Revenge of the Warrior


Die Kritik bezieht sich auf die thailändische Originalversion, von der die deutsche Kinofassung inhaltlich erheblich abweicht.

 

Tony Jaa ist der neue Held der Martial-Arts Welt. Sein aktuelles Werk führt ihn nach Australien, wo er einen Elefantenschmugglerring auseinandernimmt. Selbstverständlich alleine und mit den bloßen Fäusten.

Revenge of the Warrior

Der eher kleine, drahtige Kham betritt ein Restaurant, an dessen Wänden sich eine mehrstöckige Galerie befindet. Sofort stürzt sich eine Horde breitschultriger Schläger auf ihn. Der Eindringling nimmt den Kampf auf, vollführt in Windeseile akrobatische Schlag- und Trittkombinationen, setzt einen Angreifer nach dem anderen außer Gefecht und nimmt die Einrichtung des Restaurants auseinander, während er sich langsam aber sicher in die oberen Etagen vorkämpft.

Die Szene zieht sich über mehrere Minuten und wird in einer einzigen Einstellung aufgelöst. Die Kamera ist in ständiger Bewegung, verfolgt den Protagonisten, nutzt das Setting für effektvolle Schwenks und dynamisiert durch die ständige Rekadrierung das Geschehen zusätzlich. Diese für den Kameramann, die gesamte Technikcrew und die Schauspieler logistische und vor allem für den Hauptdarsteller auch körperliche Tour de Force stellt einen der zahlreichen Höhepunkte des thailändischen Actionspektakels Revenge of the Warrior (Tom yum goong) dar.

Der Held dieser Szene wurde als Panom Yeerum in einem kleinen Dorf im Nordosten Thailands geboren und ist unter dem Namen Tony Jaa, den er sich aus Vermarktungsgründen zulegte, auf dem besten Wege, der nächste große Actionstar der internationalen Filmszene zu werden und dadurch seine großen Vorbilder Bruce Lee, Jackie Chan und Jet Li zu beerben. Bekannt wurde er 2003 durch Ong Bak, einen klassischen Martial-Arts Film. In diesem Werk, das einen der größten kommerziellen Erfolge des neuen thailändischen Kinos darstellte, bekam er reichlich Gelegenheit, seine persönliche Kampftechnik, eine spektakuläre und unkonventionelle Variante des Muay Thai Boxens, mit Elementen zahlreicher anderer Martial-Arts-Traditionen, der Weltöffentlichkeit zu präsentieren.

Revenge of the Warrior

Wie Ong Bak ist auch sein neues Werk von Prachya Pinkaew in Szene gesetzt und führt in vielem den eingeschlagenen Weg konsequent fort, setzt jedoch auch einige neue Akzente. Der Grundkonflikt ist in beiden Werken identisch. Tony Jaa spielt jeweils einen naiven, gutmütigen Dorfjungen, der von einer Horde Bösewichten dazu gezwungen wird, die idyllische Heimat zu verlassen und in der Großstadthölle dafür zu sorgen, dass das ländliche Paradies seiner Vorfahren weiterhin bestehen bleiben kann. In Ong Bak hatten es die Ganoven auf den Kopf einer mythischen Buddha-Statue abgesehen, im Nachfolger vergreifen sie sich an Khams geliebtem Elefanten, sein Gefährte seit der frühesten Jugend. Allerdings ist ihr Ziel nicht Bangkok, wie in Ong Bak. Revenge of the Warrior verlegt den Großteil der Handlung, das internationale Publikum antizipierend, nach Australien. Hier begegnet Kham neben den zahllosen, comicartig überzeichneten Bösewichten um die teufliche Madame Rose (Xing Jing) und den bulligen T.K. (Nathan Jones) auch dem wohlmeinenden Polizisten Mark (Petchtai Wongkamlao).

Zu Beginn führt ein recht ausführlicher Prolog den Protagonisten in einem naturmystischen Setting voller Elefanten und spiritueller Rituale ein. Schon hier beweist Pinkaew seine technische Fertigkeit, die bereits in Ong Bak sichtbar gewesen war, aber erst in seinem neuen Werk zur vollen Blüte gelangt. Der Regisseur besitzt zweifellos ein Gespür für Bildkomposition und effektive Montage - nicht nur in den eigentlichen Actionsequenzen sondern auch in ruhigeren Passagen - die ihn wohltuend vom Gros der Genrefilmer abhebt.

