Planet der Affen: Prevolution

Rupert Wyatt knüpft mit sozialkritischen Untertönen an die früheren Planet-der-Affen-Filme an und inszeniert die Tiere als unterdrückte Minderheit.

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Als 1965 der Roman Planet der Affen von Pierre Boulle erschien, war das der Beginn einer Erfolgsgeschichte. Die Dystopie einer Welt, in der hoch entwickelte Affen die Herrschaft für sich beanspruchen, brachte neben fünf Filmen – von denen allerdings nur der erste auf Boulles Buch basiert –, eine kurzlebige Fernsehserie, einen Comic sowie zahlreiche Parodien (unter anderem in Spaceballs (Mel Brook‘s Spaceballs, 1987)) hervor. Bei einer Serie mit einem derart großen Einfluss auf die Popkultur war es nur eine Frage der Zeit, bis sie im neuen Jahrtausend wiederbelebt wird.

Tim Burton wagte sich 2001 an ein freies Remake des ersten Teils, scheiterte aber an der Größe des Projekts und überraschte mit einem äußerst uninspirierten Beitrag. Was blieb war eine profillose Großproduktion, die ihre Aufmerksamkeit auf Action und Effekte legte. Das war gerade deshalb bedauerlich, weil selbst die weniger gelungenen der älteren Filme noch voller sozialkritischer Anspielungen über den von Größenwahn und Zerstörungswut getriebenen Menschen und seinen nicht gerade zimperlichen Umgang mit anderen Lebewesen waren.

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Zehn Jahre später versucht nun Rupert Wyatt (The Escapist, 2008) als nächster Kandidat an die Science-Fiction-Reihe anzuknüpfen. Diesmal allerdings nicht in Form eines Remakes, sondern als in der Gegenwart angesiedeltes Prequel. Planet der Affen: Prevolution (Rise of the Planet of the Apes) widmet sich einem völlig neuen Kapitel: dem Wandel der Affen zu hoch entwickelten Wesen. Diese Evolutionsgeschichte, aber auch der Ausblick auf das nahende Ende der Menschen grenzen sich dabei in vielfacher Hinsicht von der Mythologie früherer Filme ab.

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Die Handlung dreht sich um den Gen-Forscher Will Rodman (James Franco), der Schimpansen mit einem Virus infiziert, um zerstörtes Gehirngewebe wiederherzustellen. Sein Ziel ist nicht weniger als die Heilung von Alzheimer. Als die Affen nach einem Unfall eingeschläfert werden müssen, rettet Will ein infiziertes Schimpansenbaby, tauft es auf den Namen Caesar und zieht es bei sich zu Hause auf. Das funktioniert lange reibungslos, wird aber zunehmend schwieriger, als Caesar in eine pubertäre Phase kommt, seine Aggressionen nicht mehr unter Kontrolle hat und als Affe unter Menschen in eine Identitätskrise gerät.

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Mit einer deutlich gesellschaftskritischen Komponente knüpft Planet der Affen: Prevolution durchaus an die Filme aus den sechziger und siebziger Jahren an. Haben sich die Menschen in Planet der Affen (Planet of the Apes, 1968) das Ende ihrer Ära noch durch die Atombombe eingebrockt, ist es diesmal, ganz zeitgemäß, der gedankenlose Umgang mit Gen-Experimenten. Wie schon in früheren Beiträgen der Reihe lassen sich auch Parallelen zwischen den Affen und unterdrückten Minderheiten ziehen. Die unwürdigen Lebensbedingungen in einem Heim für Primaten bringen Caesar letztlich dazu, eine Revolution anzuzetteln. Da es sich um den ersten Film der Reihe handelt, in dem die Affen noch nicht sprechen können, stellen diese Szenen durchaus eine Herausforderung dar. Doch abgesehen von einigen untertitelten Passagen gelingt Wyatt eine souveräne Choreografie aus Blicken und Gesten.

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Wenn die Affen wiederholt humaner handeln als die Menschen, ist letztlich auch klar, auf welcher Seite der Zuschauer steht. An manchen Ecken menschelt es dann allerdings sowohl bei den Tieren als auch bei den Menschen etwas zu stark. Bevor in der letzten halben Stunde actionreich und eindrucksvoll der Sturm der Affen auf San Francisco inszeniert wird, verfängt sich Wyatt immer wieder in den Untiefen eines Familienmelodrams. Der gesamte Erzählstrang über Wills an Alzheimer erkrankten Vater (John Lithgow) nimmt eindeutig zu viel Raum ein, ohne für die eigentliche Handlung relevant zu sein. Und auch in der Vater-Sohn-Beziehung zwischen Will und Caesar gewinnen gefühlsduselige Momente immer wieder die Oberhand.

