Winn-Dixie – Mein zotteliger Freund

Opal ist neu in der Kleinstadt Naomi und hat Schwierigkeiten, Freunde zu finden. Das ändert sich als ihr in Wayne Wangs Kinderbuchverfilmung ein zotteliger Hund zuläuft, den sie Winn-Dixie tauft.

Winn-Dixie – Mein zotteliger Freund

India Opal Buloni (AnnaSophia Robb) zieht mit ihrem Vater (Jeff Daniels), den sie den „Prediger“ nennt, in die unauffällige Kleinstadt Naomi. Der „Prediger“ ist eigentlich Pfarrer, ein Beruf, der die beiden des Öfteren zum Umzuziehen zwingt. So landen sie also im wunderlichen ländlichen Amerika, wo das Leben langsam vor sich hinzuplätschern scheint und wo das Gotteshaus gleichzeitig ein Lebensmittelladen sein kann. Aber Opal fällt es schwer, in Naomi Freunde zu finden und sich zu integrieren. Eines Tages läuft ihr in der örtlichen Filiale der Supermarktkette Winn-Dixie ein zotteliger Hund regelrecht zu. Sie gibt ihm den Namen Winn-Dixie und nimmt ihn – gegen alle Widerstände – bei sich auf. Mit Winn-Dixies Hilfe, darauf spielt auch der Originaltitel Because of Winn-Dixie an, lernt Opal schließlich Naomi und seine Einwohner kennen und schätzen.

Kinder-Hunde-Filme haben lange Tradition: von den Lassie-Variationen über die vielen Fernsehverfilmungen mit sprechenden Hunden bis zum neueren Sergeant Pepper (2004). Meist sind die Kinder schlauer als die Erwachsenen und die Hunde erweisen sich als treue Helfer. Fast immer sind die Vierbeiner niedlich und süß. Obwohl der Picardy-Schäferhund Winn-Dixie optisch eher einem Straßenköter gleicht, ist er natürlich auch entzückend liebenswert. Der Strubbelhund nimmt Opal quasi an die Pfote und führt sie zu den netten Menschen der Stadt. Vor allem aber dient er dem einsamen Mädchen als Zuhörer und zeigt ihr dadurch, was ihr und den Menschen in Naomi fehlt: Das Interesse am Anderen in einer unpersönlicher werdenden Welt.

Winn-Dixie – Mein zotteliger Freund

Wayne Wangs Film, der auf der Buchvorlage von Kate DiCamillo basiert, gibt sich auf den ersten Blick genretypisch. Aber Winn-Dixie wagt noch einen tieferen Blick. In langen Dialogen werden Themen behandelt, die eher selten in Kinderfilmen diskutiert werden. So erzählt die vermeintliche Hexe Gloria (Cicely Tyson) Opal von ihrem Alkoholismus, dem sie in einem voller Flaschen behängten Baum ein mahnendes Denkmal gesetzt hat. Bekannte Motive wie Verlust und Einsamkeit wiederum finden sich nicht nur im Charakter Opals, sondern ziehen sich durch alle Figuren. Wang nutzt dies dazu den individuellen Umgang mit den Emotionen aus verschiedenen Perspektiven zu zeigen. Dabei entsteht das Portrait einer Kleinstadt, deren Bewohner voneinander kaum etwas wissen.

Der Regisseur, der unter anderem für Smoke (1995) und Manhattan Love Story (Maid in Manhattan, 2002) verantwortlich zeichnete, verlässt sich wie bei seinen vorigen Werken auf seine Schauspieler. In Winn-Dixie versammelt er unter anderem den vielseitigen Jeff Daniels, Emmy-Preisträgerin Cicely Tyson und Hollywood-Altstar Eva Marie Saint vor der Kamera. Aber es ist vor allem AnnaSophia Robb, die zurzeit ebenfalls in Charlie und die Schokoladenfabrik (Charlie and the Chocolate Factory, 2005) zu sehen ist, die ihrem Charakter mit natürlichem Spiel Ausdruck verleiht und die den Film trägt.

Winn-Dixie – Mein zotteliger Freund

Um ihre Figur Opal herum präsentiert Wang eine authentische Welt, in der die Kleinstädter ganz normal, nicht besonders außergewöhnlich, eben brav und nett sein dürfen. Ein wenig exzentrisch sind nur die Außenseiter wie die blinde Gloria oder die Bibliothekarin Miss Franny (Eva Marie Saint) und natürlich der stille Tierhandlungsverkäufer und Liedermacher Otis, gespielt vom Musiker Dave Matthews. Sie alle lernt Opal im Laufe des Films besser kennen. Und mit jedem neuen Gespräch, jeder Erfahrung, wird auch das Leben in Naomi farbenreicher. Das abschließende bunte Gartenfest mit der kleinen Gesellschaft, die zur Gemeinschaft reift, und die anschließende Suche nach dem entschwundenen Winn-Dixie im strömenden Regen, der Vater und Tochter einander wieder näher bringt, ist allerdings ein bisschen zu viel des Guten. Es scheint als wolle der Regisseur die moralische Botschaft am Ende noch einmal mit aller Macht hervorheben. Dabei wäre das gar nicht nötig. Winn-Dixie – Mein zotteliger Freund hat sie bereits vorher anschaulich gemacht: Einander Zuhören, sich für den Anderen interessieren und daraus eine Gemeinschaft bilden, aus der Stärke erwachsen kann.

Trailer zu „Winn-Dixie – Mein zotteliger Freund“


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