Solange du da bist

Geister, die unliebsame Bewohner aus Häusern vertreiben wollen, kennt man vor allem aus alten Gruselfilmen. Mark Waters Film geht mit dieser Ausgangssituation spielerisch um und nutzt sie für eine romantische Komödie.

Solange du da bist

Liebesbeziehungen zu Verstorbenen, vor allem solche mit sexueller Komponente, sind eigentlich ein Thema, das Filmen vorbehalten ist, welche sich am äußersten Rand der Kinolandschaft befinden, wie etwa Jörg Buttgereits Undergroundklassiker Nekromantik (1987). In einem Starvehikel für Reese Witherspoon scheint ein solches Motiv denkbar fehl am Platz. Und natürlich funktioniert die ungewöhnliche Liebesgeschichte in Solange du da bist (Just Like Heaven) nicht als Tabubruch, sondern ist Teil einer gut konstruierten romantischen Komödie im besten Hollywoodstil. Technisch gesehen handelt es sich auch nicht um Nekrophilie, da das Objekt der Begierde ein Geist ist, dessen zugehöriger materieller Körper noch ein klein wenig Leben in sich hat.

Der Landschaftsarchitekt David Abbott (Marc Ruffalo) kann den Tod seiner Frau Laura auch nach zwei Jahren noch nicht verarbeiten, vernachlässigt seinen Beruf und fängt in seiner neuen Wohnung an, zu viel zu trinken. Das Auftauchen einer seltsamen Frau (Reese Witherspoon), die behauptet, die eigentliche Mieterin des Appartments zu sein, sich aber nicht an ihren eigenen Namen erinnern kann und die verstörende Eigenschaft besitzt, durch Wände gehen zu können, kann er jedoch nicht lange seinem durch Alkohol getrübten Bewusstsein anlasten. Zu penetrant versucht die eigentümliche Mitbewohnerin, ihn aus seinen eigenen vier Wänden zu vertreiben. Da außer ihm niemand in der Lage zu sein scheint, die aufdringliche Blondine wahrzunehmen, sieht er sich gezwungen, dem ebenfalls langsam an der Situation verzweifelnden Geist bei der Aufklärung der rätselhaften Ereignisse zu helfen. Bald stellt sich heraus, dass die namenlose Unbekannte Elizabeth Masterson heißt, als Ärztin in einem Krankenhaus arbeitete und dort nach einem Autounfall seit drei Monaten im Koma liegt.

Solange du da bist

Gerade im ersten Teil des auf Marc Levys Bestseller Et si c’était vrai (Solange du da bist, 2001) basierenden Films, welcher der Handlung der Vorlage, vor allem was das Ende betrifft, nicht allzu treu bleibt, gelingt es Mark Waters, das ungewöhnliche, aber gut konstruierte Szenario für rasante, prächtig funktionierende Situationskomik zu nutzen. Die Schauspieler haben ihre Rollen stets im Griff, vor allem einige Nebenrollen sind ausgezeichnet besetzt. Jon Heder als übersinnlich begabter Buchhändler Darryl mausert sich gar zu einem heimlichen Star des Films. Reese Witherspoon hat es allerdings, vor allem zu Beginn, schwer, neben dem glänzend aufgelegten Marc Ruffalo zu bestehen. Möglicherweise liegt dies auch daran, dass ihr Charakter doch etwas zu flach angelegt ist. Überhaupt verbergen sich hinter der übersinnlich-fantastischen Oberfläche recht gewöhnliche Figurenkonstellationen: die ehrgeizige Karrierefrau, der vor lauter Arbeit keine Zeit für die Liebe bleibt, trifft auf einen auf den ersten Blick zynischen und faulen, doch eigentlich sensiblen Mann, der natürlich am Ende genau der richtige für sie ist. Dieses konventionelle Muster stört allerdings über weite Strecken überhaupt nicht, da Solange du da bist vor allem über die konsequente Ausnutzung der im Plot angelegten Konstellationen funktioniert.

Der Streifen spielt äußerst effektiv mit den Klischees des Geisterfilms und wirkt streckenweise wie eine Parodie auf das Genre. Nicht nur, dass Reese Witherspoons Gespenst optisch alles andere als übersinnlich wirkt, sie selbst versucht auch, ihre magischen Fähigkeiten so gut es geht zu ignorieren. Wenn sie ein Telefon nicht aufnehmen kann, sondern durch es hindurch greift, ist dies die Schuld des Apparates, sicher nicht ihre eigene. Eine schwierige Gratwanderung stellen die Liebesszenen dar, nicht nur in technischer Hinsicht. Die langsame Annäherung der beiden anfangs feindselig eingestellten Mittdreißiger gipfelt in einer recht peinlichen Bettszene, in welcher der Geschlechtsakt, beziehungsweise dessen praktische Unmöglichkeit, durch aneinandergepresste Hände dargestellt wird.

Solange du da bist

Das Tempo und die Treffsicherheit der ersten Filmhälfte kann Mark Waters Werk leider nicht über die volle Länge halten. Gerade die Szenen, welche die Handlung vorantreiben, erscheinen oft wenig überzeugend, da sie die Konstruktion des Films anhand von Genreregeln allzu deutlich werden lassen. Vor allem das Ende des Films scheint etwas lieblos gestaltet, die bis hierher sehr unterhaltsame Geschichte von David und Elizabeth hätte einen deutlich besser ausgearbeiteten Abschluss verdient gehabt.

Kommentare


Stephan Zander

So mein kommentar zu "solange du da bist" das buch ist eines der besten die ich je gelesen habe ! der Film jedoch ist der größte mist .. er hat fast nix mehr mit dem buch zu tun .. gut die hälfte ist einfach rausgeschnitten (meiner Meinung nach ein sehr sehr wichtiger teil)

Warum wurden die namen geändert .. warum wurde die entführung des körpers so billig dargestellt .. wo ist der inspector wo ist das haus am meer ..

Vielleicht hätte doch Steven Spielberg den film machen sollen .. und nicht dieser Mark Waters!...

Ich bin sehr sehr enttäuscht von dem film!!


Chyla

Hi ihr...
also ich fande den Film echt gut, obwohl er wie alle klassischen Liebesfilme ist. Doch irgenswie hat er fast nicht mit dem Buch zu tun außer das die Frau ein Geist ist. Aber egal der war trotzdem klasse für verliebte und andere:-)KIZzzzzzzzzz


LueLue

Ich finde den Film einfach nur geil .......ich finde er ist einfach besonderst und guckt doch ma auf meine website www.luelue1991.piczo.com ;) luv ya all


Kratos

Zwar konnte ich das Buch leider nicht lesen (Bis vor wenigen Augenblicken dachte ich es gäbe nur ein Drehbuch (Peinlich)) doch ich habe den Film gesehen. (Sonnst würd ich hier ja auch keinen Kommentar schreiben) Ich fand die Story an sich sehr schön. Und die Szene in der die beiden Protagonisten die Hände zussamen pressten (Oder eben auch nich da es ja nicht geht) fand ich persönlich sehr ROMANTISCH. Ich Finde Reese Witherspoon hat den Geist sehr gut rübergebracht und werde mir den Film bestimmt ein zweites Mal ansehen. (Allerdings diesmal vieleicht lieber in weiblicher Begleitung, denn dann sind Liebesfilme noch einmal viel schöner.)






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