The Texas Chainsaw Massacre: The Beginning

33 Jahre, nachdem der wenig elegante Serienkiller Leatherface erstmals die Leinwände unsicher machte, wird das Geheimnis um seine Herkunft gelüftet. Jonathan Liebesmans Streifen erzählt in genretypischer Manier die Vorgeschichte einer der erfolgreichsten Horrorfilmserien der letzten Jahrzehnte.

The Texas Chainsaw Massacre: The Beginning

Journalistische und populärwissenschaftliche Ausseinandersetzungen mit dem Horrorkino der siebziger Jahre verweisen oft auf dessen Bezug zum Vietnam-Krieg. Blutrünstige, nihilistische Streifen wie Zombie (Dawn of the Dead, 1978) und Mondo brutale (Last House on the Left, 1972) werden immer wieder als symbolische Reaktion auf die durch das militärische Debakel hervorgerufene Krise des kulturellen Selbstverständnisses der amerikanischen Bevölkerung interpretiert. An Blutgericht in Texas (The Texas Chainsaw Massacre, 1974), den wahrscheinlich einflussreichsten Film aus diesem Umfeld, wird eine solche soziopolitische Lesart besonders gern herangetragen, unter anderem auch in Adam Simons Dokumentation The American Nightmare (2000), der die Geschichte um eine kannibalistische Redneckfamilie, die einer Gruppe urbaner Jugendlicher das Fürchten lehrt, als Allegorie auf die grausamen Ereignisse in Südostasien darstellte.

Dem Werk folgten zunächst drei Fortsetzungen (1986-1994) sowie im Jahr 2003 ein Remake des Originalfilms unter der Regie von Marcus Nispel. Nun geht das erfolgreiche Franchise in die sechste Runde. Jonathan Liebesmans ebenfalls von Michael Bay produzierter The Texas Chainsaw Massacre: The Beginning ist ein Prequel zu Nispels Film und der erste Streifen der Reihe, der den Versuch unternimmt, den von außen an die Filme herangetragenen Vietnam-Diskurs in das Werk selbst zu integrieren.

The Texas Chainsaw Massacre: The Beginning

Eric (Matthew Bomer) war bereits in Vietnam und möchte nach einem kurzen Fronturlaub in der Heimat dorthin zurückkehren. Dean (Taylor Handley) wurde ebenfalls einberufen, spielt jedoch mit dem Gedanken, zu desertieren. Zusammen mit ihren Freundinnen Chrissie (Jordana Brewster) und Bailey (Diora Baird) brechen die beiden gen Mexiko auf, um vor den Gefahren des Krieges noch ein wenig Spaß haben zu können. Doch in einem kleinen Ort auf ihrer Route, tief in der amerikanischen Provinz, hat sich der geistig zurückgebliebene Thomas Hewitt (Andrew Bryaniarski) mit dem Gebrauch des Fleischermessers bereits zur Genüge vertraut gemacht.

Leatherface, der vielleicht berühmteste Serienkiller der Filmgeschichte, ist geboren und mit ihm die Hewitt-Sippe, die in Texas Chainsaw Massacre: The Beginning von denselben Darstellern verkörpert wird, die bereits in Nispels Film zu bewundern waren. Die ausgedehnten und mit reichlich krudem Humor versehenen Sequenzen, in welchen die mörderische Familie eingeführt wird, stellen die größte Neuerung des Films dar und erinnern stellenweise an eine gründlich pervertierte Familienserie. Vor allem R. Lee Ermey in der Rolle des über Hippies und andere Landesverräter schimpfenden Familienoberhaupts Charlie Hewitt alias Sheriff Hoyt wird viel Platz eingeräumt. In mancher Hinsicht erinnert diese Konzeption an Rob Zombies zweiten Spielfilm The Devil’s Rejects (2005, der seinen Helden allerdings eine mythologische Aura verlieh, die den Hewitts völlig abgeht.

Hoyts Hasstiraden deuten ebenso wie der Vietnam-Bezug darauf hin, dass The Texas Chainsaw Massacre: The Beginning sich deutlich mehr Mühe gibt, einen Bezug zum Zeitpunkt der Handlung herzustellen, als Nispels Film, in welchem die siebziger Jahre höchstens durch die Frisuren der Protagonisten evoziert wurden. Bei Liebesman dagegen wimmelt es von Hippies, und die Tonspur ist von zeittypischer Popmusik geprägt. Aus diesem Beharren auf historischen Zeichen entwickelt Liebesman jedoch nie – und auch dies unterscheidet den Streifen von The Devil’s Rejects – einen politischen oder mythenkritischen Diskurs. Die Flower-Power-Nostalgie ist, ebenso wie ihre bluttriefende Dekonstruktion, lediglich Teil eines intertextuellen Spiels. Selbst das amerikanische Vietnamtrauma ist nur ein Spielstein unter vielen und kann deshalb nach dem ersten Filmdrittel ebenso rasch wieder fallengelassen werden, wie es aufgegriffen wurde.

