Rush Hour 3
Jackie Chan und Chris Tucker prügeln sich durch ihre dritte Stadt: Paris. Der Film zeigt, warum zweite Fortsetzungen nur entstehen sollten, wenn es gute Gründe dafür gibt.

Man kennt das gelegentlich von lang laufenden Beziehungen, dass sie sich im Laufe der Jahre zu langweiligen Routinen abschleifen, dass der Esprit fehlt, der Charme und Witz des Anfangs. Vielleicht liegt darin die Antwort, warum die Beziehung zwischen Chris Tucker und Jackie Chan, die in Rush Hour begann, neun Jahre später im mittlerweile dritten Film der Reihe keine Funken mehr sprühen mag.
Rush Hour war 1998 nicht nur eine flotte und witzige Actionkomödie, sondern spielte auch mit der Tradition des buddy movies, das so gerne – von Lethal Weapon (1987) bis Miami Vice (2006) – einen weißen mit einem schwarzen Cop zusammenwirft und dennoch den Fragen nach Rassismus in der Gesellschaft aus dem Weg gehen möchte. Tucker und Chan verpassten ihrem Film gewissermaßen eine Überdosis Rassenproblematik und ließen im Spiel mit den Stereotypen über Schwarze und Asiaten, bei allem Klamauk an der Oberfläche, das heikle Thema leicht schillernd mitschwingen.

Wenn die Polizisten Carter (Tucker) und Lee (Chan) für Rush Hour 3 in Paris einfallen, dann bleibt von diesem Spiel nichts mehr übrig: Es gibt ein paar anzügliche Anmerkungen zu Franzosen samt kurzem Gastauftritt von Roman Polanski, ein paar langweilige zu Amerikanern, Tucker darf lüstern und doof, Chan leicht asexuell und entschlossen sein, das war es auch schon. Und viel interessanter wird der Film auch insgesamt nicht.
Vielleicht liegt das daran, dass Regisseur Brett Ratner, der alle drei Filme inszenierte, keine rechte Lust mehr hatte. Schon die Exposition wirkt derart lustlos zusammengestaucht, als habe man nur möglichst schnell einen Grund zusammenerzählen wollen, Carter und Lee nach Frankreich zu verfrachten. All das spielt deshalb für den Film auch keine wirkliche Rolle: Die beiden jagen hinter etwas her, was irgendeine Bedeutung für die Bekämpfung der chinesischen Triaden hat, und letztlich etwas anderes ist, als sie ursprünglich gedacht hatten – aber das ist, wirklich, völlig egal.

Über die ganzen 91 Minuten kommt nicht ein Hauch von Spannung auf, die Handlung entwickelt sich mindestens überraschungsfrei, meist sogar vorhersehbar, die Nebenfiguren sind dem Drehbuch gleichgültig, und so richtig schmerzhaft ist zweierlei: Der Film weiß zum einen mit der hier seltsam herb erscheinenden Schönheit von Noémie Lenoir nichts Rechtes anzufangen; zum anderen scheint die Schwerfälligkeit des Films auch daran zu liegen, dass Jackie Chan älter wird, sich bei Stunts doubeln lässt und deshalb die von ihm ausgestrahlte und umgesetzte körperliche Komik schlichtweg fehlt.
Es gibt, das muss man dem Drehbuch zugute halten, zwei, drei umwerfend komische, völlig absurd überzogene Szenen; deren beste von einer sehr, sehr lässigen Ordensschwester (Dana Ivey) getragen wird. Deswegen ist Rush Hour 3 auch nicht nur schlecht und langweilig, aber doch grobe Zeitverschwendung.
Filmkritik von Rochus Wolff
Veröffentlicht am 24.08.2007
Kommentare zu Rush Hour 3
Erwin 17.08.2007 00:33
Ich war grad im Film drin und derjenige der iese Kritik verfasst hat, hat doch einen Knall! Ich kennen kaum einen besseren Film der in letzter zeit rausmkam... fast jede szene is total lustig...
Also schnautze!
Max Münzkuchen 17.08.2007 00:56
Waaaaaas, also ich stimme der Kritik zu, Rush Hour 2 war viiiiiiiieeeeeeeel besser, der hier war nur schlecht und langweilig
Gorack 20.08.2007 01:06
Ich komm grad auch frisch aus dem film und ich muss sagen, ich war enttäuscht, es gab zwar lustige szenen und handlungen aber er war schlichtweg sinnlos. Ich muss zugeben, wenn man sein Gehirn komplett ausschalten kann, kann man den film schaun, aber wenn nicht; ist der Film "voll für den Arsch" ich muss zugeben ein rush hour fan zu sein, aber den film fand ich fast nur enttäuschen, weil mir der sinn des films fehlt.
Vijkhal 20.08.2007 13:06
Die Kritik ist totaler quatsch.
Man findet in jedem Film Schwachstellen die man sich rauspicken kann aber das Gesamtpaket zählt schließlich.
Klar, er kommt nicht an Teil 1 und 2 ran aber das kann man verschmerzen.
Er ist sehr lustig und unterhaltsam, recht kurz aber wen störts. Fans von Teil 1 und 2 sollten ihn auf jedenfall anschauen!!
Yves 21.08.2007 22:59
Der Film soll unterhalten und einen zum Lachen bringen- und das tut er auf alle Fälle nicht nur einmal. Wer Teil 1 & 2 gern geschaut hat wird den 3.Teil lieben. Super Kinounterhaltung. Wenn man jedoch geistig anspruchsvollere Filme bevorzugt, ist man hier sicher am falschen Ort :)
Sasa 26.08.2007 21:57
Also ich empfinde die zu harsche Kitik hier auch als zu überzogen und deplatziert.Leute,der Film will unterhalten u.nicht euer Leben verändern.Hab selten so gelacht im Kino-und ich war nicht der Einzige im Saal...
Franz 02.09.2007 10:15
Auch in diesem dritten Teil der Kultreihe hat wieder einmal Brett Ratner Regie geführt. Es gibt wie immer coole Sprüche, gewitzte Wortspiele, riesen Action und eine Menge böser Jungs, die von den beiden Helden so richtig verprügelt werden.
Alles in allem ist der Film gelungen und erfüllt seinen Zweck - nämlich die Zuschauer zum Lachen zu bringen. Gute Actionkomödie, die 7 von 10 Punkten verdient.
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Film-Angaben
Titel: Rush Hour 3
USA 2007
Laufzeit: 91 Minuten
Regie: Brett Ratner
Drehbuch: Jeff Nathanson
Produktion: Roger Birnbaum, Arthur Sarkissian, Jay Stern, Jonathan Glickman, Andrew Z. Davis
Darsteller: Jackie Chan, Chris Tucker, Yvan Attal, Noémie Lenoir, Hiroyuki Sanada, Max von Sydow
Kinostart: 16.08.2007
DVD-Angaben
Titel: Rush Hour 3
Vertrieb: Warner Home Video
Bild: 2,35:1, 16:9
Sprache(n): Deutsch (DD 5.1), Englisch (DD 5.1)
Untertitel: k.A.
Altersfreigabe: ab 12 Jahren
Spieldauer: 88 Minuten
Extras: Making Of; Behind the Scenes; Trailer
Verleih ab: 17.12.2007
Verkauf ab: 17.12.2007
Copyright Rush Hour 3
Fotos: © Warner Bros.
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