Doch auch wenn Planet der Affen: Prevolution nicht ganz kitschresistent ist, schließt er doch weitaus überzeugender an die Reihe an als Planet der Affen (Planet of the Apes, 2001) von Tim Burton. Sollte der Film übrigens ein kommerzieller Erfolg werden, sind auch Fortsetzungen in Planung. Dann vielleicht auch mit weniger Tränen und dafür mehr Revolution. 

Trailer zu „Planet der Affen: Prevolution“


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Kommentare


Alex

hallo, ich habe mir die alten Filme angeschaut die ich persönlich sehr gut fand besonders den 1. Film mit Charlton hestoan als Taylor. Der jetztige Film knüpft an den damaligen Eroberung um den Planet der Affen und der Schlacht um den Planet der Affen. Die Neuverfilmung (2011)hat mit sehr gut gefallen.ich würde mich um eine Fortsetzung sehr freuen.


Hulk

Hallo Leute!
Wills kurz machen: Der Film lohnt sich! Sehr beeindruckende Animation der Affen, eine durchaus gute Story. Ich habe oft gelesen, dass der Film zu Anfang etwas langatmig sein soll - dem kann ich nicht zustimmen. Mir hat der Film von vorne bis hinten Spaß gemacht. Es ist allerdings klar zu sagen, dass Zuschauer, die von dem Gedanken, dass Affen auf wundersame Weise menschliche Verhaltensmuster annehmen und sogar sprechen, nicht begeistert sind, auch nicht in diesen Film gehen sollten - eigentlich aber sowieso klar! Auch ich würde mich über eine Fortsetzung freuen!


Sebastian

Ich finde den Erzählstrang über Wills Vater nicht überflüssig, nur leider hat er zu wenig Einfluss auf die Figur Will, die ich im Film gerne noch einen Ticken mehr beleuchtet haben wollen würde. Auch die in der Kritik als überflüssig dargestellten "Gefühlsduseleien" halte ich für sehr wichtig um die Charaktere glaubhaft zu machen und um diese auch erleben zu können. Das ist doch gerade das, was den Zuschauer auch bedient, wenn er in die Gefühle und Gedanken anderer Leute Einblick erhält (was für uns im normalen Leben ja eben meinst nicht möglich ist...) Das unterscheidet diesen Film dann auch von so unglaublich oberflächlichen Machwerken ohne innere Logik, wie z. B. "Transformers 3".


Michael Miyers

Ich war in der Vorpremiere drin, gespannt was mich erwarten würde. Ich kenne die Vorgängerfilme, der mit Wahlberg war eine Enttäuschung wenn ich erhlich sein muss. Kein schlechter Film aber wenn man sich die komplette Reihe anguckt ist der wohl der schlechteste. Also wie gesagt ich bin in die Vorpremiere rein, Popcorn und Cola in der Hand und der Film fängt an. Ja sieht gut aus. Nach der Halbzeit mein Fazit: der Film fesselt mich, lässt mich nicht mehr los.
Ich sitze da und komme vor Spannung gar nicht mehr aus dem Film raus.
Meiner besseren hälte meiner Freundin geht es genau so da wir uns immer im Kino gegenseitig kurz abfragen wie dir der Film gefällt, sie nickt und sagt ein Hammer guter Film.
Das finale ende kommt wow was für ein Blockbuster hier stimmt wirklich alles.
Nicht nur James Franco überzeugt, sondern auch Andy Sercis den man halt hier nur als den Affen Ceaser zu sehen bekommt aber wie dieser Serkis spielt hat man ja schon bei Herr der Ringe gesehen. Film ist zu ende, ich sitze da und denke mir was ein Film er war perfekt.
Ich liebe ihn, ich mag ihn, für mich einer der besten Filme aller Zeiten ganz klar.

Ich nehme ihn auf in meine Favoritenfilme....

In den letzten Jahren kam ja wirklich viel schortt in die Kinos wenn wir mal ehrlich sind.
Zuviele Filme werden produziert und kommen zu schnell raus und brilieren mit Effekten, mehr aber auch nicht.

Wo ist die Story ? wo sind die tiefen und die höhen ? wo ist das besondere das einen Film ausmacht ?


Das alles fand ich bei diesen tollen Film. Natürlich spielte die Atmosphere im Kino eine ganz wichtige Rolle den solche Filme wie dieser hier lohnen sich im Kino angeschaut zu werden.

Ahso und die Action-Fans werden auch nicht zu kurz kommen es gibt auch genug Action und natürlich tolle Effekte die gleiche Technik wie bei Avatar wurde verwendet.

