The Reaping – Kritik

Die zehn biblischen Plagen suchen die amerikanische Provinz heim. Nach Der Exorzismus von Emily Rose erreicht mit The Reaping ein weiterer Horrorfilm mit explizit religiösem Inhalt die deutschen Kinos.

The Reaping

Katherine Winter (Hilary Swank) hält nicht viel vom Übersinnlichen. Genauer gesagt besteht ihre Lebensaufgabe darin, hinter scheinbar übernatürlichen Phänomenen das phantasielose Wirken physikalischer und chemischer Prozesse sichtbar zu machen. Doch ihre Versuche, die seltsamen Ereignisse – blutrote Flüsse, tote Frösche und ähnliches – in einer kleinen Ortschaft namens Haven zu erklären, wollen nicht so recht gelingen. Haven scheint von den zehn biblischen Plagen bedroht zu werden.

The Reaping ist ein Special Effects-lastiger Horrorfilm der religiöseren Sorte und feuert diesbezüglich aus allen Rohren. Katherine Winter war vor ihrer naturwissenschaftlichen Wendung Missionarin und muss sich im Angesicht des apokalyptischen Szenarios in der amerikanischen Provinz wieder auf ihre Konfession besinnen. Damit dies auch funktioniert, spendiert das Drehbuch ihr einen tiefgläubigen Gehilfen, der durch Gott vor einer kriminellen Laufbahn bewahrt wurde. Auch der Lebenslauf ausnahmslos aller übrigen Charaktere des Films wird von Anfang bis Ende von Religiosität determiniert. Diese Religiosität manifestiert sich – wie in Filmen dieser Art üblich – vor allem in exaltierter Mimik und Gestik aller Beteiligten, in unheilschwangeren Prophezeiungen vom bevorstehenden Ende der Welt sowie zu allererst durch einen dreifachen Rückzug aus dem modernen Großstadtleben ins erstens Familiäre, zweitens Kindliche und drittens Ländliche. Nichts Neues unter der Sonne also.

The Reaping

Regisseur Stephen Hopkins, dessen Biopic The Life and Death of Peter Sellers (2005) vor nicht allzu langer Zeit in den deutschen Kinos zu sehen war, gibt sich alle Mühe, die wenig originelle Story in zeitgemäßem Gewandt zu präsentieren. So richtig gelingen will ihm dies jedoch nicht immer. Zwar kann der Film in der Anfangsphase in technischer Hinsicht durchaus überzeugen, mittels dynamischem Handkameraeinsatz und rasanter Montage kommt die Handlung rasch in Fahrt. Und der rot eingefärbte Fluss sorgt für einige surreal anmutende Postkartenbilder. Wie überhaupt die im engeren Sinne fantastischen Elemente des Films, trotz der in diesen Szenen nicht immer stilsicher eingesetzten CGI-Verfahren, weitaus besser funktionieren als die Gruselroutine, die im Laufe des Films leider zunehmend Überhand gewinnt. Denn mit altbackenen und äußerst ineffektiv umgesetzten Gothik-Klischees wie kerzentragenden Mädchen, rauschenden Vorhängen und vergleichbarem Unsinn gibt sich im Jahr 2007 auch der anspruchsloseste Genrefan nicht mehr zufrieden.

 

Neue Trailer

alle neuen Trailer

Neue Kritiken

Kommentare

Es gibt bisher noch keine Kommentare.






Kommentare der Nutzer geben nur deren Meinung wieder. Durch das Schreiben eines Kommentars stimmen sie unseren Regeln zu.