Tristan & Isolde

Die alte keltische Sage um die Königstocher Isolde und den tapferen Ritter Tristan wurde erneut für das Kino entdeckt. James Franco und Sophia Myles sollen dieses Mal ein vornehmlich junges Publikum ansprechen.

Tristan & Isolde

Wie gesellschaftliche Zwänge und ideologische Verhärtungen eine Beziehung zerstören können, war erst kürzlich in dem preisgekrönten Drama Brokeback Mountain (2005) zu erfahren. Die richtige Liebe in den falschen Zeiten endet meistens tragisch, wahrlich keine neue Erkenntnis. Auch bei Tristan & Isolde steht der Status quo dem Glück zweier junger Liebender im Wege. Kevin Reynolds, wagte sich an eine Neuverfilmung des klassischen ursprünglich keltischen Sagenstoffes, wobei er und sein Drehbuchautor Dean Georgaris auf die übernatürlichen Elemente des Mythos verzichteten. Ein Liebestrank muss nicht bemüht werden, um das Feuer zwischen Tristan (James Franco) und Isolde (Sophia Myles) zu entfachen.

Nach dem Ende der römischen Besatzung Britanniens brechen die unterdrückten Rivalitäten zwischen den einzelnen englischen Stämmen wieder auf. Es kämpfen Angeln gegen Skoten, Waliser gegen Sachsen. Niemand will den Anspruch eines der anderen Stämme auf den Thron akzeptieren. Die Iren unter ihrem König Donnchadh (David O’Hara) machen sich diese Zerstrittenheit zu Nutze. Sie herrschen weitgehend ungefährdet über weite Teile der Insel, brutal und rücksichtslos. Einer der Stammesfürsten, Lord Marke (Rufus Sewell), organisiert mit einigen seiner Männer einen Hinterhalt. Bei der anschließenden Schlacht wird der junge Ritter Tristan, Lord Markes Adoptivsohn, schwer verwundet und fälschlicherweise für tot erklärt. Er erhält eine standesgemäße Bestattung, in dem sein angeblicher Leichnam auf einem kleinen Schiff dem Meer überlassen wird. Dieses treibt bis an die irische Küste, wo Donnchadhs Tochter Isolde ihn findet und gesund pflegt. Es kommt, wie es kommen musste. Die beiden Königskinder verlieben sich in einander.

Tristan & Isolde

Damit ist das Fundament für eine tragische Liebesbeziehung gelebt, ausgekleidet mit viel vor-mittelalterlichem Chic. Ritterspiele, Burgfeste, marodierende kriegerische Banden, Reynolds inszeniert die Sage als Reminiszenz an seine eigene filmische Vergangenheit, als Rückgriff auf Bilder und Szenen aus Robin Hood - König der Diebe (Robin Hood: Prince of Thieves, 1991). Zwischen zahlreichen blutigen Kämpfen entwickelt der Film in zumeist äußerst gestelzt klingenden Dialogen eine oberflächliche Romantik, die des Öfteren in simple Gefühlsduselei abdriftet. Die hieraus resultierende unfreiwillige Komik nimmt der Geschichte ihre emotionale Wucht, mit dem Ergebnis, dass die Anteilnahme am Schicksal der Liebenden weitestgehend auf ein Mindestmaß reduziert bleibt. Hier machen sich offenkundig neben Drehbuchschwächen auch Fehler in der Besetzung und Schauspielführung bemerkbar. James Franco legt seine Figur viel zu platt an, als dass man ihm seine Rolle abnehmen würde. Entweder knirscht der durchtrainierte Beau wutentbrannt mit den Zähnen oder ihm stehen beim Anblick seiner liebreizenden Isolde die Tränen in den Augen. Emotionen zwischen diesen beiden Extremen haben Seltenheitswert.

Komplimente gilt es dafür an die Set-Designer zu verteilen. Das England des dunklen Zeitalters erschien selten so real. Die Behausungen wirken baufällig und heruntergekommen, die Kleider zweckmäßig und stets etwas verdreckt. Keine Spur von einer Disneyland-Pappkulisse oder verschnörkelten Märchenschlossfantasien. Leider weiß Reynolds diese bin ins kleinste Detail präparierte Bühne nicht zu nutzen. Seine Version der Tristan und Isolde-Sage wagt sich über ein jederzeit berechenbares Liebesdrama nie hinaus. Besonders stößt die schlichte Gut/Böse-Einteilung der einzelnen Charaktere auf. Die meisten Iren müssen als sadistische Unterdrücker herhalten, während die Engländer in den Kämpfen über ihre Tapferkeit und Kameradschaft heroisiert werden. Die Tatsache, dass sich jede Figur mittels weniger Attribute wie „treusorgend“, „missgünstig“ oder „intrigant“ umschreiben lässt, zeigt, wo die größten Defitzite dieser Neuverfilmung liegen.

