The Informers

And then came Aids.

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Wer verabscheut sie nicht, die 80er? Bret Easton Ellis hat diesem Hass in seinem Frühwerk eine Stimme gegeben. Mit dem (All) American Psycho schuf er eine Schlüsselfigur des Jahrzehnts, die sich auch Anfang des neuen Jahrtausends dank Regisseurin Mary Harron und Hauptdarsteller Christian Bale noch gut auf der Leinwand machte. Der Independent-Hit, basierend auf dem erfolgreichsten Ellis-Roman, ist auch die erfolgreichste Adaption eines Ellis-Werks. The Informers hingegen, basierend auf einer lose verbundenen Kurzgeschichten-Sammlung, ist der erste absolute Flop eines Ellis-Stoffes auf Zelluloid.

Wer Hass sät, mag ihn auch ernten. In den USA ist The Informers von dem meisten Rezensenten aufrichtig verachtet und verrissen worden. Was insofern verwundert, als der Film zwar missraten, aber doch eher belanglos als ärgerlich erscheint. Viele der Schwächen sind auf unterschiedliche Auffassungen aller Beteiligten über den Stoff zurückzuführen. Das vorliegende Ergebnis ist ein Kompromiss und letztlich ein Fragment, denn man merkt dem Film ständig das Fehlen elementarer Parts an. Und wenn man diesem Fragment gegenüber erst mal gar keine Erwartungen mehr hegt, kann The Informers an manchen Stellen sogar überzeugen.

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Das Schauspielerensemble ist nicht nur hochkarätig, sondern vor allem gut gecastet. Regisseur Gregor Jordan gestaltet seine Adaption der Vorlage entsprechend multiperspektivisch. Billy Bob Thornton agiert als Hollywoodproduzent zwischen zwei Frauen – der zugedröhnten Ehegattin (Kim Basinger) und einer Nachrichtensprecherin (Winona Ryder). Mickey Rourke gibt einen skrupellosen Kleingangster, Brad Renfro dessen vergeblich nach Ruhm strebenden Neffen.

Renfros letzte Rolle vor seinem Drogentod ist gleichzeitig seine beste. Der ehemalige Kinderstar überzeugt in den spannungsgeladensten Szenen des Films, changierend zwischen Angst, Verzweiflung und dem Willen, über sich hinauszuwachsen. Auch David Lynchs Liebling Chris Isaak ist hier nach langer Abstinenz mal wieder in einem Film zu sehen. Er spielt nicht nur einen dauertrunkenen Wochenend- und Ferienvater, sondern ist auch offensichtliches Vorbild für ein Musikvideo, dem innerhalb des Films eine Rolle zukommt.

Eigentliches Zentrum von The Informers ist allerdings eine Clique Jugendlicher und deren gemeinsames Objekt der Begierde: Christie (Amber Heard). Dekadenz, Hedonismus und Leere der Figuren kulminieren in den Episoden mit ihr. Sie ist diejenige, das ahnt man früh, welche das Unheil bringen wird. Im Sinne der Geschichte scheint es fast eine göttliche Strafe für das Verhalten der Protagonisten.

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