei Filme von Kawashima Yuzo gezeigt, der vor allem in den 1950er Jahren zahlreiche Dramen und Komödien gedreht hat. Die größte Entdeckung ist dabei Suzaki Paradise: Red Light (Suzaki Paradaisu Akashingo, 1956), ein nüchternes Drama, in dem Kawashima von den Überlebensstrategien verschiedener Figuren im Japan der Nachkriegszeit erzählt. Ein junges Paar lässt sich an der Grenze zum Rotlichtbezirk Suzaki nieder, um ein Leben in der Legalität zu führen. Dabei fürchtet der Mann ständig, seine Frau, eine ehemalige Prostituierte, zurück an ihren alten Job zu verlieren. Mit einer klaren Formsprache erzählt Kawashima von verschiedenen, stets ambivalent gezeichneten Figuren, denen im Leben nichts geschenkt wird.

So 12.02. 12:30 Kino Arsenal 1 / Sa 18.02. 21:30 Delphi Filmpalast

Forum Expanded

whiteonwhite: algorithmicnoir von Eva Sussman

whiteonwhite algorithmicnoir

Das Forum Expanded zeigt jeden Tag zwei Stunden aus Eva Sussmanns computergenerierter Endlosarbeit whiteonwhite: algorithmicnoir. Aus einem Reservoir mit mehreren tausend Filmclips – verschlagwortet und katalogisiert – werden per Zufallsgenerator und in Kombination mit Voice-over-Spuren immer neue Montagereihen kombiniert. Ein Bildschirm neben der Leinwand dokumentiert die Schritte der Computerauswahl.

Der Zuschauer ist unentwegt dabei, neben der sich flexibel ereignenden Narration auch dem Code auf die Schliche kommen zu wollen. Man dechiffriert, und man assoziiert. Damit ist whiteonwhite: algorithmicnoir eine performative filmische Lektion in Chaostheorie: Wie gehe ich mit einer determinierten Unordnung um? Was sich in der Beschreibung konzeptlastig ausnimmt, offenbart sich in der Seherfahrung als evokativ und atmosphärisch kraftvoll. Analoge und digitale Bilder werden gemischt, man befindet sich meist irgendwo im Osten Europas, zwischen Überwachungsbildschirmen, Industriegebieten und schäbigen Büros. Lynchs Inland Empire kommt in den Sinn und damit ganz ähnliche Gefühle einer schwer lokalisierbaren, profunden Verwirrung. Mag der Computer zur neuen Metapher des Traumgeschehens werden?

Jeden Tag 16.00-18.00 Uhr im Arsenal 2, außer Fr 10.02. 16.30-18.00 Uhr. Eintritt kostenlos.

Panorama

Atomic Age von Héléna Klotz

Atomic Age

Zwei Jugendliche streichen verträumt durch Paris und schwadronieren großkotzig-lyrisch über die Liebe. Wer bei der Beschreibung schon abwinkt, hat Pech gehabt. Denn Atomic Age (L’âge atomique) ist ein schöner Beweis für die Möglichkeiten des Mediums Film, immer wieder aufs Neue stimmige und treffliche Bilder für bekannte Motive zu finden. Regisseurin Héléna Klotz wandelt in den Fußstapfen der Eltern, ihr Vater, der Regisseur Nicolas Klotz (La question humaine, 2007), und ihre Mutter, Drehbuchautorin Elisabeth Perceval, sind ebenfalls für subjektiv durchtränkte, oft mythisch aufgeladene Filme bekannt. Nur die spezifisch politische Dimension, die die Eltern erst kürzlich wieder in Low Life (2011) forcierten, wird hier offscreen verbannt. Statt der großen Erzählung sucht Hélèna Klotz die Begegnung mit ihren beiden Protagonisten auf Augenhöhe.

Mo 13.02. 21:30 CinemaxX 7 / Di 14.02. 22:45 CineStar 3 / Mi 15.02. 22:30 Cubix 8 / Mi 15.02. 22:30 Cubix 7 / Sa 18.02. 21:30 CinemaxX 7

Death for Sale von Faouzi Bensaïdi

Death for Sale

Schon in den Trailern kann man sehen: Bensaïdi ist ein Regisseur der Vogelperspektive. Das ist faszinierend, denn der marokkanische Regisseur hat ein soziales Kleinganovendrama inszeniert. Es ist ein ständiger Balanceakt, den er hier unternimmt: zwischen sezierenden Übersichten und emphatischer Nähe, zwischen großangelegten Tableaus und Plansequenzen des privaten Alltags. In bisweilen elegischen Bildern, aber nie selbstgenügsam fängt er die ausgeblichene Winterlandschaft der marokkanischen Kleinstadt Tétouan und ihre wolkenverhangenen Berge ein. Wenn die drei Protagonisten am tristen Strand sich die Zeit vertreiben, wird man unweigerlich an Die Müßiggänger (I vitelloni, 1953) von Fellini erinnert. An dessen Generationen-Porträt knüpft Death for Sale an, ohne sich aber vom Thrillerplot ganz zu lösen.

Sa 11.02. 21:30 CinemaxX 7 / So 12.02. 20:15 CineStar 3 / Mo 13.02. 22:30 Cubix 7 & 8 Interlock / Di 14.02. 22:30 Colosseum 1

Glaube, Liebe, Tod von Peter Kern

Glaube  Liebe  Tod

Panorama-Leiter Wieland Speck lädt jedes Jahr dieselben Leute ein. Oft scheint es so, als wäre die Qualität der jeweiligen Filme dabei zweitrangig. Peter Kern ist einer von Specks Stammgästen, die auch in diesem Jahr vertreten sind. Sein neuer Film Glaube, Liebe, Tod ist eine krude Mischung aus Familienmelodram, Exploitation, böser Satire und vor allem politischem Statement. Kern versammelt eine Mutter, die noch vom Führer schwärmt, ihren schwulen Sohn und einen marokkanischen Flüchtling auf einem Hausboot in Mecklenburg-Vorpommern zum Kulturkampf. Die Ausbeutung des Fremden spiegelt dabei das politische Weltgeschehen wider. Mit einigem Archivmaterial angereichert, ist der Film ein wütendes Plädoyer für die Schwachen und Entrechteten. Würde Wieland Speck mehr Filme wie Glaube, Liebe, Tod zeigen, müsste man sich um das Panorama keine Sorgen mehr machen.

Mo 13.02. 20:00 International / Di 14.02. 13:30 CinemaxX 7 / Mi 15.02. 14:30 Cubix 9 / Do 16.02. 14:00 International

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