Terminator - Die Erlösung – Kritik

Der erste Trailer war umwerfend, die ersten Reaktionen aus den USA vernichtend. Der Film selber rechtfertigt einen Gemütsaufruhr weder in die eine, noch in die andere Richtung.

Terminator - Die Erlösung

Der Judgement Day ist schon lange vorbei, die Rebellion der Maschinen mehr schlecht als recht überstanden, die Sarah Connor Chronicles (2008-2009) wurden im amerikanischen Fernsehen erst jüngst nach gerade einmal zwei Staffeln abgesetzt. So ganz erschließt es sich nicht, warum das Terminator-Franchise, das bereits nach der gründlich misslungenen zweiten Fortsetzung aus dem Jahr 2003 nicht mehr so recht am Leben zu sein schien, immer noch weitergeführt wird. Tatsächlich fühlt sich der neueste Film nie so ganz wohl in seiner Blockbusterhaut, unter der sich, das wird schnell deutlich, ein klassisches B-Movie befindet, das auch mit einem Budget von 200 Millionen das epische Format, auf das die Produzenten zielen, eher schlecht als recht simulieren kann.

Im Jahr 2018 haben die Maschinen, das wissen wir bereits seit James Camerons Terminator aus dem Jahr 1984, über die Menschheit gesiegt. Deren letzte Vertreter haben eine Rebellenorganisation gebildet und kämpfen von unterirdischen Basen aus gegen ihre metallenen Widersacher. Der Anführer ist John Connor, dessen Leben Arnold Schwarzenegger als Terminator im zweiten und erfolgreichsten der Filme beschützen musste. Inzwischen hat Connor die Gestalt von Christian Bale angenommen, dem Schauspieler, der spätestens seit The Dark Knight (2008) zu Hollywoods größten Hoffnungsträgern gehört und dessen jetzt schon legendärer Wutausbruch während des Drehs die gesamte Werbekampagne der Produktion überschattete. Connor und die übrigen Rebellen treffen auf Marcus Wright (Sam Worthington), einen geheimnisvollen Kämpfer mit mysteriöser Vergangenheit.

Terminator - Die Erlösung

Als McG zum Regisseur dieses vierten Teils der Terminator-Reihe berufen wurde, befürchtete so mancher die totale Postmodernisierung des Franchises, schließlich ist der Mann mit dem einprägsamen Pseudonym für die beiden Charlie's Angels-Streifen (2000 & 2003) und deren dekonstruktivistische Ästhetik verantwortlich. Terminator: Die Erlösung ist in dieser Hinsicht deutlich zurückhaltender. Im Vergleich zu den Filmen Michael Bays oder Tony Scotts erscheint McGs Film in seiner Inszenierung fast wertkonservativ. In den Actionszenen leistet er sich, dem Budget gemäß, einige Extravaganzen, wie beispielsweise eine Reihe extrem aufwändiger travelling shots, Scotts desorientierende Handkameraorgien oder Bays Farbexpressionismen aber sucht man vergebens. Dominierend ist ein düsterer, dreckiger Look, die besten Sequenzen – hervorzuheben ist vor allem eine epische Verfolgungsjagd nach einem guten Drittel der Laufzeit – bestechen durch simple, aber natürlich dennoch millionenschwere Wucht: Körper auf Metall, Metall auf Körper, Körper aus Metall, Metall im Körper.

Terminator - Die Erlösung

Nach dieser Verfolgungsjagd nimmt der Film, der sich vorher doch etwas allzu zäh an den Klischees des Endzeitfilms abgearbeitet und sogar das obligatorische putzige Kind eingeführt hat, Fahrt auf. Freilich nicht in intellektueller Hinsicht. Dem Grundkonflikt, der diesen Mittelteil prägt, nämlich der Frage, was den Menschen zum Menschen macht, gewinnt der Film keine interessanten Perspektiven ab. Man vergleiche die diesbezüglichen hanebüchenen Dialoge nur einmal mit den vielschichtigen moralischen, sozialen, psychologischen und politischen Fragestellungen, die die Fernsehserie Battlestar Galactica (2004 – 2009) demselben Problem entlockt. Aber die Bilder, die McG in dieser Phase für die Flucht Marcus Wrights durch Sümpfe und Stacheldraht findet, die können sich sehen lassen.

