Vielleicht, vielleicht auch nicht

Vor dem Hintergrund von Bill Clintons Amtsperiode erzählt diese romantische Komödie von einem jungen Journalisten, der sich zwischen drei Frauen entscheiden muss.

Vielleicht, vielleicht auch nicht

Nichts ahnend holt Will Hayes (Ryan Reynolds) seine neunjährige Tochter Maya (Abigail Breslin) von der Schule ab und muss mit Schrecken feststellen, dass sie gerade die erste Stunde Sexualkunde hinter sich hat. Statt ihren allein erziehenden Vater mit Fragen nach unangenehmen Details zu quälen, will Maya aber nur wissen, wer ihre leibliche Mutter ist. Also entscheidet sich Will dafür, seiner Tochter die ganze komplizierte Vorgeschichte ihrer Zeugung zu erzählen.

In Vielleicht, vielleicht auch nicht (Definitely Maybe) nimmt Regisseur Adam Brooks diese Situation als Auslöser, um die eigentliche Handlung des Films in Form einer langen Rückblende zu präsentieren. Darin zeigt Brooks wie Will von der Provinz ins New York der frühen neunziger Jahre zieht, um als Wahlhelfer für Bill Clinton zu arbeiten und in den folgenden Jahren abwechselnd Affären mit den drei Frauen Emily, Summer und April hat.

Vielleicht, vielleicht auch nicht

Brooks wählt für seine Geschichte einen durchaus interessanten Ansatz, in dem er die Liebeswirren seines Protagonisten im Kontext amerikanischer Innenpolitik beleuchtet. Neben Seitenhieben auf vergangene Begebenheiten wie den ersten großen Fernsehauftritt von George W. Bush, der von den Figuren des Films nur müde belächelt wird, dienen politische Ereignisse vor allem dazu, die Geschichte voran zu treiben. Nachdem Will nur um Clinton zu unterstützen nach New York gezogen ist und bei der Wahlkampfarbeit April kennenlernt, kommen sie nach jahrelanger Trennung ausgerechnet anlässlich der Lewinsky-Affäre wieder zusammen. Als Will später für einen fiktiven Bürgermeister arbeitet, wird dessen schmutzige Vergangenheit von Wills Freundin Summer aufgedeckt und dies führt zur Trennung des Paares.

Mit der Gegenüberstellung von politischen und privaten Krisen tritt Brooks allerdings keine Reflexion über die Verbindung von Politik und Liebe los, sondern benutzt die politischen Ereignisse ausschließlich als dramaturgische Mittel. Denn letztendlich handelt Vielleicht, vielleicht auch nicht wie die meisten Romantic Comedys hauptsächlich vom Suchen und nach zahlreichen Hindernissen auch Finden der wahren Liebe und unterscheidet sich durch seine routinierte Inszenierung und die Vorliebe für Archetypen und Klischees nicht vom Großteil üblicher Genreproduktionen. Was den Einstieg in den Film jedoch massiv erschwert sind die beiden völlig unsympathischen Hauptfiguren. Einem gelackten, langweiligen Spießer wie Will wünscht man eben nicht das große Glück in der Liebe und seine Tochter Maya entpuppt sich schon nach kurzer Zeit als reines Drehbuchkonstrukt. Ein altkluges, ständig die Wimpern aufschlagendes Kind in einer Erwachsenenrolle wirkt nicht nur überaus künstlich, sondern auf Dauer auch anstrengend.

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Kommentare


Marcel

War am vergangenen Montag in der Sneak und hab "Vielleicht, vielleicht auch nicht" gesehen. Muss sagen, dass der Film einer der schlechtesten Filme war, die ich in den letzten Jahren im Kino gesehen habe! Wirklich nicht zu empfehlen! Zum Schluss wurde sogar der halbe Kinosaal unruhig, weil der Film so langweilig wurde! Mein Tipp: FINGER WEG


Martin Z.

Der deutsche Titel ist genauso gut, wie der des Originals. Er verweist bereits auf den Inhalt der luftig-leichten Liebeskomödie um Vater Ryan Reynolds, der seiner zwölfjährigen Tochter eine Geschichte in Form eines Liebesrätsels erzählt, um die Frage zu beantworten ’Wer ist deine Mutter?’ Da stehen drei zur Auswahl. Die Zuschauer und die altkluge Tochter Maya (Abigail Breslin) raten mit. Sie berät ihren Vater in besagten Liebesfragen kompetent. Achtung Komik!
Es gibt durchaus mitunter recht flotte Szenen und ab und zu blitzt auch ein Scherz auf, aber dazwischen gibt es viel So-la-la und manche Längen. Zeitgeschichtlich gelingt die Einordnung in die Clinton-Lewinsky Affäre - auch hier wurde gerätselt ’Hat er oder hat er nicht?’ Die in Frage kommenden Mädels tauchen immer wieder mal unter und dann wieder auf, bis sich eine Lösung anbietet. Das ist nett vorbereitet, dass am Ende die Literatur (’Jane Eyre’) als Liebesbeweis von Isla Fisher akzeptiert wird.
So kann man auch dem romantischen Happy End zustimmen.
Kevin Klein hat eine kleine aber eindrucksvolle Rolle und die Zuschauer könnten sich am Ende fragen, woran es wohl lag, dass fast alle dieser hübschen, netten, intelligenten Frauen (Elizabeth Banks oder Rachel Weisz) nicht bei dem gut aussehenden, netten intelligenten Vater geblieben sind?






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