Urmel aus dem Eis

Fast vierzig Jahre nachdem der Kinderbuchautor Max Kruse den kleinen Dino mit Namen Urmel erschuf, erhält die Geschichte endlich eine aufwändige Kino-Umsetzung in schicker CGI-Optik.

Urmel aus dem Eis

Mit dem Siegeszug der CGI (Computer Generated Imagery)-Technik durchlebte das Animationskino in den zurückliegenden zehn Jahren eine wahre Revolution. Diese machte auch vor Disneys traditionsreichen Zeichentrickstudios nicht halt. Weil die kommerziellen Erfolge zunehmend ausblieben, soll die Abteilung demnächst endgültig geschlossen werden. Auch deutsche Trickfilmer mischen seit Back to Gaya (2004) in der Liga der komplett CGI-animierten Familienunterhaltung mit. Back to Gaya-Regisseur Holger Tappe, dessen Kreativteam von Ambient Entertainment und der Produzent Reinhard Klooss wagten sich mit Urmel aus dem Eis an die mittlerweile zu einem Kinderbuchklassiker geadelte Erzählung von Max Kruse. Darin werden die tierischen Bewohner der malerischen Vulkaninsel Titiwu von einem an den Strand gespülten Eisberg überrascht, der ein urzeitliches Ei in sich trägt.

Kruse erdachte bereits Ende der 60er Jahre den über alle Altersklassen populären kleinen Dinosaurier mit dem einprägsamen Namen. Nach den legendären Aufführungen der Augsburger Puppenkiste, einer 26-teiligen Zeichentrickserie und mehreren Hörbüchern hat das Urmel anno 2006 den Sprung auf die große Leinwand geschafft. Selbstredend fehlt dem Film in seiner penibel bis in die letzte Textur gerenderten Optik der Charme des bis heute unübertroffenen Marionettentheaters. Daran mögen sich aber vermutlich nur die Erziehungsberechtigten der jungen Kinogänger stören. Für Kinder, deren filmische Sozialisation mit Findet Nemo (Finding Nemo, 2003) und Shrek (2001) begann, ist die Verpackung absolut zeitgemäß. Eher schon könnten sie davon gelangweilt sein, dass der exotische Schauplatz frappierend an den letztjährigen Dreamworks-Erfolg Madagascar (2005) erinnert.

Urmel aus dem Eis

Tappe und Klooss gehen einer Anbiederung an eine angeblich moderne Jugendkultur, wie sie zuletzt in Asterix und die Wikinger (Astérix et les Vikings, 2006) über peinlich verkrampfte Ideen gescheitert ist, zumeist aus dem Weg. Dabei zielt ihre Adaption klar auf die Kleinsten ab. Subversive Pointen oder selbstreferentielle Anspielungen an Pop- und Kinokultur, die auch ältere Semester zum Schmunzeln bringen können, reduzieren sich auf eine Tanzeinlage im „I Can’t Dance“-Stil. Stattdessen lebt Urmel von seinem sicheren Umgang mit einem kindgerechten Humor und der unangestrengten Integration zeitloser Themen. Wenn das immer auf eine solch unterhaltsame Weise ohne aufdringliche pädagogische Intentionen geschehen würde, müssten wir uns um eine neue Generation passionierter Kinogänger vermutlich keine Sorgen mehr machen.

Kommentare


Susi

Der film ist echt miiiiieeeeeep =)
nein der silm is echt lustig
ps: öfföff xDD






Kommentare der Nutzer geben nur deren Meinung wieder. Durch das Schreiben eines Kommentars stimmen sie unseren Regeln zu.