Triff die Robinsons

Disney setzt nach der Übernahme von Pixar weiterhin auf eigene CGI-Produktionen. Die kreative Lücke kann jedoch auch mit Triff die Robinsons nicht geschlossen werden.

Triff die Robinsons

Mit dem Siegeszug der CGI-Technik und den Box Office-Erfolgen der Kreativen von Pixar begann das langsame „Sterben“ der handgemachten Animationsschule. Disney – seit Gründung des weltberühmten Cartoon Studio im Jahr 1923 Inbegriff dieser Form der Kinder- und Familienunterhaltung – drohte den Anschluss an den Zeitgeist zu verlieren. Erst zögerlich stellten sich die Verantwortlichen auf die veränderten, nunmehr aus Bits und Bytes bestehenden Wünsche des Publikums ein. Dass es jedoch nicht ausreicht, bunte Pixel zu programmieren und diese in möglichst rasantem Tempo über die Leinwand zu jagen, beweist die jüngste Disney-Produktion Triff die Robinsons (Meet the Robinsons).

Die Geschichte begleitet den eigenwilligen und hochintelligenten Waisenjungen Lewis auf seinem abenteuerlichen Trip in die Zukunft. Dorthin wird der leidenschaftliche Junior-Erfinder von einem Jungen namens Wilbur mitgenommen, den er zuvor bei einer Schulveranstaltung kennen gelernt hat. Wilburs Familie entpuppt sich als Haufen exzentrischer Erfinder. Kein Wunder also, dass sich Lewis bei ihnen sofort überaus wohl fühlt. Gäbe es nicht mit dem mysteriösen Melonenmann einen finsteren Gegenspieler, Lewis käme aus dem Staunen über die wunderliche Sippe nicht mehr heraus.

Triff die Robinsons

Regisseur Stephen J. Anderson kommt aus der Tradition des Animationsfilms. Zuvor zeichnete er als künstlerischer Leiter für Filme wie Ein Königreich für ein Lama (The Emperor’s New Groove, 2000) und Bärenbrüder (Brother Bear, 2003) verantwortlich. Triff die Robinsons ist seine erste Regiearbeit und zugleich die erste CGI-Produktion, die er betreut. Natürlich finden sich die für einen Familienfilm aus dem Hause Disney obligatorischen Ingredienzien auch bei den Robinsons wieder. Neben einem Dutzend schrulliger Charaktere, die der Film bei Lewis’ Ankunft in der Zukunft fast im Sekundentakt auf sein junges Publikum loslässt – das Schnittgewitter erinnert an ein Musikvideo – dürfen selbstverständlich sympathische Tierfiguren und eine konsensfähige Botschaft ebenfalls nicht fehlen.

Der auf dem erfolgreichen Kinderbuch A Day with Wilbur Robinson von William Joyce basierende Plot dürfte in Sachen Geschwätzigkeit mühelos jede Woody Allen-Komödie in den Schatten stellen. Ohne Unterlass und ohne Erfolg versucht das Drehbuch, sich in Sachen Dialogwitz selbst zu übertreffen. Das ist umso bedauerlicher, als dass die detailverliebten Animationen rund um das Tollhaus der Robinsons zumeist von der Endlosplauderei auf der Tonspur überlagert werden.

So bleibt es bei einer stakkatoartig vorgetragenen Nummernrevue, die sichtlich davor zurückschreckt, auch einmal einen Gang zurück zu schalten. Triff die Robinsons ist insofern konsequent konzipiertes Kino für die Zappelphilipp-Generation.

Kommentare


Kratos

Sehr geehrter Herr Wessel,
währen sie so freundlich mir zu veraten mit welchen Erwartungen sie an diesen Film gegangen sind? Ich persönlich bin der Meinung dass dieser Film alles hat was ein Disneyfilm haben sollte. Dass eine konsensfähige Botschaft hat finde ich sollten sie nicht an den Pranger sondern auf ein Podest stellen. Schließlich ist der Film für eine Zielgruppe konzipiert die sich erst noch finden muss, und da kann es doch nur von Vorteil sein wenn die Kinder sehen dass sie Erfolgserlebnisse erleben wenn sie "niemals aufgeben". Auch kann ich ihr Missfallen an den Gags nicht verstehen. Mag ja sein dass sie sich den Bauch nicht vor Lachen halten mussten, aber wie ich bereits erwähnt habe ist dieser Film auch nicht für ein Puplikum ihres Alters konzipiert. (Allerdings auch nicht für ein Puplikum meines Alters) Ich bin der Meinung Disney hat uns hier ein Machwerk geliefert das zu Toppen eine Weile dauern dürfte. Ich sagte es ja bereits aber der Film hat einfach alles was man sich von disney erwartet. Eine mitreisende Story, liebenswerte Charaktere und einen Wunderbahren Soundtrack. Hier allerdings muss ich sagen hätten sich die Disneystudios mehr Mühe geben können. Gerade einmal zwei Songs? Also das haben wir doch nun wirklich schon besser erlebt. Abgesehen davon kann man nur sagen ein absolut sehenswerter Film. (Selbst die beeinflussung der verschiden Zeitstränge wurde stimmig eingebracht klasse)






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