Salto für Anfänger

In dieser schwedischen Variante von Bridget Jones – Schokolade zum Frühstück (Sharon Maguire, 2001) kämpft eine arbeitslose Schauspielerin Ende 30 mithilfe eines frisierten Lebenslaufs um eine Rolle – und natürlich um die Liebe.

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Von all den Bridget-Jones-Klonen ist Salto für Anfänger (Underbar och älskad av alla (och på jobbet går det också bra)) noch einer der angenehmeren, wenn auch offensichtlichsten. Die Ähnlichkeiten sind frappierend: Bella (Martina Haag) ist Single (und sogar schon fast vierzig; Bridget bekam ja bekanntlich bereits mit 30 Torschlusspanik), benimmt sich auf Partys zuweilen daneben (man erinnere sich an die Salman-Rushdie-Szene im Vorbildfilm), verliebt sich in einen amourös eher unzuverlässigen Kollegen (damals war das Hugh Grant, hier ist es der vom Typ her ähnlich charmante Nikolaj Coster-Waldau) und stolpert von einer Peinlichkeit in die nächste.

Aber auch wenn all das also nicht sehr originell ist, so verkörpert Martina Haag, die hier die Hauptrolle in der Verfilmung ihres eigenen Romans übernommen hat, diese zwischen Trotteligkeit und Kämpfernatur changierende Figur doch mit jeder Menge schön anzuschauender Verve. Was auch immer schief geht, Bella verliert nie den Glauben an sich selbst – und ist nur zu gern bereit, für diesen Glauben die Realität auszublenden.

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Als der Film beginnt, sitzt sie in ihrer mit kräftigem Rot und Grün ausgestatteten Mädchenwohnung und wartet auf Engagements. Die nicht mehr ganz junge Schauspielerin ist nämlich nicht nur ohne Mann, sondern auch ohne Job. Die Chance ihres Lebens ergibt sich mit einer Rolle am Königlichen Dramatischen Theater, in einer Inszenierung von keinem Geringeren als Ingmar Bergman. Der 2007 gestorbene Film- und Theaterregisseur lebte noch, als Salto für Anfänger gedreht wurde; in einer kleinen Traumsequenz schleicht sich Bella sogar an sein Haus auf der Insel Fårö heran und beobachtet den im Wohnzimmer sitzenden Meister durch das Fenster.

Bergman, der im Übrigen von allen nur „Ingmar“ genannt wird, aber nicht persönlich im Film auftritt, will für seine Version von Shakespeares „Was ihr wollt“ einige Szenen mit Akrobatik auf die Bühne bringen, und die komplett unsportliche Bella bekommt die Rolle nur, weil sie frech behauptet, früher in einem Zirkus gearbeitet zu haben. Diese Notlüge und die Suche nach dem richtigen Mann sind dann auch schon das Zentrum der Geschichte. Für eine recht flotte, wenn auch banale Komödie reicht das aber durchaus. Und am Schluss findet Salto für Anfänger dann doch noch zu einem eigenen Tonfall. Anders als Bridget Jones endet der Film nämlich nicht mit der endlich entdeckten Liebe zu Mr. Right, sondern mit einer perfiden Racheaktion an Mr. Wrong.

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Der Film nutzt das Schauspieler-Milieu, in dem er spielt, für zahlreiche Gastauftritte schwedischer Stars, die allerdings den deutschen Zuschauern weniger bekannt sein dürften. Eine Ausnahme ist da sicherlich Mikael Persbrandt, der in den Kommissar-Beck-Filmen im Fernsehen den Gunvald darstellt.

Kommentare


maci

Herrlich ...hat mir wesentlich besser gefallen als Bridget Jones.

Sehenswert!






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