StreetDance 3D

Britische Street-Dance-Truppen kämpfen um die nationale Meisterschaft: Das ist gut gemachtes Tanzkino, trotz dreier Dimensionen ohne große Tiefen.

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Man muss anerkennen, dass der Tanzfilm besonders geeignet ist, um die Vorzüge der 3-D-Technik im Kino zu zeigen, die ja seit einiger Zeit wieder große Konjunktur hat. Denn hier, wo der Schwerpunkt der Darstellung meist weder auf Effekten noch auf komplexen Charakterzeichnungen liegt, kann das, was sonst allzu oft bloß Gimmick und nur bei sehr gekonntem Einsatz dem Film etwas Substanzielles hinzufügt, eine wichtige Aufgabe übernehmen: Körper in ihrer Bewegung durch den Raum wirklich sichtbar machen und zueinander positionieren.

Insofern darf man auch schon gespannt sein auf in 3-D aufgezeichnete Ballettaufführungen – vorerst aber gibt der Markt nur her, was sich auch gut verkauft. Und so gibt es in diesem Jahr gleich zwei Filme mit eher populären Tanzformen der Straße zu sehen – für den August ist Step Up 3-D (2010) angekündigt, die Fortsetzung von Step Up (2006) und Step Up to the Streets (Step up 2 the Streets, 2008), schon jetzt kommt das britische Pendant Street Dance 3D in die Kinos.

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Der Film kommt deutlich weniger großspurig daher als seine amerikanischen Kollegen. Im Film von Max Giwa und Dania Pasquini geht es nicht um die welt- oder gar lebensverändernde Kraft des Tanzens, sondern gerade einmal um das, was die Protagonisten gerne tun, was sie sich vielleicht erträumen, und ein bisschen um Selbstachtung und Ausdauer. Natürlich ist auch der nationale Street-Dance-Wettbewerb zu gewinnen, aber selbst das wird im Grunde nur zurückhaltend thematisiert.

Pathos und Superlative findet man hier also selten, und dieses britisches Understatement macht den Film gleich viel sympathischer. Jay (Ukweli Roach) leitet eine Street-Dance-Truppe, die gerade die Zulassung zum Meisterschaftsfinale geschafft hat, als er sich von der Gruppe und seiner Freundin Carly (Nichola Burley) zurückzieht; er brauche Zeit und Raum für sich, zum Nachdenken.

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Auf der Suche nach neuen Räumen für ihr Training lernt Carly zufällig Helena Fitzgerald (Charlotte Rampling, in einigen Szenen auf abenteuerlich hohen Absätzen unterwegs) kennen, die an der Royal Dance School Ballett unterrichtet; diese bietet ihr Räume in der Schule an, wenn Carly dafür die Tänzer aus Helenas Klasse, die zwar gut, aber ohne Esprit tanzen, in ihr Programm mit einbindet.

Street Dance 3D macht damit eine Auseinandersetzung zum expliziten Thema, die im Genre allerspätestens seit Save the Last Dance (2001) fest verankert ist. Die scheinbaren Gegensätze der Tanzstile, deren Gegensätzlichkeit nur dadurch behauptet werden kann, dass man andere moderne Formen  von Tanz ausblendet , werden fast immer auch mit sozialen und kulturellen Widersprüchen assoziiert, die sich zum Filmende hin stets in einer Fusion von Schritten, Drehungen und Lebensentwürfen verbinden. Street Dance 3D transportiert dabei unterschwellig auch eine politische Botschaft, indem er eine nur aus Schwarzen bestehende Tanzformation für „reinen“ Street Dance mit Carlys ethnisch wie tänzerisch gemischter Gruppe positioniert.

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Der Ruf nach weniger Segregation und größerer Integration findet sich allerdings in den zum generischen Grundrepertoire gehörenden Liebesgeschichten des Films nicht wieder: Da wird brav nach Ethnien getrennt. Das Drehbuch von Jane English lässt übrigens auch sonst kaum eine Standardsituation aus – der Film bleibt so auch in dramatischen Situationen emotional eher wenig aufregend.