Gegen Ende kippt dann doch manches ins Lächerliche. Einen komplett computeranimierten Arnold Schwarzenegger beispielsweise braucht die Welt nun wirklich nicht. Und auch auf den Versuch, das „Skynet“, das allmächtige Computernetzwerk, das die Terminatoren kontrolliert und die Menschheit unterdrückt, zu visualisieren, hätten die Produzenten lieber verzichten sollen. Die Totalität, die dabei in bildschirmschonerartigen  Animationen aufscheint, ist höchstens die der Eurodance-Musikvideos der 90er-Jahre.

Terminator - Die Erlösung

Was bleibt, sind harte, manchmal buchstäblich stahlharte Männer umgeben von Öl, Schlamm und rostigem Stahl: Wer sich mit damit abzufinden vermag, dass McG seinen Terminatorfilm auf die klassischen Formen der trashigen Endzeitstreifen der siebziger und achtziger Jahre reduziert, der wird in diesem Film seinen Spaß haben. Die Kamera liebt diese Männer und sie verweilt immer wieder deutlich länger als für den Erzählfluss notwendig auf ihren Gesichtern und Körpern. In einer frühen Szene gleitet sie ganz langsam, Stück für Stück, an Sam Worthingtons Körper empor. Zwar hat diese Einstellung, soviel kann hier verraten werden, durchaus eine narrative Funktion, aber ihr eigentlicher Zweck liegt zweifellos in der Kondensation von Männlichkeit, die sie einfängt. Das nimmt zwar nie dasselbe Ausmaß an wie in X-Men Origins: Wolverine (2009), in dem Hugh Jackman noch jedes Mal sein T-Shirt auszieht, wenn dem Drehbuch nichts mehr einfällt, doch auch bei McG ist klar, welches Geschlecht  im zeitgenössischen Actionkino zum primären Objekt des Blicks geworden ist.

Trailer zu „Terminator - Die Erlösung“


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Kommentare


Dave

Cooler Review zu coolem Film.

Nur der IMDB-Link scheint nicht ganz zu stimmen, sofern Till Schweiger nicht der nächste Terminator werden soll ;)


Gunther

Cooler Review zu coolem Film.


Klode

Film spielt zu 90% im Halbdunkel und bei starken Regen. 100% nicht sehenswert.


Richard

also ick fand den film richtig bombe gut! Det spiel hab ick mir och vorher besorgen lassen. richtig jutes geballer. kam mir selber vor wie arnie.


Stephan

Völliger Blödsinn.Dieser Film wird Christian Bales Qualitäten als Schauspieler nicht gerecht,wer Machinist gesehn und The Dark Knight erlebt hat,wird enttäuscht sein.
Und das Game zum Film is noch ne Spur grottiger.Die Frage is auch wie man sich da wie Arni fühlen kann,wenn man nicht mal Arni spielt???


javansee

gemischte Gefuehle...

ich habe wohl zu grosse Erwartungen in den vierten Teil gesetzt. Mir war der vierte Teil zu schleppend. Schon der Anfang laesst alle Freude verpuffen. Eine Gefaengnisszene die eher auf die Traenendruese abzielt. Naja dann gehts weiter und es erinnert so an MAD MAX :) wobei der war zu seiner Zeit einfach der Brecher war. Die Action Szenen schaffen es nicht den Zuschauer zu fesseln, auch die gute Schauspielerische Leistung von Christian Bale koennen daran nicht aendern.
Schade eigentlich, die Story vom Terminator gibt soviel her, leider meiner Meinung nach ein Griff ins Leere. ...






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