TMNT - Teenage Mutant Ninja Turtles
1993 erschien der bisher letzte der Ninja-Turtles-Filme. 14 Jahre danach kommt ein neuer Streifen über die Comic-Helden ins Kino. Er ist komplett computeranimiert.

Das hat es so noch nicht gegeben: Einen Bruderkampf zwischen den Ninja Turtles Leo und Raph. Keine Rauferei zum Spaß, sondern eine ernste Auseinandersetzung mit schwer wiegenden Folgen. Da wirbeln die Waffen, da dreht sich die Szenerie, da rasen die Bilder. Nicht nur für diese Action-Szene legt die vierte Folge der Ninja-Turtles-Serie ein Schwindel erregendes Tempo hin.
Es ist der erste komplett computeranimierte Film mit den Figuren aus den Cartoons über die rauflustigen und pizzahungrigen Schildkröten. Die haben seit den achtziger Jahren ihre Fans vor allem bei Kindern und Jugendlichen, was sich unter anderem in Fernsehserien mit mehreren hundert Folgen niederschlägt. 1993 erschien der dritte und bislang letzte Kinofilm. Jetzt also die Wiederauferstehung im volldigitalisierten Format. Regisseur Kevin Munroe zieht eine ganze Reihe von Registern, die das Kino zu bieten hat: epische Schlachtengemälde, eine düstere Stadtlandschaft, Science-Fiction-Elemente und natürlich die märchenhafte Anmutung der Figuren. Einen hohen Schauwert bieten die Streifzüge über die Dächer des nächtlichen New York, mit dramatischen Schatteneffekten und beklemmenden Straßenschluchten.

Die Story ist im Grunde ähnlich einfach wie immer bei den Turtles, aber mit einer komplizierten Vorgeschichte verwoben. Nach dem Bruderkampf gerät Leo in lebensbedrohliche Gefangenschaft. Die Brüder, die sich zuvor auseinandergelebt hatten, kennen nun nur noch eins: Leo retten, New York retten und die ganze Welt retten. Warum das so ist, hängt mit einem unsterblichen Weltherrscher, seinen vier versteinerten Generälen und 13 Monstern zusammen.
Nicht nur der Bruderkampf macht den Unterschied zu den drei Vorgängerfilmen aus. Turtles 2 (Tenenage Mutant Ninja Turtles II: The Secret of the Ooze, 1991) zum Beispiel ist deutlich langsamer und betulicher als der neue Streifen. Die ältere Variante mit ihren realen Figuren und Schauspielern lässt zudem mehr Raum für harmlose Späße.

Zwar sind beide Filme für die ganze Familie geeignet, doch bietet die neue Version mehr Attraktionen für Jugendliche und junge Erwachsene. Dazu zählen vor allem die geballte Action und das enorme Tempo. Das orientiert sich an einer Generation, die mit Computerspielen groß geworden ist. Daneben bietet der Film eine Moral, die vielleicht als Zugeständnis an Mama und Papa gedacht ist. Die Turtles gewinnen nicht, weil sie die Stärkeren sind. Sondern weil sie sich – im Gegensatz zu ihren Widersachern – zu einem Team zusammenraufen. Diese Philosophie könnte auch von Rudi Völler oder Jürgen Klinsmann stammen. Ob daraus ein Frühlingsmärchen wird, müssen die Fans entscheiden.
Filmkritik von Peter Gutting
Veröffentlicht am 20.03.2007
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Film-Angaben
Titel: TMNT - Teenage Mutant Ninja Turtles
USA 2007
Laufzeit: 90 Minuten
Regie: Kevin Munroe
Drehbuch: Kevin Munroe, Kevin Eastman, Peter Laird
Produktion: Thomas K. Gray, Galen Walker, Paul Wang
Kinostart: 12.04.2007
DVD-Angaben
Titel: TMNT
Vertrieb: Universum Film
Bild: 2,35:1, 16:9
Sprache(n): Deutsch (DD 5.1), Englisch (DD 5.1)
Untertitel: Englisch
Altersfreigabe: ab 6 Jahren
Spieldauer: 84 Minuten
Extras: About the Digital Creation Of Characters (teilweise mit Audiokommentar); Extended/Additional Scenes mit Audiokommentar; Internationale Kino-/Online-Trailer
Verleih ab: 05.12.2007
Verkauf ab: 07.01.2008
Copyright TMNT - Teenage Mutant Ninja Turtles
Fotos: © Tobis Film
BERLINALE 2012

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