UmdeinLeben

Gesine Danckwarts Leinwanddebüt über Einsamkeit und Verzweiflung in der Großstadt will einen tiefen Einblick in das Innerste der Figuren gewähren und verliert sich dabei in seiner elliptischen Form.

UmdeinLeben

Ein leerer weißer Raum. Sechs Frauen mittleren Alters treten abwechselnd ins Bild. Sie philosophieren über das Leben, ihr Leben. Verloren in der anonymen Welt der Großstadt, von niemandem beachtet, von niemandem geliebt. Aber das soll sich nun ändern: Gesine Danckwart schenkt den einsamen Seelen und ihrem alltäglichen Wahnsinn einen weißen Raum in dem sie anhand elliptischer Vorträge ihre Probleme darbieten dürfen – und davon haben sie genug.

UmdeinLeben

HB (Caroline Peters) fährt im Taxi durch die Straßen anonymer Städte. Der Kontakt zur Außenwelt erfolgt ausschließlich über ihre zwei bis fünf Handys. Sie ist verwirrt, hektisch, überfordert, verzweifelt. Diamant Oil (Kathi Angerer) philosophiert in ihrer kleinen Bar. Über das Leben. Die Einsamkeit. Die Zukunft. Emske (Anne Ratte-Polle) sucht einen Job. Liegt auf ihrer Terrasse. Hohe Betonmauern schotten sie von der Außenwelt ab. Sie springt gegen Wände. Erst im Flur ihres Hauses, dann in dem weißen Raum, ihrer Bühne. Die Versuche sehen so unbeholfen aus, dass man sie befreien möchte, wegholen von der Kamera, vor der sie sich so unwohl zu fühlen scheint. Auch die restlichen drei Frauen suchen ihren Platz in der Welt. Beachtung durch Erniedrigung. Fremdschämen vorprogrammiert.

Die bisher am Theater tätige Gesine Danckwart will mit UmdeinLeben etwas Neues ausprobieren. Eine radikal unkonventionelle, avantgardistische Filmsprache entwickeln. Dabei zeigt sie sich stets bemüht, das Stilmittel der Verkürzung konsequent durchzuhalten, und es gelingt ihr: leider. Krampfhaft. Konzept ohne Kunst.

UmdeinLeben

In UmdeinLeben ist vor allem die Hysterie dauerpräsent: in Form von gequälten Gesichtern oder dem eingesprochenen Gedankenfluss der Charaktere. Immer wieder tauchen die Protagonistinnen in dem weißen Raum auf, sprechen mit dem Zuschauer. Der wird unfreiwillig zur einzigen Bezugsperson und kann nicht umhin zuzuhören. Die ständige Darstellung der Verzweiflung, der Einsamkeit, der Unzufriedenheit in allen erdenklichen Formen ist in ihrer Redundanz kaum zu ertragen. Am Ende kann man sich dann immerhin mit den Figuren identifizieren: Am Rande eines Nervenzusammenbruchs verlässt man das Kino und fühlt sich überfordert, zumindest von der fiktiven Welt und der von den Filmemachern als solche bezeichneten 'Kunst des negativen Denkens'.

Trailer zu „UmdeinLeben“


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