The Texas Chainsaw Massacre: The Beginning

The Texas Chainsaw Massacre: The Beginning bezieht sich zwar hauptsächlich auf den Film aus dem Jahr 2003 und übernimmt nicht nur Teile des Personals, sondern auch dessen eindrucksvollste Schauplätze. Gleichzeitig verweist das Prequel jedoch selbstverständlich implizit auch stets auf Tobe Hoopers Original. Deutlich wird dies vor allem durch eine Neuinszenierung der berühmten Abendessenszene, die zu den Highlights der neuen Version zu zählen ist, das ansonsten in inszenatorischer Hinsicht zwar solide, aber nicht allzu originell ausgefallen ist.

Auch in visueller Hinsicht geht das Prequel meist auf Nummer sicher. Der exzessiven, an Videoclipästhetik orientierten Stilisierung, die Nispels Film prägte, setzt Liebesman eine konservativere Filmsprache entgegen. Kamerafahrten durch von Gewehrkugeln zerschossene Köpfe und ähnliche Extravaganzen sucht man vergebens, statt dessen konzentriert The Texas Chainsaw Massacre: The Beginning sich darauf, immer wieder die legendären Bilder der Filmserie zu evozieren: Jordana Brewster rennt wie einst Marilyn Burns durch den Wald und Leatherface läuft immer wieder mit bluttriefender Waffe sonnendurchflutete Landstraßen entlang.

Liebesman bedient sich nach Belieben aus dem Zeichenrepertoire des Kettensägenuniversums und setzt die einzelnen Elemente immer wieder in neuen Kombinationen zusammen. Fans der Serie werden an dem Ergebnis durchaus ihren Spaß haben. Allen anderen ist zumindest zu wünschen, dass sie über einen gesunden Magen verfügen, denn auch in der im Vergleich mit der amerikanischen DVD-Version um ganze neun Minuten gekürzten deutschen Verleihversion des Films wird das blutige Handwerk der Hewitts stellenweise reichlich deftig in Szene gesetzt.

Kommentare


Marilyn

Ich fande den Film klasse.
Sehr brutal und auch echt toll in Szene gesetzt.
Die Schauspieler haben mir auch richtig gut gefallen.
Die Athmosphäre ist im Prequel noch bedrückender und kranker als im 2003er Remake.
Die Highlights im Film sind natürlich Leatherface und Sheriff Hoyt.Die Dinner-Szene fand ich auch sehr genial
hätte aber noch ein wenig länger und auch terrormäßiger sein können so wie im Original.
Sonst aber sehr geil.


Fachmann für Horrorfilme

So einen geilen, brutalen, blutigen, fortgesetzten Horroclassiker habe ich selten erlebt. Die Effects waren unglaublich.


david

Ich finde diesen Film in der Story ganz gut! Aber dieser Film ist nichts für schwache Nerven! Die Gewalt Szenen werden besonderst hervorgehoben und gezeigt. Deshalb finde ich das dieser Film besonderst wegen denn Gewalt Szenen schockiert! Schon Saw oder Devils Rejects, The (2005) – Review fand ich schon an das Mneschenerstreckliche. Aber ich bin immer wieder auf neuen überrascht wie viel Gewalt in einen Film steckt.


Dean

Ich finde diesen Film besser als der Vorgänger. Besonderst die brutalen, blutigen Szenen finde ich sehr gelungen.


Gregor

Meine derzeitige Nr.1


Nadine

Dieser Film ist total geil, ich liebe Horrorfilme. Aber geschockt hat mich in diesen Film nichts, denn mich kann nichts mehr schocken, warum keine Ahnung. Aber dieser Film hat von mir eine 1.


Virtual-Legend

Ich hab das eigendliche TCM sowohl auch The Beginning hier. Find beide gut ergänzen sich gut. Man möge sich an einem Abend zuerst The Beginning und danach TCM angucken und Spaß haben. Und vergesst nicht.. wenn der Bauerbeiter mal die Bäume absägt mit einer Kettensäge denkt immer dran es kann auch Leathferface sein ;);)


mawo

der Film ist absolut Spite. Ich hoffe, das es Bald mehrere Remakes gibt!!!!! Aber man hätte den Film-the Beginning- und TCM auch ruhig in voller Länge zeigen können! So viel schockierender geht es nicht mehr!;)


Die 4 besten

Also wenn dir dass total sceiß egal is wenn du wüsstest dass des alles mal echt parsiert ist dann würde es dir NORMALERWEISE vergehen! Aber naja kann ja sein das man auf solche sachen auch stehen kann dann is ma aber ned normal! Ich würde mal über solche sachen nachdenken.
Lg


Mario Manlik

Harter Horrorfilm echt Klasse aber in Deutschland leider Geschnitten.






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