Dafür sind die Tanzszenen durchaus nicht schlecht gemacht. Giwa und Pasquini haben sich ihre Sporen (als Max & Dania) mit Musikvideos verdient, und das sieht man dem Film auch an. Zwar sind sie bei ihrem ersten Langfilm keineswegs der Versuchung erlegen, alles einer schnellen Clipästhetik zu unterwerfen; wenn getanzt wird, wird aber spürbar, wie sehr die beiden willens waren, die ihnen zur Verfügung stehende technische Technik auch auszunutzen. So gibt es Momente, in denen „Bullet Time“ eingesetzt wurde und die Kamera um die Tänzer herumzufliegen scheint, während diese in der Bewegung erstarrt sind.

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Leider nimmt sich der Film zu wenig Zeit, um das volle Potenzial dieser Momente – gerade in Verbindung mit der 3-D-Technologie – auszukosten. Diese Drehungen und Bewegungen brechen oft ab und fühlen sich unvollendet an – zumal drumherum zwar gekonnt getanzt wird, die beschworene Fusion von Ballett und Street Dance dann aber doch lange nicht so atemberaubend ausfällt, wie uns der Film glauben machen will.

Trailer zu „StreetDance 3D“


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Kommentare


DJBase

Ich muss sagen der Film is einfach nur geil !!!

Ich habe ihn mir schon angeguckt ;)

ich kann nur sagen EMPEHLENS WERT !!


Steffy2402

Dieser film ist einfach nur der wahnsinn, man hat hier wiedereinmal eine welt für tanzliebhaber und tänzer gemacht. Wenn man diesen film kuckt will man einfach nur aufstehen und mittanzen. Und dieser Tanzfilm ist zwar so ähnlich wie Step up / ~ 2 the streets, aber dieser film ist sehr an das normale leben eines tänzers geknüpft. denn in diesem film geht es sehr viel ums geld freundschaft un liebe. Außerdem un die leidenschaft und die freude am Tanz.

Dieser film ist wie gescchaffen für träume, träume die wahr werden können indem man zum richten zeitpunkt die richtigen leute trifft...

Ich träume auch eine berühmte aba nicht abgehobene und neunmalkluge Tänzerin zu werden und dieser Film hat mir gezeigt das es nicht so einfach ist, aba trotzdem zu schafen man muss sich bloß mühe geben und mit herz und seele dabei sein sonst schafft man es nicht.

MFG Stephanie, 15 (Oschatz(Sachsen))


tzzz

bohhh hammer der film ich liebbe den film ist auch mein lieblings film ...:)


Michael

Der Film ist sehr einfach gehalten. Ich finde da gab es bessere Tanzfilme. Auch mit dem 3D Effekt hat man sich etwas mehr erhofft. Die erwünschte Mischung aus den Tanzstilen ist nicht so gelungen wie es schon weiter oben berichtet worden ist. Ich finde man hätte sich da mehr Mühe geben sollen. Die Choreo hätte meiner Meinung nach auch etwas ausgefallener sein können. Irgendwie hat man das Gefühl, dass man das alles schon gesehen hat und man nicht mal dazu sagen "the old wine in a new bottle".

MfG
Michael


StreetDanceHader

Der Film ist einfach nur grotten schlecht!!!
Die tanzscenen sind ja gut, aber wer auf die Idee kommt einen Tanzfilm zu drehen bei dem Ballet mit Streetdance kombieneiert wird gehört für mich erschossen!!!
So etwas unkreatives gehört echt verboten.
Ist ja ok wenn bei Tanzfilmen der Tanz im Vordergrund steht und die Story nur nebensächlich aber bei so dreisten Storys muss ich echt kotzen. Es gibt genug Ballet-Streetdance Filme.
Warum nicht einmal eine gute Story???






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