U-900

Auf der Suche nach neuen Herausforderungen, wird die Comedy-erprobte Figur des Atze Schröder von Regisseur Sven Unterwaldt kurzerhand auf ein U-Boot versetzt. Hinzu fügt man ein Ensemble populärer Schauspieler und ein paar beeindruckende Panoramaaufnahmen, fertig ist der avisierte deutsche Mainstream-Erfolg.

U-900

Was ist von einem Film zu erwarten der eine Hommage an den großen Wolfgang-Petersen-Klassiker Das Boot (1981) zu sein vorgibt und gleichzeitig Atze Schröder in der Hauptrolle hat? Atze ist einer der bekanntesten Comedians in Deutschland und hat für seine Show Alles Atze (1999-2006) bereits Prämien wie den Deutschen Fernsehpreis und den Comedypreis gewonnen. Diese Fernsehproduktion wurde von Regisseur Sven Unterwaldt begleitet, der mit Atze auch schon 7 Zwerge (2004) gedreht hat und nun den teuer produzierten U 900 auf die Leinwand bringt.

Die Story ist ihrem Hauptdarsteller gerecht gestaltet und ziemlich skurril. Kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs entführt Atze mit seinem jüdischen Freund Samuel (Oliver Wnuk) und einer Schauspielerin mit Berufsverbot ( Yvonne Catterfeld) ein deutsches U-Boot in geheimer Mission. Dabei meistert Atze in 200 Meter Tiefe die Durchfahrt durch die so genannte Poseidon Spalte in Gibraltar, lenkt den Kurs statt nach Warnemünde auf New York und macht schließlich aus dem unwissend auf dem Weg gestohlenen heiligen Gral die erste Fritteuse. Dabei ist er auf der Flucht vor den Nazis und muss die Sympathie der ihm zurecht misstrauenden Mannschaft für sich gewinnen.

U-900

Die allzu bekannten Gags von Atze, ob es nun die Flucht aus dem Schlafzimmer der Generals-Frau im Leoparden-Tanga oder ein Tänzchen im afrikanischem Strohrock auf dem U-Boot-Deck ist, halten sich in annehmbaren Grenzen und stehen dem dramaturgischen Aufbau der Geschichte nicht im Wege. Im Vergleich zu Sven Unterwaldts letztem Film [filmid: 671]7 Zwerge – Der Wald ist nicht genug (2006) geht U 900 über eine reine Nummernrevue hinaus.

Aufwändig produziert und im Look eines Hollywood Epos verpackt, versucht sich Atze Schröders Leinwandpremiere ganz dezidiert als Cinemascope-Abenteuer von TV-Formaten abzusetzen.
Verstärkt wird dieser Eindruck vor allem durch beeindruckende Panorama-Aufnahmen, die sowohl im Studio als auch an Drehorten in Rom und Malta entstanden sind, und durch die stimmungsreiche Orchestermusik.

Die vermeintliche Hommage an Petersens Klassiker geht dabei nicht weit über die aufwändig gedrehten Aufnahmen im Inneren des Bootes und das Aufgreifen der Figurenkonstellation hinaus.

U-900

In der aufwändigen Hochglanz-Verpackung steckt inhaltlich trotz aller Mühe jede Menge Trash. Atze Schröder bleibt sich und den Erwartungen seiner Fans treu. Die Klischees stimmen: Nazis sind Bösewichte, über die man sich lustig macht, Atze ein freundlicher Gauner, der mit dummen Sprüchen alle Sympathien für sich gewinnt.
Für alle anderen mag die Geschichte nicht nur nett verpackt, sondern auch recht kurzweilig sein - witzig ist sie deshalb noch lange nicht.

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