Revenge of the Warrior

Sobald Kham Australien erreicht, kennt Revenge of the Warrior kein Halten mehr. Die Actionsequenzen wechseln sich im Minutentakt ab und überbieten sich gegenseitig in ihrer Extravaganz. Tony Jaa attackiert seine Gegenspieler mit einer unnachahmlicher Wucht, die im Genre derzeit ihresgleichen sucht und die Vergleiche mit dem Übervater des Martial-Arts Films, Bruce Lee, zumindest in dieser Hinsicht gerechtfertigt erscheinen lassen. Auch strukturell ist Revenge of the Warrior, mit seiner geradlinigen, schematischen Handlung den Filmen Lees durchaus ähnlich. Pinkaews Werk ist trotz seiner zeitgemäßen technischen Umsetzung im Grunde ein altmodischer Kampfsport-Film, dessen Plot den Shaw-Brothers-Filmen der siebziger Jahre entsprungen sein könnte und bietet gerade deshalb eine angenehme Abwechslung innerhalb des Genres, welches in den letzten Jahren von den rasanten, wahnwitzigen Parodien Steven Chows (Kung Fu Hustle, 2004) und den opulenten Schwertkampfepen Zhang Yimous (Hero, Ying xiong, 2002; House of Flying Daggers, Shi mian mai fu, 2004) geprägt wurde.

Vor allem jedoch ist der Ong Bak-Nachfolger Attraktionskino vom Feinsten. Klar, wer mit Martial-Arts Filmen noch nie etwas anfangen konnte, wird Pinkaews Streifen wenig abgewinnen können. Wer aber auch nur eine kleine Schwäche für das Prügelgenre besitzt, der kommt an Revenge of the Warrior nicht vorbei.

Trailer zu „Revenge of the Warrior“


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Kommentare


Bumer

also der Film ist ganz gut gemacht usw.Wie bei Ong Bak kommt es bei den Film nicht auf die Story an denn die ist total Billigmaber die Kampfszenen sind schon beeindruckend.Der Kerl hat es drauf.Aufjedenfall ein Geheim tip


Rob

Schade das der Film absolut nirgends im Kino läuft. Eine absolute Enttäuschung.


Gökhan

Also der Film ist wirklich 1A.
Der kleine Kämpfer, obwohl man von ihm so was gar nicht erwartet, hat es wirklich drauf. Was mich sehr beeindruckt hat, war seine absolut hohe Sprungkraft, durch die er alles mögliche runter "kickte" :-). Der Riese am Ende war eigentlich auch faszinierend. Der in hohem Maße große und breite Körperbau lässt schon dem Betrachter die Haare zu Berge steigen. Mfg Gögi


JC

Tony Jaa ist gar nicht mal so schlecht doch Jackie Chan und Bruce Lee sind Legenden die kann niemand übertreffen


rahim

hey der film ist einfach sptizenklasse toller schauspieler toller regieseur einfach cooler martal-art action film


quattro

DerFilm ist echt empfehlenswert


hartmaring

der beste film tony jaa ist genauso cool wie bruce lee


Meli

Ich kann nur dazu sagen das der Film wierklich sehr geil ist!!!
Was für eine sprungkraft er hat
das könnte man sich noch nicht mal vorstellen. Mfg:Meli


thug03

tony jaa wir eine neue legende


VingTsun

Die Kampfszenen sind gut, sofern man diese nicht mit einem Kampf in der Realität vergleicht! Der Hauptdarsteller(Tony Jaa) wird in diesem Film aber absolut unrealistisch dargestellt:

-Wird X-Mal an gefährlichen Körperstellen getroffen und kämpft weiter ohne Probleme

-Er springt mal eben rüber zu dem Hubschrauber, fällt in die Tiefe und lebt noch... Hallo? Unrealistischer geht es wohl nicht mehr!

-Wird mit einem Messer getroffen, stöhnt kurz und kämpft munter weiter!






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