Transporter 3

Frank Martin lenkt wieder sein Ingolstädter Lieblingsgefährt (altes Modell!) über die Landstraßen Europas. Dabei ist er ein wenig ironisch und ein wenig verliebt.

Transporter 3

Man kennt das: Der erprobte Held diverser Abenteuer möchte seine Ruhe haben, zieht sich aufs Land zurück und fischt auf dem See. Dieses Bild ist so standardisiert, dass es sich weder Sylvester Stallone (John Rambo) noch Uwe Boll (Far Cry) in ihren neuesten Filmen nehmen ließen, darauf zu rekurrieren. Da fischen also der Transporter (Jason Statham), immer ganz Pose, und sein kauziger Papa-Typ mit Hang zum Kulturellen (François Berléand) im Trüben vor sich hin, doch andernorts quietschen bereits die Reifen. Als dann ein sportliches deutsches Auto buchstäblich in Franks Wohnzimmer kracht, wird die Angel erstmal beiseite gelegt.

Transporter 3

Luc Besson ist der Romantiker unter den Konfektionsfilmemachern. Während er sich in seiner wechsel- und sprunghaften Karriere als Regisseur gerne dem Exzentrischen widmete, folgt er als Produzent vornehmlich dem Franchise-Wiederholungsmuster. Und dennoch sehen seine Werke etwas weniger lieblos aus als viele vergleichbare amerikanische Produktionen. Besson und sein Regisseur Olivier Megaton legen es in Transporter 3 weniger auf ein Actionfeuerwerk an. Vielmehr dosieren sie Kampfszenen und Verfolgungsjagden, setzen immer wieder Ruhepunkte. Das erstaunt umso mehr, da sie in der Zwischenzeit eigentlich nicht viel zu erzählen haben: Frank Martin muss die ukrainische Ministertochter Valentina (Natalya Rudakova) von Mitteleuropa nach Osteuropa fahren, mehr oder weniger gesteuert und kontrolliert von Jonas Johnson (Robert Knepper, bekannt als T-Bone in Prison Break, seit 2005), einem Fiesling, Geschäftsmann und Elitekämpfer in Personalunion.

Transporter 3

Ehe es zum finalen Gefecht der beiden kommt, in dem die europäische Großproduktion dann doch so ziemlich alles auffährt, was den Actionchoreografen lieb und heilig ist, muss sich Frank vor allem mit seiner weiblichen Begleitung auseinandersetzen. Dabei bleibt hauptsächlich der Mann das Objekt des Interesses und der Begierde. Jason Stathams Körper ist die eigentliche Attraktion von Transporter 3.

Transporter 3

Frank Martin ist deshalb zu Stathams Paraderolle geworden, weil sie ihm in ihren Anforderungen so entspricht. Der ehemalige Profisportler rauft und rankt sich von einer Leibesübung zur anderen, wortkarg, aber effektiv. Darüber hinaus gibt das ehemalige Model hier den Dressman. Was im dritten Teil geradezu extrapoliert wird in einer Stripszene, die auch noch ihre Dopplung findet. Natalyas schmachtender Blick auf den kämpfenden, sich entkleidenden Frank entspricht der Grundhaltung des Films. Wie der kaum minder austrainierte Daniel Craig als James Bond in Casino Royale (2006) seine Reize zur Schau stellte, so fügt sich auch dieser Actionheld den neuen Marktgesetzen. Sixpack ist in – und der Begriff Schauwert im Actionkino unserer Zeit wird ganz neu definiert.

Trailer zu „Transporter 3“


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Kommentare


Schanzendorf

Also... Hab den Film heute gesehen und fand ihn einerseits ganz gut, da ich voll auf action stehe. Audi find ich auch gut, nur nicht, dass die im Film nicht den, wie am kuehlergrill zu lesen war W12 (zu erkennen an 2 Trapezmaessigen Auspuffendrohren zu sehen hier http://www.audi.de/de/brand/de/neuwagen/a8/a8_12-zylinder/360-grad-ansicht/360-grad-aussenansicht.html#source=http://www.audi.de/de/brand/de/neuwagen/a8/a8_12-zylinder/multimedial_erleben.html&container=page) (der im Film hatte 2 runde) filmten, sondern irgendein so gesehen low budget wagen hatten. Als naechstes hat mich gestoert, dass die Nummernschilder der Schurken zwar mit einem D fuer deutschland versehen waren, jedoch die schriftart der buchstaben eher wie die franzoesische aussah (irgendwie auch low budget). dann noch, als Frank durch deutschland faehrt, die komische fahrbahnmarkierungen (gestrichelt an der seite!?) , die ich in deutschland so noch nie gesehen habe, sowie die Rotweissen Leitpfosten. Naja, also mit der realitaet war das ja auch schon so ein ding in the transporter the mission... wenn man genau hinsieht, hat der wagen mal das W12 emblem, und dann is es ploetzlich wieder verschwunden ... komisch. Mein Fazit: Netter Film mit rasanter aktion aber ziemlich unrealistischen details, wenn man schon soviel geld verprasst fuer einen film, kann man doch wenigstens jemanden nach deutschland schicken und sich fuer 25Euro pro stueck Schilder Pressen lassen??.


Dorren

Also Teil 3 ist wirklich nicht gelungen. Einfach viel zu unrealistisch.






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