Underworld: Evolution

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Die Fortsetzung der Geschichte um die Vampirkriegerin Selene – wie immer im hautengen Latexanzug – bringt noch mehr Vampire mit Superkräften ins Spiel, beachtet die Werwölfe aber leider viel zu wenig.

Underworld: Evolution

In sanguine veritas – „Im Blut liegt die Wahrheit“ – könnte Underworld: Evolution als Motto voranstehen, denn mit schöner Regelmäßigkeit trinken die vampirischen Protagonisten hier am Hals anderer, gerne auch das ihrer Mitvampire, weil sie so an die im Blut enthaltenen unverfälschten Erinnerungen der Anderen gelangen. Die Methode ist zuverlässiger als jedes Verhör und meistens tödlich; wir müssen uns den Vampir als einen Wissensdurstigen vorstellen.

Dass Blut nicht mehr nur als Nahrung, sondern auch als Informationsträger dient, ist ein Beispiel dafür, wie angenehm entspannt und sehr eklektisch Underworld: Evolution – in dieser Hinsicht dem Vorgänger Underworld von 2003 und natürlich der offensichtlichen Inspirationsquelle, den inzwischen drei Blade-Filmen (1998-2004), ähnlich – mit der bestehenden Vampirmythologie umgeht. Außer einer gewissen Lichtscheu scheint da nicht viel geblieben zu sein; leider ist auch das aristokratische Gehabe, das die Blutsauger in Underworld noch zeigten, auf der Strecke geblieben.

Underworld: Evolution

Das mag daran liegen, dass der proletarische Gegenpol zu den Vampiren, die Werwölfe (hier „Lycans“ genannt) in Underworld: Evolution kaum mehr eine Rolle spielen. Das ist bedauerlich, denn die Handlungsprämisse von Underworld – ein noch in unserer Gegenwart tobender jahrhundertealter Krieg zwischen Vampiren und Lycans – sorgte für einige hübsche Feuergefechte, und das Drehbuch ließ lange Zeit offen, wem Selene (Kate Beckinsale), die schießfreudige Heldin im engen Latexkostüm, ihr Vertrauen schenken durfte.

Selene deckte eine Verschwörung auf, die den Krieg verlängern und seine wahren Ursachen verschleiern sollte; zu Beginn des zweiten Films ist sie deshalb mit ihrem Lover, dem Vampir-Lycan-Hybriden Michael (Scott Speedman) auf der Flucht. Der wiedererwachte Vampir-Stammvater Marcus (Tony Curran) verkompliziert die Sache, weil er unbedingt seinen Werwolfbruder William (Brian Steele) aus dessen Verbannung befreien möchte.

Underworld: Evolution

Die Details der vampirischen Machtpolitik geraten schnell zu einem rechten Kuddelmuddel, spielen aber auch keine wirkliche Rolle, weil nach einem nur kurzen Zeitraum der Unsicherheit die Rollen von Gut und Böse klar vergeben sind und keine weiteren Überraschungen folgen. Bis zum Showdown in einem sehr großen, leeren Gewölbe reihen sich Verfolgungsjagden und Scharmützel aneinander; wer braucht schon eine komplexe Handlung, wenn es auch hektische Schauplatzwechsel und kräftiges Kawumms tun?

Regisseur Len Wiseman, der ebenso wie Autor Danny McBride schon beim ersten Film dabei war, tut einiges dafür, seinen Film hochwertig trashig aussehen zu lassen. Körperteile und -flüssigkeiten fliegen, als müsse der Film noch einmal beweisen, dass das Splatterkino längst im Mainstream angekommen ist, und natürlich erfahren wir, was Kate Beckinsale unter ihrem Latexoutfit trägt (wenig).

Underworld: Evolution

Die eher peinliche Entkleidungsszene mit anschließendem Rumkuscheln ist der einzige Moment des Films, der nicht Stahlblau eingefärbt worden ist. Was in den Häuserschluchten von Underworld noch als von Matrix (The Matrix, 1999) geklautes Stilmittel durchging, wird in den endlosen Wäldern, durch die Selene und Michael fliehen, schnell eher nervend.

Underworld: Evolution gelingt es leider nicht einmal, die Schwächen des Drehbuchs durch besonders spannende Actionszenen oder einen wirklich originellen Umgang mit dem Vampirmythos abzufedern; die Werwölfe verschwinden fast ganz aus dem Blickfeld. Eingefleischte Vampir- oder Kate-Beckinsale-Fans mögen vielleicht dennoch die Hoffnung nicht aufgeben: Natürlich ist das Ende offen und eine Fortsetzung vielleicht schon in Planung. Bis dahin sollte man der Story noch ein bißchen Zeit lassen, damit sie brav evolutionär an hübschem Ideengefieder gewinnt. Vielleicht bekommt man dann auch etwas mehr Farbe zu sehen.

