The Green Hornet

Die Grüne Hornisse ist zurück. Seth Rogen und Michel Gondry machen sich an die komödiantische Dekonstruktion eines Superhelden.

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Fast zeitgleich mit der Entstehung von Batman und Superman entwickelte der Radio- und Comicautor Fran Striker in den dreißiger Jahren die Serie über die Figur des Green Hornet – zunächst als Radioformat, später dann als Comicbuch und Fernsehserie. Dabei handelt es sich um den Zeitungserben Britt Reid, der mit seinem Diener – dem Martial-Arts-Spezialisten Kato – den Kampf gegen das Verbrechen aufnimmt und von der Öffentlichkeit selbst stets für einen Kriminellen gehalten wird. Die Bezeichnung Superheld ist für den Mann mit der grünen Maske allerdings ebenso wie bei seinem Kollegen Batman nur bedingt zulässig. Immerhin besitzt er gar keine Superkräfte.

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Die Neuverfilmung The Green Hornet treibt die Bodenständigkeit seines Protagonisten noch um ein Vielfaches weiter. Das verweichlichte Millionärssöhnchen Britt Reid (Seth Rogan) hat hier so gar nichts Heldenhaftes. Genau genommen ist er ein hoffnungsloser Volltrottel, der kein Fettnäpfchen unberührt lässt. Alle besonderen Fähigkeiten finden sich dagegen bei seinem Sidekick Kato (der taiwanesische Schauspieler und Sänger Jay Chou). Der macht nicht nur den besten und ansehnlichsten Cappuccino, sondern entwirft auch ausgetüftelte Waffen und Autos und ist ganz nebenbei ein ausgezeichneter Stratege.

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Die extreme Wandlung des Green Hornet zu einem Komplettversager ist eng mit der Besetzung der Hauptrolle verknüpft. Seth Rogen spielt genau jenen Verlierertypen mit dem er in Filmen wie Jungfrau mit 40 (The 40 Year Old Virgin, 2005) oder Beim ersten Mal (Knocked Up, 2007) bekannt geworden ist. Auch seine Mitarbeit am Drehbuch dürfte maßgeblich Einfluss darauf genommen haben, dass The Green Hornet in erster Linie eine komödiantische Aufarbeitung des Superheldengenres ist. Neben der Schusseligkeit seiner unbedarften Hauptfigur sind es vor allem die ewigen Meinungsverschiedenheiten zwischen Reid und Kato und ihr ausgeglichenes Machtverhältnis, aus denen der Film seinen Humor schöpft. Zusammengehalten wird die Geschichte von der Struktur eines Buddy Movies – der aufkeimenden Freundschaft, einer Krise und schließlich der Wiederversöhnung des ungleichen Helden-Duos.

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Nebenbei erzählt The Green Hornet auch wie man sich ein Image als Superheld zulegt. Ausführlich folgt der Film seinen beiden Protagonisten dabei, wie sie sich eine eigene Corporate Identity schaffen. Von der Wahl des Kostüms über das Design von Waffen und Autos bis zu eigenen Visitenkarten bringen sie einen Hype ins Rollen, den Reid in seiner Zeitung noch mit reißerischen Artikeln aufzublasen weiß. Schließlich bekommt selbst Bösewicht Chudnovsky – Christoph Waltz einmal mehr als charismatischer Bösewicht – hinsichtlich des Verkleidungswahns seines Widersachers Komplexe und beginnt sich mit roter Lederjacke und Gasmaske als Blutnowsky selbst zum Superhelden zu stilisieren.

