The Amityville Horror

Von den Toten auferstanden? Mit The Amityville Horror geht der Wiederbelebungsversuch amerikanischer Gruselklassiker weiter...

The Amityville Horror 1

Der amerikanische Horror-Film befindet sich in einer Recycling-Phase. Bot das letzte Jahrzehnt mit Filmen wie Silence of the Lambs, Scream, Blair Witch Project oder Lost Highway noch äußerst eigenständige und komplexe Beiträge, die die Entwicklung des Genres vorantrieben, so kommt es momentan zu einem kreativen Stillstand. Die gegenwärtigen US-Filmemacher betätigen sich als Grabräuber und plündern neben japanischen Gruselerfolgen vor allem den eigenen Fundus an 70er-Jahre Horrorklassikern. Produzent Michael Bay vergriff sich im letzten Jahr an Tobe Hoopers Meilenstein The Texas Chainsaw Massacre (1974), nun liefert er mit The Amityville Horror ein Remake des gleichnamigen Films von 1979.

The Amityville Horror 2

Schon das Original ist in fast jeder Hinsicht ein belangloses Werk, für dessen Kultstatus weniger ästhetische Qualitäten als vielmehr der ihm eingeschriebene Mythos einer wahren Begebenheit verantwortlich sein dürfte. Auch Bays neue Version beruft sich auf den angeblich authentischen Fall der Familie Lutz: Zusammen mit seiner Frau Kathy (Melissa George) und seinen drei Stiefkindern bezieht George (Ryan Reynolds) eine alte Villa in Amityville, Long Island. Dort tötete der frühere Besitzer eines Nachts seine gesamte Familie – laut dessen Angaben hatte das Haus von ihm Besitz ergriffen und ihm den Befehl dazu erteilt. Nach und nach verfällt auch George dem Wahnsinn und scheint in die Fußstapfen seines Vorgängers zu treten.

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Wie schon in seinem Remake von Texas Chainsaw Massacre verpflichtete Produzent Bay auch für Amityville Horror einen Regisseur aus der Werbe- und Musikvideobranche, der sein Spielfilmdebüt gibt. Diese Strategie beinhaltet für den Produzenten – nicht aber für den Zuschauer – zwei Gewinn versprechende Aspekte: 1. das alte Material des Originals wird durch einen „hippen“, moderneren Video- und Werbe-Look verjüngt und dem pubertären Zielpublikum somit schmackhaft gemacht; 2. der Einsatz eines Regieneulings ermöglicht es Bay, diesen besser nach seinen eigenen Stil-Vorstellungen zu dirigieren. Das Ergebnis ist typisch für seinen Produzenten: Amityville Horror ist ein am Fließband entstandenes Produkt, das seine fehlende Substanz durch eine Überzahl an Effekten und den besagten „hippen“ Look zu ersetzen versucht.

Darüber hinaus vermag es Regisseur Andrew Douglas nicht, der Geschichte oder den Figuren Tiefe zu verleihen. Unüberzeugend und ohne einen gelungenen, weil vorhersehbaren narrativen Aufbau folgt Schock auf Schock, wobei ein jeder mit unheilschwangerer Musik plakativ unterlegt wird - nur: wirklicher Horror entsteht dabei nicht. Zu schnell durchschaut man die simple Rezeptur der Effekthascherei, mit der Bay und Douglas am Werke sind. Ihr Film ist kalkulierte Konfektionsware, der jegliche Originalität abgeht.

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Wie die Narration entpuppt sich auch die Bearbeitung des zentralen Gegenstandes und eigentlichen Hauptcharakters, das Spukhaus, als konventionell. Das romantische Motiv des fluchbeladenen, sich verselbständigen Hauses ist in seiner jahrhundertealten Geschichte zu einem Klischee erstarrt, das einer Neuinterpretation wie in Stanley Kubricks The Shining (1980) bedarf, um heute noch funktionieren zu können. Doch bei Bay und Douglas obsiegt das Althergebrachte. Ihr Schauplatz mit seiner viktorianischen Architektur, den augenähnlichen Fenstern, dem Bösen im Keller und den dunklen Korridoren entspricht dem traditionellen Muster, das uns längst zur Gewohnheit geworden ist und nicht mehr schrecken kann. Horror wurzelt eben im Un-Bekannten, Un-Vertrauten, Un-Heimlichen.

