Silentium
Der neue Film mit dem österreichischen Kabarettisten Josef Hader ist die zweite Verfilmung eines Krimis von Wolfgang Haas, in dem die Salzburger Gesellschaft von der katholischen Kirche bis zu den Festspielen vorgeführt wird. Ein harmloses Kabinettstückchen mit ironischem Blick auf die österreichische Mentalität.

Silentium ist nach Komm, süßer Tod (2000) die zweite Verfilmung eines Krimis um den heruntergekommenen Privatdetektiv Simon Brenner. Mit satirischem Blick nimmt das österreichische Trio bestehend aus Regisseur Wolfgang Murnberger, Krimiautor Wolfgang Haas und Kabarettist Josef Hader die feine Salzburger Gesellschaft aufs Korn, ohne aber wirklich all zu böse zu werden.
Der Schwiegersohn des Festspielpräsidenten ist tot. Ob es Selbstmord war oder Mord soll der heruntergekommene Privatdetektiv Brenner herausfinden. Wer Detektiv Brenner kennt, weiß, dass dem eigensinnigen und etwas passiven Detektiv die Dinge eher zufällig zufliegen, als dass er sie beeinflussen kann. Und so deckt Brenner auf seine mürrische Art ein kriminelles Netzwerk im Dunstkreis von katholischer Kirche und den Salzburger Festspielen auf: Hinter den feinen Kulissen der Domstadt stinkt es gewaltig.
Diese Verfilmung des vierten Brenner-Krimis arbeitet vor allem mit ironischer Bildsprache und einem langsamen und der österreichischen Mentalität entsprechenden Wortwitz. Josef Hader, der spätestens seit Indien (1993) auch in Deutschland bekannt ist, verkörpert die Figur des Simon Brenner bitterkomisch als geschlagene, traurige Gestalt. Seine Ermittlungen geraten zum persönlichen Kreuzgang und zum Kampf gegen Windmühlen. Leider treibt die Dramaturgie des Films die verrücktesten Gerüchte, wirren Indizien und Intrigen etwas zu sehr in die Länge und auf die Spitze. Das entspricht zwar ganz den Haas-Romanen, in denen sich auch erst am Ende Unwichtiges und Wichtiges in kürzester Zeit zusammenfügt. Doch der Film bemüht zu sehr altbekannte Stereotype, denen er nicht viel hinzuzufügen hat, so dass die Gesellschaftskritik lediglich an der Oberfläche bleibt und nach all den breitgetretenen humoristischen Ideen das Interesse an der Enthüllung des Falls schwindet.
Filmkritik von Tillmann Allmer
Veröffentlicht am 03.03.2005
Kommentare zu Silentium
Thomas von Aquin 14.03.2005 00:27
Eine rasante, witzige und bitterböse Story? Großartige Darsteller(allen voran Josef Brenner...äh Hader)? Geiler Soundtrack von den Sofa Surfers? Ja, das Alles (und noch viel mehr) hat der Film. Wem schon der "Komm, süßer Tod" gefallen hat, der wird an diesen Film lieben! Anschauen, anschauen, anschauen....!
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Film-Angaben
Titel: Silentium
Österreich 2004
Laufzeit: 110 Minuten
Regie: Wolfgang Murnberger
Drehbuch: Wolfgang Murnberger, Josef Hader, Wolf Haas
Produktion: Danny Krausz, Kurt Stocker
Darsteller: Josef Hader, Simon Schwarz, Joachim Król, Udo Samel, Maria Köstlinger, Jürgen Tarrach
Kinostart: 03.03.2005
DVD-Angaben
Titel: Silentium
Vertrieb: Kinowelt Home Entertainment
Bild: 1,78:1, 16:9
Sprache(n): Deutsch (DD 5.1)
Untertitel: keine
Altersfreigabe: ab 12 Jahren
Spieldauer: 112 Minuten
Extras: Interviews mit Josef Hader, Wolfgang Murnberger, Wolf Haas; Backstage; Berlinale Presse; Berlinale Premiere; Szenen in anderen Schnittfassungen
Verleih ab: 20.09.2005
Verkauf ab: 18.10.2005
Copyright Silentium
Fotos © Senator Film
BERLINALE 2012

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