When Night Falls

Ein Film über die Komplexität des Lebens in der chinesischen Diktatur. 

When Night Falls 01

Der südkoreanisch-chinesische Beitrag When Night Falls (Wo hai you hua yao shuo) von Liang Ying (produziert vom südkoreanischen Filmfestival Jeonju) gehörte zu den auffälligen Filmen im internationalen Wettbewerb von Locarno, und setzt auf einen subjektiven Off-Kommentar. Es ist ein aufrüttelndes Werk, das aus seinem Anliegen keinen Hehl macht, als Dramatisierung eines wahren Vorfalls auf Missstände in Chinas Justiz hinzuweisen. Nachdem ein junger Mann in Shanghai wegen eines ungenehmigten Zweirads von Polizisten verprügelt wurde, rächt er sich und tötet sechs Polizeibeamte auf der Station. Jingmei Wang (An Nai) möchte im Prozess für ihren Sohn aussagen, wird daran aber gehindert, indem sie mehrere Monate in einer Nervenheilanstalt eingesperrt wird. Mit Archivfotos und einer Rekapitulation der Fakten steigt When Night Falls ein, um dann doch eine sehr persönliche, bisweilen intime Schlagrichtung zu wählen. Es ist ein Film über die Komplexität des Lebens in der chinesischen Diktatur. Stromausfälle, helfende Nachbarn, berechtigte Paranoia. Kampf und Resignation. Trotz seiner aufklärerischen Mission heuchelt Liang Ying keinen Überblick vor. Analytisch ist sein Werk vor allem in der Konfrontation von Eindeutigkeit und Unklarheit, von Subjektivität und offenen Fragen. Und wer sich hineinziehen lässt, wird dann auch noch mit einer Reise in die Psyche der Mutter belohnt und darf die unheimliche Kraft der Ohnmacht erleben. Von wegen analytische Filme hätten keine emotionale Wucht.

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