Eng mit dem Spukhaus verbunden ist die Figur von George, eine Art menschlicher Verlängerung des Architektonischen. Auch sie vermittelt uns nicht das für einen Horrorfilm elementare Gefühl der Angst. Dies verschuldet vor allem Hauptdarsteller Ryan Reynolds, der eigentlich im Komödiengenre verwurzelt ist und mit dem Horrorfilm Neuland betritt. Hier erscheint er sichtlich fehlbesetzt: sein Wandel vom netten, liebenden Ehemann und Stiefvater zum mordlüsternen Wahnsinnigen überfordert ihn und wirkt denkbar unglaubwürdig. Bei aller Schwächen wusste der Originalfilm in diesem Punkt zu überzeugen: Anders als Reynolds verstand es James Brolin, die dunkle Seite seiner Psyche überzeugend auf die Leinwand zu bannen.

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Ein Horrorfilm wie dieser, dem die zentrale Figur des Monsters – d.h. das Spukhaus inklusive seiner menschlichen Erweiterung – derart misslingt, kann keine Angst, keine innere Anspannung, kein Schaudern erzeugen. Damit scheitert er bereits an der grundlegenden Aufgabe seines Genres. The Amityville Horror ist Beleg für die kreative Lähmung, die den amerikanischen Horrorfilm momentan befallen hat. Er gefällt sich in postmodernen Effekt-Spielereien und Wiederholungen, er tritt auf der Stelle. Das politisch, wie ästhetisch subversive Potential, das dem Horrorgenre in den 70ern zu Eigen war, ist in den heutigen Remakes der damaligen Filme verloren gegangen.

Trailer zu „The Amityville Horror“


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Kommentare


mike witschi

Nur als Ergänzung zu den bereits abgegebenen Kommentaren: Es macht im Fall vom Remake des Horrorfilm-Klassikers wenig Sinn, der Klasse der 70er-Jahre-Horror-Streifen nachzutaruern. Amityvill Horror hat durchaus sehr starke Seiten, versteht er es trotz des heute zugegeben abgestumpften Einatzes von Schockeffekten doch, eben diese Überaschungsmomente wirklich gut einzusetzen. Weder Musik noch Kameraführung verraten wirklich, wann und wo wieder ein übler STreich der Filmemacher auf den Herzschritt des Zuschauers einwirkt. Schauspielerische Leistungen und cineastische Innovation mal ganz beisete geschoben, Amityville Horror ist ein durchaus positiv zu bewertender Horrorfilm. Das macht sich vor allem am Anfang und auch am klassischen und doch überraschenden Abschluss sehr bemerkbar. Sicherlich, wer die anspruchvollere Variante dieses Plots möchte, sollte das Original oder noch viel besser Stanley Kubricks "Shining" schauen, aber muss man denn deswegen solcheinen recht gelungenen Popcornstreifen niederrezensieren?


Stefan Schulz

Also, ich verstehe eine Sache nicht:

Alle Personen meinen, Stanley Kubricks THE SHINING seie einer der besten Horrorfilme die es gibt,
vielleicht ist hier jemand,d er mir diese Fage beatwortet: Warum?
Ich habe mich nicht gegruselt.

Man sollte, wenn man schon von SPUKHaeusern redet lieber Stephen king`s Verison von THE SHINING in Anspruch nehmen, nicht die billige version von Stanley Kubrick, die zwar stark besetzt ist, aber nicht wirklich als Horror taugt.

Ich erwaehne dieses, weil die VOR- Rezesenten hiervon sprachen, und mich die Handlung von THE AMITYVILLE HORROR
sehr an dieses erinnert. vielleicht hat STEPHEN KING sich die alte filmversion als bispiel genommen... wer weis...

Also, was ich bisher gehoert habe, sohl gut sein, deswegen bin ch auch gezwungen diesen Film zu sehen...


DAmiano

Also ich finde den Film sehr gut bessonders weil er wahr ist ich hate drei TAge lang voll schiss naja er ist zu empfelen gru? an ale FAns


Bruce Lee

Dieser Horror Film gehört zu den guten der Neuzeit Horrorfilme. Es gibt nichts an diesen Film zu bemängeln. Nur ob diese geschichte ar ist das weiss keiner. Aber selbst wenn nicht der Film lässt sich verkaufen. Und auch mehrmals anschauen. Wer ihn noch nicht gesehen obwohl ich denke die meisten haben ihn schón gesehen nach holen. Nur wenn mann Horror mag.






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