Year One - Aller Anfang ist schwer

Schräge Figuren, seltsamer Plot: Year One will Abenteuerkomödie, Parodie und Trashkult sein.

Year One - Aller Anfang ist schwer

Harold Ramis, einer der legendären Ghostbusters, hat sich als Produzent und Regisseur von Und täglich grüßt das Murmeltier (Groundhog Day, 1993) im humoristischen Mainstream etabliert. Sein Kollege Judd Apatow (Jungfrau, 40, männlich, sucht… ,The 40 Year Old Virgin, 2005; Beim ersten Mal, Knocked Up, 2006; Superbad , 2007; Ananas Express, 2008) ist es gelungen, sich eine ganz eigene, von Nerds bevölkerte Nische zu schaffen. Regisseur und Drehbuchautor Ramis hat sich für Year One – Aller Anfang ist schwer Michael Cera (Juno, 2007; Nick und Norah, Soundtrack einer Nacht, 2008) aus dem Nerduniversum seines Koproduzenten geliehen und mit Genre-Superstar Jack Black (Nacho Libre, 2006; Tropic Thunder, 2008) vereint. Diese so disparate wie geballte Kömodien-Kraft staut sich nun im Nirgendwo zwischen teutonischem Urwald, lebensfeindlicher Wüste und römischer Provinz. Jäger Zed (Black) und Sammler Oh (Cera) kämpfen gegen ihre Versklavung, den drohenden Tod und andere Nichtigkeiten. Auf den ersten Blick ein gefundenes Fressen für einen Film mit einer guten Portion Keulen- und Sandalenklamauk. Doch was Year One tatsächlich sein will, bleibt unklar.

Year One - Aller Anfang ist schwer

Kain erschlägt Abel, in Sodom kopulieren leicht bekleidete Körper: in Year One wird auf vulgärbiblische Lesart Etliches verhackstückt und mit fäkalhumorigem Unterton serviert. Mit der offensichtlichen Parallele zu Terry Jones’ Das Leben des Brian (Life of Brian, 1979) liegt die Meßlatte hoch. Wenn Harold Ramis Szenen des Monty-Python-Klassikers wie die öffentliche Steinigung zitiert, fehlen ihm allerdings Wortwitz, Subversion und brachiale Blasphemie. Trotz seiner Obszönität schockiert das Witzarsenal an der Ekelfront wenig. Seit Verrückt nach Mary (There’s something about Mary, 1998) gehört Sperma im Haar zum guten Ton und Geschmack, bei Year One wird das ganze Arsenal der Körperflüssigkeiten bemüht, doch der einfallslos übers Gesicht rinnende Urin nötigt kaum noch ein Grinsen ab. Auch Trash will eben gelernt sein.

Year One - Aller Anfang ist schwer

Dafür sollen Jack Black und Michael Cera den Plot per Gesichtskino und physischer Präsenz tragen. Doch Cera pflegt sein jungenhaft zartes Antlitz möglichst regungslos zu präsentieren und auch Blacks uninspirierte Mimik reicht kaum an Leistungen wie in Michel Gondrys Abgedreht (Be Kind Rewind, 2007) heran. Hie und da springt die Kamera an seine präzis verzottelten Strähnen heran, um seinen vorsintflutlichen Gestank visuell einzufangen – mehr als aufgerissene Augen bringt er als Illustration seiner Figur leider nicht zustande.

So entpuppt sich Year One am Ende doch noch als homogenes Werk: Plot, Dialoge, Inszenierung der Figuren – Year One ist auf allen Ebenen eine lieblos inszenierte Komödie. Als Abenteuerfilm nahezu spannungslos, als Parodie einfallslos und als Trash zu ambitioniert und mainstreamglattgebügelt.

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