The Descent - Abgrund des Grauens – Kritik

Tief unter der Erde trifft ein rein weibliches Expeditionsteam auf schreckenerregende Bestien. Leider verschenkt der Film sein Potential durch die viel zu lange und unmotivierte Exposition.

The Descent

Eine Gruppe von sechs Freundinnen möchte gemeinsam ein bekanntes Höhlensystem erkunden um Sarah (Shauna Macdonald), die ein Jahr vorher bei einem Autounfall Mann und Kind verlor, auf andere Gedanken zu bringen. Die ehrgeizige Juno (Natalie Jackson Mendoza) sucht jedoch eine größere Herausforderung und führt die Gruppe ohne deren Wissen in eine noch unerschlossene Grotte.

Diese Exposition dauert nicht nur viel zu lang, sie bleibt auch hinsichtlich der Charakterzeichnungen nutzlos. Bis auf Sarah und Juno, deren Motivation allerdings bis zum Ende völlig im Dunklen bleibt, sind alle Figuren äußerst blass, werden zu grob gezeichneten Klischeentwürfen von karrierebewussten Mittzwanzigerinnen, die keinen Mann und dafür etwas zu viel Geld zur Verfügung haben.

Nach einem ebenfalls äußerst zähen Mittelteil, in welchem sich herausstellt, dass Junos Plan, wie nicht anders zu erwarten, nicht nur idiotisch, sondern auch lebensgefährlich ist, da der Gang zum Grotteneingang hinter den jungen Frauen einstürzt, stellt das Gespann fest, dass es nicht alleine in dem Höhlensystem ist. Fast ohne Vorwarnung verwandelt sich The Descent im letzten Drittel von einem langweiligen Paranoia-Thriller zum waschechten Horrorfilm.

The Descent

Und als solcher funktioniert Neil Marshalls Streifen überraschenderweise äußerst gut, was vor allem an dem bedingungslosen Willen zur Stilisierung liegt, die stellenweise, auch in der konkreten Ausführung, an die Splatteropern des italienischen Genregroßmeisters Lucio Fulci erinnert. Die Qualitäten des Filmes zeigen sich genau in dem Moment, in welchem der Regisseur Narration Narration sein lässt und ganz auf Schauwerte setzt.

Fulci war da allerdings konsequenter. In dessen besten Werken ist der Plot von Anfang an nur Vorwand zur Präsentation bluttriefender Phantasien, die der Interpretation von vielen Seiten offen bleiben. Im Falle von The Descent funktioniert dies allerdings nicht. Die psychosexuellen Dimensionen des Kampfes der nun ihrer zivilisatorischen Firnis entledigten Amazonen mit den meist maskulin konnotierten, wiewohl nur entfernt menschenähnlichen Crawlers tief unter der Erde, werden schon im Vorfeld durch tumbe Charakterisierungsversuche und einen unglaubwürdigen Plot verschenkt.

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Kommentare


Albert Beckles

Endlich mal wieder ein guter Horrorfilm. Er gehört sicherlich nicht zu den besten , aber für das heutige Kino schon spitze.


dari

also echt!!!! so ein mist!!!


chewie

eine ziemlich unmotivierte rezension. gerade DASS "the descent" nicht gleich zu beginn sein genre preisgibt und ziemlich gut auch ohne monster funktionieren könnte und die klaustrophobische stimmung eben erstklassik, fast physisch vermittelt (licht! super! wahl des settings: großartig), macht den film so erwähnenswert. es werden dezent zitate gesetzt, ohne jedoch zu überfrachten und bestimmt erinnert man sich an fulci, aber es ist eben kein fulci und dass die splatterorgien am ende so gut funktionieren, verdankt man doch gerade dem zu anfang subtil gesponnenen beziehungsgeflecht (sollte man nicht unterschätzen). übrigens angenehm angetan war ich von den frauenfiguren (lara croft? - nein danke!), da wurden mal facetten aufgetan jenseits der üblichen eindimensionalen weiblichen charakterzeichnungen in der gesamten horrorfilmsparte. fazit: ein ziemlich intelligenter film, angenehm unaufgesetzt, klar, ohne unnötige mätzchen.


Franzi

Also, echt. Ihr habt doch keine Ahnung, der Film war genial!!!


wrongturn2006

Hi an alle,
aus diesem Film hätte man mehr machen können...zumindest hätte er in den Splattersequenzen ein wenig mehr Licht vertragen können, damit man was erkennt.

Von der Idee her war es zwar nichts Neues *unterirdisch, eingesperrt und immer irgendwas im Nacken, was einen killen will*, aber dennoch stellt der Streifen eine gute Popcorn-Kino Unterhaltung in den Raum...*wenn doch bloß mehr Licht verwendet worden wäre...;-)*

Grüssli, WrongTurn2006


siggi

ein unnötiger drecksfilm
der nicht annähernd "scary" ist


Flo

also ich fand den film nicht sooo spanned aber trotzdem voll geil ;) weis gar nich was ihr alle gegen den habt!!!


oliver

genau 1 jahr und 5 tage später franzi: der film ist genial!






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