The Weather Man

Nicolas Cage mal anders. Als unglücklicher Wettermann versucht er vergeblich sein verlorenes Familienglück zurückzuerobern – bis seine Frau ihm auf der vorgezogenen Beerdigung des todkranken Vaters von ihrer anstehenden Neuverheiratung berichtet.

The Weather Man

„I am Fast Food.“ Das behauptet David Spritz (Nicolas Cage) von sich. Ein Mann, der sich, vor allem im Umgang mit Leuten die ihm nahe stehen, von denen er anerkannt und geliebt werden möchte, wie seiner Frau (Hope Davis) und seinem Vater (Michael Caine), äußerst tollpatschig benimmt und zu allem Überfluss noch regelmäßig auf der Straße von Fremden mit Fast Food beworfen wird. Ehe er zu zitierter Einsicht kommt. Einen solchen Mann, mit offensichtlich minderem Selbstwertgefühl, könnte man schnell als Loser einschätzen. Dann wäre auch das Profil des Films über diese Figur schnell beschrieben: eine Komödie über einen liebenswerten Chaoten und Verlierer, der am Ende doch noch das persönlich große Glück findet. Doch so funktioniert weder Gore Vebinskis letzter Film vor der Piraten-Fortsetzung (Pirates of the Caribbean - Fluch der Karibik 2, Pirates of the Caribbean Sea – Dead Man’s Chest), noch dessen zentrale Figur.

Denn eigentlich hat David Spritz allen Grund, stolz auf sich zu sein. Er übt einen sehr gut dotierten Beruf als Fernsehwettermann aus, der ihn nur wenig Zeit kostet, lebt in einem Penthouse mit Traumblick und steht sogar vor einem Engagement beim nationalen Fernsehen. Doch was ihn umtreibt sind die, wenn auch auf unterschiedliche Weisen, zerrütteten Verhältnisse zu seinem Vater und seiner in Trennung lebenden Frau.

The Weather Man

Das Drama dieses Mannes erzählt Verbinski in einem Understatement, das wie ein neuer Ton durch die Traumfabrik hallt. Großen Anteil daran haben Kameramann Phedon Papamichael und Komponist Hans Zimmer. Der Grieche Papamichael hat bereits bei Verbinskis Durchbruch Mäusejagd (Mousehunt, 1997) die Bildregie geführt, anschließend unter anderem dreimal mit Wim Wenders zusammengearbeitet und war für so unterschiedliche Bildwelten wie die von Identity (2003), Sideways (2004) und Walk the Line (2005) verantwortlich. Seine Vision eines winterlichen Chicago bestimmt den Film von der ersten Einstellung an, ohne jemals verspielt zu wirken oder die Figuren in den Hintergrund zu drängen. Kongenial unterstützt werden seine Aufnahmen von dem seit Langem ungewöhnlichsten Score des Bruckheimer-Hauskomponisten Hans Zimmer, der auch zu Verbinskis neuen Piratenstreichen die Musik beisteuert.

So überraschend wie Zimmers musikalische Assoziationen zum Wettermann ist der gesamte Film, der sich in Tempo und Dramaturgie so gar nicht den Standards des amerikanischen Erzählkinos anpasst. Insofern kann man von The Weather Man mit Sicherheit eines nicht behaupten: Fast Food zu sein.

Kommentare


Jaques Anorack

Sehr guter Film.






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