Unstoppable - Ausser Kontrolle

In seinem neuen Film übt sich Tony Scott zumindest teilweise in Understatement. Zwei Working Class Heroes versuchen, einen führerlosen, mit giftigen Chemikalien bepackten Güterzug zu bremsen.

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Zum zweiten Mal in Folge – nach Die Entführung der U-Bahn Pelham 123 (The Taking of Pelham 123, 2009) – widmet sich Tony Scott einem außer Kontrolle geratenen Zug und besetzt die Hauptrolle erneut mit Denzel Washington. Der Antagonist in Unstoppable – Außer Kontrolle (Unstoppable) ist diesmal allerdings kein Geiselnehmer, sondern ein durch menschliches Versagen führerloser Güterzug „von der Länge des Chrysler Buildings“, der, bepackt mit giftigen Chemikalien, auf ein dicht besiedeltes Wohngebiet zurast.

Hinter diesem vordergründigen Actionplot, der frei auf Ereignissen aus dem Jahr 2001 basiert, verbirgt sich in Ansätzen noch ein klassisches Buddy Movie über die aufkeimende Freundschaft zweier unterschiedlicher Charaktere. Ein alternder Zugführer (Washington) bekommt einen neuen, sehr viel jüngeren Kollegen (Chris Pine) zugeteilt. Das Verhältnis steht zunächst unter einem denkbar schlechten Stern, weil die alten Arbeiter zunehmend von den jungen verdrängt werden. Bald finden die zwei Männer aber einen gemeinsamen Nenner. Beide leiden nicht nur unter familiären Problemen, sondern wollen auch, trotz des Verbotes ihres Vorgesetzten, den Geisterzug im Alleingang aufhalten.

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Tony Scott hat zweifellos eine spezifische Ästhetik geprägt, die sich, neben seinen Produktionen (zuletzt Das A-Team – Der Film) auch allgemein im zeitgenössischen Actionkino wiederfindet (etwa in der Fast and Furious-Reihe, 2001–2009). Diese gelackte Hochgeschwindigkeitsinszenierung funktioniert nach einem recht einfachen Rezept: hektische Kameraführung, rasante Zooms, eine hohe Schnittfrequenz und ein lärmender Soundtrack. Es ist eine Ästhetik, die Scott souverän beherrscht, die sich in den Filmen aber auch ständig in den Vordergrund drängt.

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Geschwindigkeit ist in Unstoppable ein inflationär eingesetztes Stilmittel. Damit sich Spannung entwickeln kann, braucht es aber auch Zeit. Die gönnt Scott seinem Zuschauer jedoch an keiner Stelle, stattdessen hastet er von einem Schauplatz zum nächsten – von den beiden Helden zum Güterzug, zur Rangierzentrale und deren Leiterin (Rosario Dawson) bis zu den Fernsehbildern, die als weitere Erzählebene dienen und spektakuläre Szenen, wie in einer Sportberichterstattung, wiederholen. Die Vorgeschichte seiner Protagonisten wird in einem kurzen Wortwechsel, kurz bevor sie sich ins Gefecht stürzen, abgehakt.

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Die meiste Zeit über gibt die Inszenierung ein Tempo vor, mit dem die Handlung nicht mithalten kann. Für einen Film von Tony Scott verfügt Unstoppable über eine auffällig simple, action- und katastrophenarme Geschichte. Gerade deshalb hätte man mehr aus den Figuren, ihrer Beziehung untereinander oder der Arbeiterthematik herausholen können. So bleibt es ein dünner Plot in einer unverhältnismäßig aufgeblasenen Inszenierung.

Trailer zu „Unstoppable - Ausser Kontrolle“


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Kommentare


Gerry

Nicht der absolute Superfilm aber dennoch um Längen besser als Pelham123. Es wird kontinuierlich Spannung aufgebaut, auch von Denzel Washington gibt´s nix neues zu berichten, und alles geht natürlich gut aus. Soll ja ein Tatsachenfilm sein, also Friede, Freude Eierkuchen zum Schluss Hollywoodmäßig in Szene gesetzt. Alles in allem: Sehenswert.






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