 

Filmkritik von Rochus Wolff

Veröffentlicht am 01.03.2006

Kommentare zu Underworld: Evolution

Carlos 10.03.2006 01:34

Die Kritik des Herrn Wolff mal beiseite genommen, bin ich bei dem zweiten Teil der Trilogie
Underworld dieses Mal wenigstens
nicht im Kino eingeschlafen.
Ist halt nicht mehr als Popcorn.
Und manchmal ist pure Unterhaltung ohne nerviges Denken müssen nicht das Schlechteste.
Jedenfalls an einem Sonntag.

Cherek 13.03.2006 15:35

Abgesehn von der recht beschaulichen Kate Beckinsale ist der Film zwar ohne sonderlichen Tiefgang , doch die bewährte Blaufilteroptik sorgt auch im zweiten Teil für die passende finstere Atmosphäre.

Steff 17.03.2006 10:06

Ich finde den Film super toll gemacht, aber die einen Sexszenen, hätte man vielleicht aussparren können, mich interessierts überhaupt nicht wie die leute nackt aussehen,besonders , wenn man mit dem Freund dorthin geht.

sana 08.05.2006 00:13

naja zum glück sind geschmäcker verschieden.^^
mir jedenfalls gefiehl der film ausgesprochen gut.
und wegen dem bisschen nackte haut muss man auch nicht gleich wegschauen.
wenn dann eher hinschauen ^^

Danny 25.07.2006 13:48

Also ich habe mir den 2 Teil von Underworld auch direkt bei der Premiere des Filmes im Kino angesehen, da ich den ersten Teil schon richtig gut fand!
Dem 2 Teil merkt man doch deutlich an, dass die Producer doch noch mehr Geld in die Specialeffekte und Ausstattung investiert haben!!Der Film schlägt den ersten noch um einiges...,wer den ersten Teil also gut fand wird den 2 lieben!!!
Vertraut mir einfach ;)

Viel Spass noch weiterhin...

Thorsten 22.08.2006 08:58

Also ich könnte stundenlang zusehen, wie Kate Beckinsale durch endlose Wälder rennt.... ;-)

Michi 11.10.2006 11:21

Also ich find den Film Hammermäßig, genauso wie den ersten Teil, hoff es kommt noch ein dritter Teil sieht aber ganz danach aus ;)

Ach die Kate ;)

Nico 13.12.2006 17:01

also ich gebe allen nur recht der film geht nur ab und wer denn 1 echt gut fand muss sich denn 2 erstrecht reinziehen

Jungletweak 06.01.2007 19:34

Der erste Film wo Gewalt langweilig wird.

Kalle 14.01.2007 18:17

Leider ist der Film nur FSK 16.
Das Turnt ab.

break 15.03.2007 16:41

Also ich war vom ersten Teil auch begeistert. Aber der Zweite schlägt dem Fass den Boden aus bei seiner Stumpfsinnigkeit. Ich hasse ihn. So öde >_>
Und ausserdem fehlen mir die süssen Werwölfe... die ham als einzige gerockt...dumme Vamps... tsetsetse...

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DVD von Underworld: Evolution

 

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Film-Angaben

Titel: Underworld: Evolution

USA 2006

Laufzeit: 108 Minuten

 

Regie: Len Wiseman

Drehbuch: Danny McBride

Produktion: Tom Rosenberg, Gary Lucchesi, Richard Wright

Darsteller: Kate Beckinsale, Scott Speedman, Tony Curran, Michael Sheen, Shane Brolly, Steven Mackintosh, Derek Jacobi

 

Kinostart: 02.03.2006

 

DVD-Angaben

Titel: Underworld 2: Evolution

Vertrieb: Sony Pictures

Bild: 2,40:1, 16:9

Sprache(n): Deutsch (DD 5.1), Englisch (DD 5.1)

Untertitel: Deutsch, Englisch, Türkisch

Altersfreigabe: ab 16 Jahren

Spieldauer: 102 Minuten

 

Extras: Filmkommentare: Len Wiseman, Nicolas De Toth, Patrick Tatopoulos, Brad Martin; Filmdokumentationen: Vom Drehbuch auf die Leinwand, Die Hybrid Theorie, Making Monsters, Stunts, Produktionsdesign, Musik & Sound; Musikvideo; Trailer

 

Verleih ab: 05.09.2006

Verkauf ab: 05.09.2006

 

Weitere Filme

... von Len Wiseman

Stirb Langsam 4.0
USA 2007
Mit Bruce Willis, Justin Long, Timothy Olyphant

... mit Kate Beckinsale

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Von Måns Mårlind, Björn Stein

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Von Nimród Antal

... mit Scott Speedman

Underworld Awakening
USA 2012
Von Måns Mårlind, Björn Stein

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Kanada, Italien 2010
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Kanada 2008
Von Atom Egoyan

 

Copyright Underworld: Evolution

Fotos: © Sony Pictures

 

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