Star Wars: The Clone Wars

Lichtschwerter blitzen, weiß uniformierte Klonkrieger feuern auf Roboterarmeen, Raumschiffe gleiten durchs im Neonlicht glänzende All. Jabba the Hutt ist mit von der Partie, ebenso R2-D2. Star Wars ist zurück im Kino. Aber warum?

Star Wars: The Clone Wars

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Ganz einfach zu verstehen ist es nicht, was es genau mit diesem Film auf sich hat. Star Wars: The Clone Wars ist kein Teil der offiziellen Star Wars-Filmreihe (1977-2005), schließt aber direkt an deren fünften (der internen Chronologie nach zweiten) Teil Star Wars Episode 2: Angriff der Klonkrieger (Star Wars Episode 2: Attack of the Clones, 2002) an. Die Hauptfiguren dieses Films sind auch hier die Protagonisten. Allerdings sehen sie ein wenig anders aus: Die menschlichen Schauspieler werden durch ihre digital animierten Comicebenbilder ersetzt.

Dem Star Wars-Universum war von Anfang an die Tendenz zur Expansion inhärent. Auf eine Handvoll aufwändig produzierte Blockbuster, das wurde schnell klar, wollte George Lucas seine episch angelegte Space Opera nicht begrenzt sehen. Und so entstanden im Lauf der Jahre zahllose Computerspiele, Fernsehserien, Romane, Comics, Vergnügungsparkattraktionen, Sammelkarten und Actionfiguren. Seit dem Relaunch der Hauptserie Mitte der 90er hat sich die Expansion des fiktiven Universums noch einmal beschleunigt.

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Ein Knotenpunkt der Star Wars-Welt sind die Klonkriege, eine der zentralen Auseinandersetzungen zwischen Gut und Böse, beziehungsweise deren lucasschen Pendants, den Jedi-Rittern und dem Sith-Orden. Während der Waffengang in der zentralen Filmserie größtenteils Auslassung blieb, wurde er in anderen Medien umso ausführlicher behandelt. Und nun eben doch noch einmal im Kino.

Allerdings nur auf Umwegen. Star Wars: The Clone Wars ist im Grunde nicht mehr als ein erweiterter Pilotfilm, der im Kino statt im Fernsehen stattfindet. In den USA wird dieses Jahr eine gleichnamige Animationsserie starten. Dass deren Teaser auf der großen Leinwand platziert wird, ist Gerüchten zufolge einer spontanen Idee George Lucas' zu verdanken.

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Der Film versucht erst gar nicht, seine Herkunft zu leugnen. Sowohl technisch als auch erzählerisch ist Star Wars: The Clone Wars ein typisches Fernsehprodukt. Man vergleiche nur die Animationstechnik mit der der Pixar-Streifen. Wo letztere Jahr für Jahr immer komplexere Welten entwerfen und fotorealistische Texturen anstreben, betont Star Wars: The Clone Wars das Comichafte auf Kosten des dreidimensionalen Eindrucks und der Detailfülle. Nur ein Minimum an Mimik gestatten Lucas und Regisseur Dave Filoni ihren Figuren, Haare und Bart bleiben gänzlich unbewegt und die Hintergründe dezidiert stilisiert und meist statisch. Die ihm zugrundeliegenden Zeichnungen verleugnet der Film nie.

Das Ergebnis ist eine sonderbare, aber nicht reizlose Mischung aus Zwei- und Dreidimensionalität. Rein technisch betrachtet kann der Film der Konkurrenz nicht das Wasser reichen, für einen kleinen, temporeichen Streifen aber ist die Optik ideal. Nur ob sie die große Leinwand rechtfertigt, darüber darf gestritten werden.

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Die gesamte Ästhetik orientiert sich eher am japanischen Anime als an Pixar, nicht nur, was die Detailarmut angeht. Auch Bildgestaltung – extreme Winkelungen, „Großaufnahmen“ der Augenpartien, häufige Perspektivwechsel in den Actionsequenzen – deuten auf diese Orientierung. Und schließlich kann es kein Zufall sein, dass es sich bei dem einzigen nennenswerten Neuzugang des Star Wars-Universums, den Star Wars: The Clone Wars präsentiert, um Ahsoka Tano handelt, eine junge Jedi-Schülerin, die nicht nur einen japanisch anmutenden Namen trägt, sondern auch mangatypische Gesichtszüge.

Womit wir bei der Handlung angelangt wären. Das Jedi-Handwerk lernen soll Ahsoka von Anakin Skywalker, jenem Jedi-Ritter, der eines Tages als Darth Vader auf die dunkle Seite der Macht überwechseln wird. Von solcher Dramatik ist in Star Wars: The Clone Wars noch nichts zu spüren. Hier ist Anakin ein loyaler Diener der Republik und soll, gemeinsam mit seinem Mentor Obi-Wan Kenobi und seiner neuen Schülerin, den entführten Sohn des Schleimmonsters Jabba the Hutt retten, damit dessen Vater im laufenden Klonkrieg die richtige Position bezieht. Etwas dagegen haben der aus Star Wars Episode 2: Angriff der Klonkrieger bekannte Count Dooku und dessen glatzköpfige Gehilfin Asajj Ventress. Star Wars-Fans dürfen sich außerdem auf ein Wiedersehen mit einigen der beliebtesten Figuren des Universums freuen. Neben Jabba – dessen bizarrer Sohn die eigentliche Attraktion des Films darstellt – haben unter anderen Meister Yoda, der niedliche Roboter R2-D2 und der in den Realfilmen von Samuel L. Jackson verkörperte Jedi-Ritter Mace Windu Gastauftritte.

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Bezogen auf die gesamte Saga sind die Ereignisse allesamt von eher peripherer Bedeutung. Entschieden wird der Krieg anderswo, dessen Ausgang kennt man ohnehin. Am Ende des Films hat sich für keine der Parteien Entscheidendes geändert, während andererseits nicht alle Handlungsstränge einen Abschluss gefunden haben. Auch solche Erzählstrategien verweisen auf die kommende Fernsehserie. Zumindest gelingt es Star Wars: The Clone Wars, auf diese Serie Lust zu machen.

Filmkritik von Lukas Foerster

Veröffentlicht am 12.08.2008

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Film-Angaben

Titel: Star Wars: The Clone Wars

USA, Singapur 2008

Laufzeit: 98 Minuten

 

Regie: Dave Filoni

Drehbuch: Henry Gilroy, Steven Melching, Scott Murphy

Produktion: George Lucas, Catherine Winder

Montage: Jason Tucker

Musik: Kevin Kiner

Stimmen: Matt Lanter, Ashley Eckstein, James Arnold Taylor, Tom Kane, Christopher Lee, Samuel L. Jackson

 

Kinostart: 14.08.2008

 

DVD-Angaben

Titel: Star Wars: The Clone Wars

Vertrieb: Warner Home Video

Bild: 2,35:1, 16:9

Sprache(n): Deutsch (DD 5.1), Englisch (DD 5.1), Spanisch (DD 5.1), Portugiesisch

Untertitel: Deutsch, Englisch für Hörgeschädigte, Portugiesisch, Spanisch

Altersfreigabe: ab 12 Jahren

Spieldauer: 94 Minuten

 

Extras: Audiokommentar

 

Verleih ab: 15.12.2008

Verkauf ab: 15.12.2008

 

Copyright Star Wars: The Clone Wars

Fotos: © Warner Bros.

 

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