Tristan & Isolde

Überhaupt mangelt es Tristan & Isolde an Ideen, auch was die filmische Umsetzung der keltischen Legende angeht. Viele interessante Aspekte bleiben bereits in Ansätzen stecken. Die anfangs mittels mehrerer Totalen eingefangene durchaus reizvolle Gegenüberstellung von gewaltiger schroffer Küstenlandschaft und den im Vergleich dazu winzig erscheinenden Menschen verfolgt Reynolds nicht weiter. Selbiges trifft auf die äußerst unspektakuläre Choreographie der Actionsequenzen zu. Was mit einer sehr kompakt und hart geschnittenen Einstiegsschlacht im Quartier der versammelten englischen Clans beginnt, verliert sich mit zunehmender Laufzeit in den üblichen unübersichtlichen Scharmützeln. Nachdem bereits in den unterschiedlichsten Kunstformen die Thematik dieser unerfüllten Liebe verarbeitet wurde, angefangen von den ersten Niederschriften in altfranzösischer Sprache während des 12. Jahrhunderts, über die Oper von Richard Wagner (1859) und die Erzählung Thomas Manns (1901) bis hin zu einem Dutzend TV- und Kinoadaptionen, hätte es einer solchen mediokren Umsetzung nicht bedurft. Während Baz Luhrman mit seiner im kontroversen Videoclip-Stil verfassten Neuinterpretation von Romeo + Julia (Romeo + Juliet, 1996) zumindest den Mut zu einer Modernisierung eines legendären Stückes aufbrachte, klammert sich Reynolds fest an sein eigenes vermeintlich sicheres Erfolgsrezept. So fest wie er dabei zudrückt, erstickt er jegliches kreative Potential.

Kommentare


a. jacke

Tristan und Isolde ist anders als Romeo und Julia ein Stoff der dank Richard Wagners Glanzleistung ohne Kenntnis und Ausbeutung - dieser nahezu einmaligen Oper niemals übertroffen werden kann. Ein Punkt indem Hollywood passen muß und immer schon gepaßt hat-- es sei denn man käme doch auf die Idee sich der Oper zu widmen....


rob

der war jut also zu empfehlen..

tipp get mit euren mädels rein dann gib et watt zu kuscheln...

aber auch für die herren sehenswert...

die perfekte mischung aus love storry und blut und gemätzel ^^

alles jute aus cologne rob


Martin Z.

Die Idee ist gar nicht mal so schlecht, das seit ewigen Zeiten von Richard Wagner bayreuth-mässig besetzte Thema zu verlagern und zwar auf die ebenso uralte Feindschaft zwischen Engländern und Iren. Voller, schnell geschnittener Action-Szenen kann das Abenteuer der immerwährenden großen Liebe durchaus fesseln. Die überwiegend in dunklen Farben gehaltenen Bilder, die die wunderschöne Landschaft nicht aussparen, schaffen Atmosphäre. Erst gegen Ende wird der Kampf etwas unübersichtlich, wenn es um letzte Werte wie Loyalität, Gefolgschaft, aber auch Verrat und Eigennutz geht. Der Text im Abspann versöhnt alle Kritiker wieder und verweist auf den Tatbestand, dass es sich hier um eine Legende handelt, die vielleicht wegen ihrer Unerfüllbarkeit die Menschen immer wieder umtreibt.


Zottel

Dies ist der beste Film, den ich je gesehen habe. Er ist so emotional gespielt und die Schauspielerbesatzung ist super!
Ich finde, der Film hat irgendwas anziehendes..

Nur das Tristan am Ende stirbt, finde ich nicht so gut.. ;(


Ida

Also mir hat der film sehr gut gefallen, ich hab rotz und wasser geheult als trisatn am ende in isoldes armen sirbt....und dabeo sieht er dpch soo gut aus:D! Mich at der film echt berührt und im gegensatz zu der kritik oben fand ich das man es james franco seht wohl abgenommen hat dass er isolde liebt und seine ganzen gefühle auch ! ein toller film der mcih einfach nciht los lässt :)






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