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Regisseur Michel Gondry, der in der Vergangenheit mit Filmen wie Anleitung zum Träumen (Science of Sleep, 2006) und Abgedreht (Be Kind Rewind, 2008) als Schöpfer infantiler Parallelwelten in Erscheinung getreten ist, beschränkt seine Funktion hier auf die eines profillosen Handwerkers. Die Do-it-Yourself-Ästhetik genannter Filme findet sich nur noch ansatzweise, etwa in den Animationen einer Traumsequenz oder dem im 60er-Jahre-Design der Fernsehserie gehaltenen Abspann. Wer hätte gedacht, dass gerade Gondry mit seinem Appell an die menschliche Fantasie einmal vom Overkill technischer Gimmicks und einer Pointenjagd erdrückt werden würde.

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Einiges, aber sicher nicht alles lässt sich auf das große Budget des Films schieben. Man denke nur an Spike Jonze, der wie Gondry seine Karriere mit Musikvideos begann, sich mit einem distinktiven Stil einen Namen machte und letztes Jahr mit einer ähnlich hoch budgetierten Großproduktion debütierte. Doch während es Jonze in Wo die wilden Kerle wohnen (Where The Wild Things Are, 2009) gelang, seine persönliche Handschrift zu bewahren, verschwindet Gondry in The Green Hornet ganz hinter dem Ego seines Hauptdarstellers.

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Kommentare


niggel99

WOW! Dachte ich-WIE COOL!!! THE GREEN HORNET wird NEU verfilmt!!!!und dann: The Green Hornet 2011 ist alles das, was einen guten Actionfilm im Comiclook NICHT ausmacht. Das Drehbuch ist schwach bis nichtig die äh....Handlung fragwürdig. Die Charaktereinführung zum Beispiel ist völlig erbärmlich! Es passt Storytechnisch einfach sehr wenig zusammen. KATO der noch recht cool ist und auch seine Toys sind ja noch ganz witzig aber der Hauptcharakter ist soooo derart lachhaft unnütz-kann nix-garnix-nicht fighten ist "cool" auf 3tklässler Hauptschuleniveau und die Logiklücken sind leider auch nicht wenig.
PEINLICH zu erfahren dass die Oberniete Seth (WHOß-wer ist das?) auch noch fleissig am Drehbuch und seinem Charakter mitfeilen durfte....auwei-meine Leberkässemmel heut morgen hatte mehr Biss und Witz und Intellekt wie der Typ. Die Figuren sind leer und platt dargestellt Was Cameron Diaz und Waltz in dem Film zu suchen hat??? Sie sagt halt ihre platten 5 Sätze macht wie immer peinlich amerikanisch verklemmt auf "sex" (gähn) und am Ende war's das. Vollkommen lächerlich. Mir kommt es sowieso vor als ob das Drehbuch beim Saufen entstanden ist. Solche dämlichen nichtigen Dialoge (Deutsche Fassung) habe ich schon ewig nicht mehr gehört.Zwischen den(recht gut und soliden Action und Ballerszenen schleicht sich dann aber stets derart gähnende Langeweile ein, Seth Rogen haut einen plumpen Spruch nach dem anderen raus und Jay Chou ist wirklich nichts anderes als ein Sidekick ohne jeden noch so kleinen Hintergrund. Einzig Christoph Waltz holt aus seiner Rolle immerhin das meiste raus. Sein "frustrierter" Bösewicht ist wirklich seltsam witzig aber wirkt durch Waltz's Sprache und Mimik herrlich durchgedreht. 3D steht auf dem Filmcover drauf, ist aber mal wieder nicht drin.... Es ist schon eine Unverschämtheit das der Film als 3D-Film verkauft wird. Ich habe ca.0"echte" 3D Effekte gezählt. Der Film bekommt von mir 5 Zitronen für Regie-Story-Umsetzung-Pseudo3D-Logikfehler und 1 Stern wegen Waltz .Alles in allem ist Michel Gondry eine richtig miese, schwache Verfilmung der Serie The Green Hornet gelungen. Da gibt es hoffentlich keinen 2 Teil.....weil schlechter wie grottenschlecht geht nicht! Das Orginal mit BruceLEE von 1966 war und ist heute noch zehnmal cooler und für damals revolutionär! schade ums Geld....ehrlich






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