Stage Beauty

Richard Eyre verfilmt bemüht das Leben des Schauspielers Edward Kynaston, der im 17. Jahrhundert der Star unter den britischen Frauendarstellern war – bis der König auch für Frauen die Bühne öffnete.

Stage Beauty

In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts ist Frauen die Arbeit als Schauspieler auf britischen Bühnen nicht erlaubt. Ihre Rollen werden von Männern gespielt, von denen einige es zu einzigartiger Kunstfertigkeit brachten. Der vielleicht berühmteste unter ihnen war Edward Kynaston (Billy Crudup). Als jedoch seine Assistentin Maria (Claire Danes) sich heimlich auf die Bühne wagt und Erfolg hat, tritt sie damit eine Lawine von Ereignissen los, über die sie keine Kontrolle hat. So beschließt König Charles II (Rupert Everett), der althergebrachten Theaterinszenierungen müde, den Beruf der Schauspielerei auch für Frauen zu öffnen – ein Entschluss, der Kynaston seine Existenzgrundlage entzieht und ihn sozial abstürzen lässt. Währenddessen steigt Maria zum neuen Stern am Theaterhimmel auf.

Ein Film über das Londoner Theater des 17. Jahrhunderts, über Männer, die Frauen darstellen – das klingt ein wenig nach einem etwas später angesiedelten Shakespeare in Love (1998), John Maddens brillanter fiktionaler Verfilmung des Lebens des großen Dichters. Mit diesem gemeinsam hat Stage Beauty einige Schauspieler, wie den großartigen Tom Wilkinson und den scharfzüngigen Rupert Everett, amerikanische Hauptdarsteller und eine ungewöhnliche Liebesgeschichte. Allerdings hält Richard Eyres Film dem Vergleich nicht stand.

Stage Beauty

Erstmal sind die Sympathiepunkte zu nennen, die Schwarze Schafe schon wegen seiner Produktionsgeschichte verliehen werden müssen: Ohne Fördergelder gedreht, auch ohne Gagen, dafür mit viel Enthusiasmus. Der Schweizer Regisseur Oliver Rihs, der seit sieben Jahre in Berlin lebt, wollte ein Porträt seiner Wahlheimat schaffen und animierte mehrere befreundete Autoren dazu, Berlin-Geschichten vom unteren Ende der sozialen Leiter zu schreiben, die er selbst dann in ein Drehbuch goss. Dazu kommt das schmutzige Schwarzweiß, versehen mit einigen Farbklecksern, wie sie schon Francis Ford Coppola in Rumble Fish (1983) oder Akira Kurosawa in Zwischen Himmel und Hölle (Tengoku to jigoku, 1963) verwendet haben.

Die Entscheidung, in Schwarzweiß zu drehen, wurde nach Rihs’ Angaben auch zur Schonung des Publikums gefällt, das von den verschiedenen Körperflüssigkeiten, die in jeder der fünf Episoden eine erhebliche Rolle spielen, sonst abgelenkt zu werden drohte. „Der Zuschauer soll nicht kotzen, er soll lachen“, meint Rihs. In der Tat sind Dinge wie Kot, Mageninhalt oder Blut ohne Farbe angenehmer anzusehen.

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