Ich spreche hier nur für mich und sage dieser Film verdient das Prädikat Wertvoll.

Ich kann es jetzt kaum abwarten das der Film auf Blu-ray erscheint und ich ihn in mein eigenes Heimkino nochmals und nochmals und nochmals genieße. Jedem empfehle ich sich diesen Film im Kino anzuschaun. Lasst die Stream Seiten hier mal aus geht ins Kino. Zahlt die 8 € dieser Film ist es wirklich wert mal gesehen zu werden.

Es könnte sein das sich in meinem Text Rechschreibfehler eingeschlichen haben wer sie findet darf sie ruhig behalten : - )
Da ich sehr schnell schreibe achte ich nicht immer auf meine Texte und außerdem sind wir nicht mehr in der Schule also ist es mir egal ; - ))) aber für manche ist das wichtiger als eine gute Bewertung.
So das wars von mir also alle die den Film noch nicht gesehen haben, ruft eure Freunde an und ab ins Kino aber ganz schnell es lohnt sich wirklich ;-))


Ergie

Mich hat man mehr oder weniger ins Kino genötigt...hätte ich mich nur mehr gewehrt...;-)
Gleich am Anfang: Soll ich wirklich glauben, daß im hi-tech Labor NIEMAND merkt, wenn ein Versuchsaffe a)schwanger ist, b)das Affenbaby bekommt und es c) zunächst erfolgreich versteckt und dann d) in Rambo-Manier durchs Labor tobt, durch Scheiben springt, usw...einfach zu dämlich, billige Effekthascherei.
Dann geht es rasant voran - eine Romanze in Minuten durchgezogen, ein Haufen stereotype Charaktere eingeführt, das Anti-Alzheimer-Mittel wirkt buchstäblich über Nacht, zack, zack, zack - für nichts hat der Film Zeit, nur um dem Zuschauer sozusagen mit der Nase immer wieder darauf zu stoßen, wie 'gut' der Affe Caesar z. B. ist und ach-wie-gemein der fiese Zoowärter...gähn. (nebenbei: Brian Cox komplett verschwendet, die anderen Darsteller, J. Lithgow vielleicht mal ausgenommen, hat man nach dem Verlassen des Kinos eh sofort vergessen)
Dazu völlig übertriebene Toneffekte - der Gorilla hört sich an wie ein T.Rex - es muss dem Zuschauer wohl auf diese Weise klargemacht werden, das er seehr gefährlich ist - aber nat. auch ein guter, der am Schluß, ich ahnte es schon, den Heldentod sterben darf. Und das Wundermittel beeinhaltet wohl ein äußerst wirksames Wachstumspräparat - oder seit wann sind Schimpansen so groß wie Menschen und Affe Caesar kann seinem Ziehvater Auge in Auge gegenüberstehen?
Im letzten Drittel dreht der Film dann völlig ab - die Affen gewinnen nicht nur an Intelligenz, Durchtriebenheit und 007-Qualitäten, nein, das Wundervirus verwandelt die wilde Bande auch in ein professionelles SAS- oder Navy SEALS Team; alles innerhalb weniger Tage.
Ich hab schon weit schlimmere Filme gesehen, aber spannend fand ich's überhaupt nicht und, schrieb ich oben schon mal irgendwo - Effekthascherei - der ganze Film, oberflächlich, Stereotypen en masse, jede Entwicklung wird mit dem sprichwörtlichen 'Wink mit dem Zaunpfahl' angekündigt, damit auch der letzte Zuschauer rechtzeitig dahinter kommt - typisches mainstreamprodukt, wie so vieles inzwischen. Gesehen - sofort vergessen (wenn ich nicht auf diese Seite gestoßen wäre :-)
Nur ganz wenige Filme schaffen es m. E. mit ihren Effekten ihre eklatanten Schwächen zu übertünchen - dieser gehörte nicht dazu, obwohl die Grundidee zur Story gar nicht mal so schlecht ist.
Trotzdem seh ich mir da doch lieber C. Heston und den Planet der Affen an - der alte Film hat jedenfalls noch Stil, Charakter, vernünftige Dialoge und entwickelt seine Geschichte in vernünftigem Tempo und baut ebenso Spannung auf - anstatt beides im Eiltempo durchzupeitschen.
Hat mir nicht gefallen. Oder sagte ich das auch schon? :-)


Sebastian

Ja, diese oberflächliche, schnelle Erzählweise ist ein großer Nachteil
von ca. 90% aller derzeitigen Blockbuster.

Besonders gut zu beobachten ist auch die übliche Holzhammermethode am Ende, damit auch bei den letzten bildungsfernen Zuschauerschichten keine Fragen mehr offen bleiben.






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