Stomp the Yard

Tanzfilme zeichnen sich gemeinhin durch eine eher schlichte Dramaturgie aus. Stomp the Yard ist jedoch ein echtes Ärgernis, weil er den Intellekt seiner jugendlichen Zielgruppe maßlos unterschätzt und sich gleichzeitig an pubertären Männlichkeitsritualen ergötzt.

Stomp the Yard

Was kommt heraus, wenn Filmproduzenten beschließen, mit Blick auf die Zielgruppe der durch das Musikfernsehen und Hip Hop sozialisierten Jugendlichen ein Kinoprojekt in Angriff zu nehmen? Vermutlich heißt das Resultat Stomp the Yard, eine auf Hochglanz polierte Mischung aus wilden Tanzeinlagen und harmloser Teenie-Romanze.

Um vor allem den weiblichen Teil der anvisierten MTV-affinen Zielgruppe in das Kino zu locken, bedurfte es zunächst einer Besetzung aus knackigen, durchtrainierten Jungs. Columbus Short in der Rolle des 19jährigen DJ ist sicherlich die richtige Wahl. Er besitzt das passende Lächeln und den passenden Body. Und er weiß, sich zum Rhythmus der treibenden Beats zu bewegen. Damit sich die männlichen Begleiter im Publikum bei der auf der Tanzfläche ausgetragenen Testosteronschlacht zweier rivalisierender Studentenverbindungen nicht vollkommen ausgeschlossen fühlen müssen, gibt es den Part von Meagan Good. Wenn sie verführerisch in die Kamera blickt und ihre Reize präsentiert – so das Kalkül –, fallen die fast schon selbstparodistischen „Qualitäten“ der Geschichte weniger ins Gewicht . Die von Good verkörperte April hat es nämlich nicht nur DJ angetan, auch der arrogante Grant (Darrin Henson), der beste Tänzer der Stepping-Verbindung „Mu Gamma“ und DJs Intimfeind, will seine Ex zurückerobern. Dramaturgisch schraubt sich Stomp the Yard mit einer nur schwer zu ertragenden ernsten Attitüde bis zu einem nationalen Stepptanz-Turnier hoch, bei dem es zum finalen Kräftemessen zwischen den beiden Studenten-Gruppen der „Thetas“ und „Mu Gammas“ kommt.

Stomp the Yard

Der Film zelebriert einen neuartigen Tanzstil, der sich als eine von afrikanischen und modernen Streetstyle-Elementen beeinflusste Art des Stepptanzes umschreiben lässt. Übertriebene Männlichkeitsrituale und selbstdarstellerische Posen durchziehen die Einlagen der einzelnen Studenten-Teams. Die von sich eingenommenen Tänzer lösen jedoch nicht nur Bewunderung aus. Eher wirkt ihr Posing zuweilen abschreckend und unfreiwillig komisch

Nachdem im Hip Hop-Milieu situierte Geschichten (8 Mile, 2002; Hustle & Flow, 2005) sich bereits als erfolgreiches Sub-Genre urbaner Gegenwartsstudien etablieren konnten, versuchte Regisseur Sylvain White, die Coolness der vor allem von Schwarzen gepflegten Jugendkultur des Stompin’ in einen klassischen Coming-of-Age-Plot zu integrieren. Doch gerade in Sachen Charakterzeichnung und Dramaturgie fährt White das Projekt ungebremst gegen die Wand. In Stomp the Yard regiert ein zweifelhaftes “Best-of“ bekannter Teeniefilm-Klischees, wenn der gutherzige Nobody sich in das Herz seiner Liebsten tanzen darf.

Trailer zu „Stomp the Yard“


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Kommentare


jk

Ich kann die Kritik des Autoren nicht verstehen. Ich fand den Film einfach klasse...und wenn man mal nicht nur vor dem DVd Player oder im Kino hängt (wie der Autor) lernt man ein ähnliches Berlin wirklich kennen...


bobo

einfach lächerlich......um was geht´s da noch? würg, öchel


Kittyhawk

Hey JK, wo der Autor so rumhängt, kannst Du ja wohl schlecht wissen ...


pjotr

hey jk, bist du nicht derjenige, der immer in der videothek ist oder vor dem kino international rumlungert, um stars zu sehen?






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